Mingo schrieb:
1. Die Treppe hätte dort im Idealfall gar nicht sein dürfen bzw. hätte im Mindestfall zumindest besser gesichert werden müssen. Aber das war nicht der Fall, und na klar denkt sich da irgendwann mal jemand "was soll der scheiß, ich nehm jetzt die bekackte Treppe hier".
Also ist der Veranstalter für die Idiotie der Leute verantwortlich? In dem Text steht zumindest, dass die Treppe abgesperrt war. Eigentlich ein deutliches Zeichen.
2. Dass herabstürzende Menschen die Panik ausgelöst haben, darf zumindest bezweifelt werden. Augenzeugenberichte sagen etwas ganz anderes.
Augenzeugen sind nicht gerade sehr zuverlässig. Das gilt besonders dann, wenn sie sich in so einer Extremsituation befinden. Soll natürlich nicht heißen, dass der von mir gepostete Text richtig ist.
3. Selbst wenn es diese "Massenpanik" nicht gegeben hätte, ausgelöst durch was auch immer, wäre die Situation auf der Loveparade mit diesem Tunnel als Nadelöhr und dem Gedränge und den mangelnden Fluchtwegen chaotisch gewesen, was ja auch Augenzeugenberichte vor der Katastrophe und sogar kritische Stimmen Tage vor der Parade belegen.
Chaotisch ja, aber eben nicht tödlich. Chaotisch sind viele Sachen. Das hätte sicher dem Ruf der Stadt als Veranstaltungsort für derartige Sachen geschadet. Da wären vielleicht beim nächsten Mal nicht so viele gekommen, weil sie sich noch erinnern, dass das in Duisburg kacke ist. Und es wird auf allem und jedem rumgehackt und wie scheiße das doch war und plötzlich ist jeder ein Experte auf dem Gebiet. Klar hat es Kritiker gegeben. Und die fühlen sich jetzt natürlich bestätigt. Dafür sind die, die das Ganze befürwortet und abgenickt haben, die Ärsche. Aber die haben das auch nicht alle aus Dumdideldei gemacht und weil sie gedrängt/geschmiert wurden. Wäre es gutgegangen, hätten wir die Situation genau andersrum.
Aber nicht aus diesem Grund, nicht aus einer Selbstdynamik, die aus der Masse hervorgeht.
Bei so einer Panik gibt es immer irgendeinen Auslöser, der schnell den Schneeballeffekt zur Folge hat. Solange nix passiert, bleiben die Menschen auch ruhig - genervt aber ruhig. Ich kann mich noch gut an meinen letzten Besuch bei der Games Convention in Leipzig erinnern. Das war da so abartig voll, dass man für knapp 100 m von einer Halle in die andere 15 oder mehr Minuten gebraucht hat. Dicht an dicht und nirgends ein Durchkommen. Und bei den Übergängen hätte man maximal übers Geländer und 10m in die Tiefe springen können, um da rauszukommen. Aber da ist auch nix passiert, weil es eben keinen Auslöser gab. Wäre da allerdings irgendwas vorgefallen, hätte es auch ordentlich geknallt, denn das Ding war nach vorn und hinten nicht wirklich sicher. Und solange da nix passiert, meckert auch keiner rum. Aber wehe wenn...dann kommen gleich wieder soundsoviele an und meinen, dass sie das schon seit Jahren predigen etc. pp.