Die Option des Nicht-Kaufs hab ich ja nie in Frage gestellt. Die Kritik ging ja stets in die andere Richtung. Ich finde aber, man muss da auch differenzieren. Kritisiert man die Lootboxen an sich oder die Tatsache, dass man via Echtgeld Content freischalten kann? Ersteres ist für mich überhaupt gar nicht kritikwürdig, während ich Letzteres durchaus fragwürdig finde. Da fängt dann mein Signal an, indem ich kein zusätzliches Geld in die Hand nehme und diese unterschiedlichen Finanzquellen erkennt ja auch der Publisher. Ich werde das Spiel mit Sicherheit auch nicht zum Vollpreis kaufen.
Ich kritisiere jegliche Lootboxen, die gegen Echtgeld gekauft werden können oder müssen (oder Kauf-Schlüsselprinzipien wie in PUBG), genauso wie alle anderen Formen von Microtransactions.
Denn sobald Echtgeld als Währung im Raum steht, stellen die MTs eine Einnahmequelle für den Publisher dar und natürlich wird dieser auch dafür sorgen, dass diese Einnahmequelle möglichst attraktiv auf möglichst viele Spieler wirkt, sprich man wird - mehr oder weniger subtil - zum Kauf gedrängt bzw. das Gamedesign und der Core Gameplay Loop wird modifiziert, so dass die MTs ins Auge fallen und Anreize geschaffen werden. Das heiße ich bei Vollpreisspielen grundsätzlich nie gut.
Bei Lootboxen kommt für mich an Kritik noch der Zufallsfaktor dazu. Wenn man dafür Geld hinlegt, zahlt man nicht mehr für ein bestimmtes Produkt, sondern für die Chance (!!), ein Produkt zu bekommen. Quasi Glücksspiel in Spielen, die auch auf junge Erwachsene oder Minderjährige abzielen. Das finde ich per se verwerflich und eine absolute Scheiß Art von Publishern, an Geld zu kommen.
Und ja, das ist auch bei Cosmetics schlimm, denn gerade diese junge Zielgruppe gibt viel darauf, wie sie in Spielen aussehen und wie sie auf andere Spieler wirken. Sieht man am enormen Erfolg von Cosmetics wie Hüte in TF2, Skins in Overwatch, Shader in Destiny oder das Implementieren von Emotes in so gut wie jedem MP-Spiel. Verbunden mit meinem letzten Kritikpunkt des Glücksspielelements werden damit auch Lootboxen für Cosmetics verwerflich, da genau die Zielgruppe, die ein Interesse an ihrer Außendarstellung in einem Spiel hat, die Zielgruppe ist, die mit GLücksspiel nicht in Kontakt kommen sollte.
daher verstehe ich jeden, der konsequent ist und diese Spiele komplett meidet. Das mach ich auch nicht (aber natürlich habe ich noch keinen Cent für MTs ausgegeben und werde das auch sicher nie tun), aber ich boykottiere nicht jedes Spiel mit MTs und/oder Lootcrates.
Nur wenns so abstrus OP wird wie bei Battlefront 2, ist das für mich ein hartes Ausschluskriterium und meine Toleranzgrenze endgültig erreicht.
Aber trotzdem müssen auch Publisher wie WB Flak für ihre Versuche bekommen, Spielern über Glücksspiel in 60 € Spielen aus der Tasche zu ziehen und die Spieler müssen für die Angelegenheit und mögliche Zukunftsaussichten sensibilisiert werden.
Klar, man kann sich auch hinstellen und sagen "juckt mich alles nicht, ich will nur spielen". Aber man muss eben auch einsehen, dass es Spieler gibt, die sich für die Branche und ihren zukünftigen Werdegang interessieren, nicht nur für ihren momentanen Spaß in einem Spiel.