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Massenpanik auf der Loveparade - Viele Verletzte und Tote

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

DaMeep schrieb:
Glod schrieb:
Marcello schrieb:
Nee, nicht zwangsläufig.
In Berlin konnte sowas nicht passieren weil das Gelände viel weiträumiger war und man einfach zur Seite in den Tiergarten Z.B. hätte ausweichen können im Notfall.
Hier war man aber eingekesselt

Siehe, das Bild, was ich gepostet habe. Wenn du da am Rand stehst, kannst du sicher weg. Aber was wenn du in der Mitte bist?

Dann dauerts halt 1-2min bis du platz hast , aber trotzdem würde sich das ganze schnell auflösen wenn die Massen in alle richtungen weg können .

Korrekt.
Klar, man kann nicht sofort ins Freie springen, es war aber nie irgendwie problematisch aus der Mitte an den Rand zu gelangen.
Und bei einer Massenpanik würd sich das einfach nach aussen velaufen.
 
DaMeep schrieb:
Dann dauerts halt 1-2min bis du platz hast , aber trotzdem würde sich das ganze schnell auflösen wenn die Massen in alle richtungen weg können .

Again: Das Problem ist nicht die Bewegung sondern die Leute, die stürzen. Wenn sich das nach 2 Minuten auflöst,sind 100 oder mehr Leute über dich getrampelt. Da hilft es einem dann auch nicht mehr, dass die alle wegkonnten.

@ Flospace
Lass da mal 5000 Leute in eine Richtung schieben. Da nützt dir der Grünstreifen auch nix mehr.

Ich bleibe hier bei meiner Meinung: Wenn bei so einer Veranstaltung nichts passiert, dann ist das Glück. Man kann den Glücksfaktor sicher beeinflussen. Ganz klar ist der in dem Tunnel ein ganzes Stück höher als bei der Siegessäule. Aber unterm Strich bleibt da immer die Unbekannte X. Das Ganze hätte in Duisburg genauso gut glimpflich ausgehen können. Das war einfach riesengroßes Pech. Zum Teil definitiv selbstverschuldetes Pech. Aber es bleibt immer noch Pech. Man kann hier niemanden hinstellen und sagen "Wenn ihr dies und das gemacht hättet, dann wären die Leute jetzt noch am Leben". Das ist reine Spekulation. Das Gleiche hätte sich an jedem anderen Ort genauso zutragen können.
 
Es muss nicht immer gleich eine Massenpanik sein.

Ich war Anfang der 90er Michael Jackson und vor drei Jahren in Düsseldorf Bon Jovi schauen. Bei beiden Konzerten gab es teils Schwerverletzte, weil Menschen von der drückenden Masse nach unten gedrückt wurden. Teilweise auch mit aller Wucht gegen die vorderen Absperrgitter. Und hier reden wir von 80.000, bzw. 40.000 Besuchern.
 
hmm.. ich würde eher sagen, wenn es gut gegangen wäre, wäre es verdammt grosses glück gewesen. aber aufgrund der örtlichen gegebenheiten war das risiko schon sehr hoch, dass da etwas passiert. bei der masse an leuten? da wurde dem "pech" schon ordentlich zugespielt. bochum hats aus den gleichen gründen abgesagt, zu wenig platz, zu wenig sicherheit.
 
100% Sicherheit gibt's nirgendwo. Nur das was dort in Duisburg als Einlass genutzt worden ist ja wohl sowas von ungeeignet. Sowas hab ich in meinen 150 - 200 Festival und Konzert besuchen noch nie gesehen.

Edit: hab ma korrigiert
 
@Glod: Bloss kam es in Berlin nie zu so einem Schieben, weil jeder genügend Platz hatte...

Der Fehler in Duisburg war, dass man nur einen Zugang zum Gelände hatte und das hat dann auch nichts mit fehlendem Glück zu tun, sondern einfach mit miserabler Planung... Da wird die Zuführung von 60.000 - 70.000 Menschen zu einem Fußballstadion 100mal besser geplant und konzipiert!

Polizei und Feuerwehr hatten zudem ein eigenes Sicherheitskonzept für die Loveparade entwickelt, mit dem sie sich allerdings nicht hatten durchsetzen können. Demnach wollten die Beamten die Raver "großflächiger" anreisen lassen und Nadelöhrsituationen unbedingt verhindern. Das hätte mehr Personal erfordert, und sei von der Verwaltung schließlich verworfen worden.
 
Dita666 schrieb:
100% Sicherheit gibt's nirgendwo. Nur das was dort in Duisburg als Einlass genutzt worden ist ja wohl sowas von ungeeignet. Sowas hab ich in meinen 150 - 200 Festival besuchen noch nie gesehen.

Zumal es ja Ein- und Ausgang zugleich war. Die Planung war eine Katastrophe.
 
flospace schrieb:
@Glod: Bloss kam es in Berlin nie zu so einem Schieben, weil jeder genügend Platz hatte...

Es kam wohl auch nie zu einer Massenpanik in Berlin, die das System getestet hätte. Solange nix passiert, ist immer alles gut. Wenn aber irgendwelche Idioten meinen, sie müssten irgendwo hochklettern, weil sie nicht den normalen Weg wie alle anderen nehmen können und dann runterfallen - nun, dann kann es schon mal zu panischen Reaktionen kommen.
So wie es aussieht, hat sich der wichtigste Teil des Dramas ja außerhalb des Tunnels ereignet.

Was genau sich im Tunnel von Duisburg abgespielt hat, wird in langwierigen Untersuchungen geklärt werden müssen - inklusive der Frage, welche Rolle Alkohol und Drogen gespielt haben. Im Moment gehen die Rettungskräfte davon aus, dass sich die entscheidenden Szenen außerhalb der rund 300 Meter langen Röhre zugetragen haben. Feierwütige Gäste haben laut Polizei versucht, über eine abgesperrte Treppe und einen Mast von der Tunnelrampe auf das Veranstaltungsgelände zu kommen. Dabei seien sie aus bis zu neun Metern Höhe abgestürzt, weil die Treppe keine Geländer gehabt habe - die herabstürzenden Menschen h ätten dann zur Panik im Tunnel geführt.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,708368,00.html
 
wenn das angeblich nur ein unglück ist und nichts mit fehlplanungen zu tun hat warum haben im vorfeld schon so viele leute davor gewahrnt ?

in irgendeinem nachrichtenmagazin haben sie gestern berichtet das der hauptverantwortliche für die baugenehmigung für das gelände die freigabe verweigert hat. der man wurde in eine andere stadt versetzt.
 
An Glod:

1. Die Treppe hätte dort im Idealfall gar nicht sein dürfen bzw. hätte im Mindestfall zumindest besser gesichert werden müssen.
Aber das war nicht der Fall, und na klar denkt sich da irgendwann mal jemand "was soll der scheiß, ich nehm jetzt die bekackte Treppe hier".
Das sehen andere und schieben immer mehr zur Treppe hin. Es entsteht ein Gedränge. Aus diesem Gedränge will man so schnell wie möglich entfliehen. Der nächste Ausgang ist jetzt die schmale Treppe. Also wird immer noch mehr zur Treppe gedrängt. Es ist in dem Augenblick die augenscheinlich naheliegenste Lösung, im gleichen Moment aber verschärft diese Lösung das eigentliche Problem weiter.
2. Dass herabstürzende Menschen die Panik ausgelöst haben, darf zumindest bezweifelt werden. Augenzeugenberichte sagen etwas ganz anderes.
3. Selbst wenn es diese "Massenpanik" nicht gegeben hätte, ausgelöst durch was auch immer, wäre die Situation auf der Loveparade mit diesem Tunnel als Nadelöhr und dem Gedränge und den mangelnden Fluchtwegen chaotisch gewesen, was ja auch Augenzeugenberichte vor der Katastrophe und sogar kritische Stimmen Tage vor der Parade belegen.
4. Du kannst die Situation vor der Siegessäule nicht mit der Situation in Duisburg vergleichen. Natürlich hätte es dort auch zu einer Massenpanik kommen können, was mit Sicherheit auch tödliche Folgen gehabt haben könnte. Aber nicht aus diesem Grund, nicht aus einer Selbstdynamik, die aus der Masse hervorgeht.
Eine vergleichbare Situation wäre bei deinem Bild, dass alle Menschen zur Siegessäule drängen. Dafür kann ich mir keinen Grund vorstellen. Ich kann mir für eine Panik nur externe Gründe vorstellen, ein Psychopath der auf einmal eine Waffe zieht o.ä.
Dann könnte aber die Menge in alle Richtungen ausströmen und flüchten. In Duisburg ging das nicht, ganz zu schweigen davon, dass die Gründe für das Gedränge eben die Masse selbst war.
 
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