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Mangelhafte Sprache im Internet - Wen stört es?

Mangelhafte Sprache im Internet - Wen stört es?


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Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Gerade aus Interesse Neros Posts gesucht und da stört mich dann doch seine Ausdrucksweise. Ich verstehe kein Wort von diesem Gelaber. Selten so ein Scheiß gelesen. Welchem schlechten Elfenroman ist er entsprungen? Sowas von vorbeigeschossen an der Kommunikation.
 
Prinny schrieb:
Gerade aus Interesse Neros Posts gesucht und da stört mich dann doch seine Ausdrucksweise. Ich verstehe kein Wort von diesem schwuchteligen Gelaber. Selten so ein Scheiß gelesen. Welchem schlechten Elfenroman ist er entsprungen? Sowas von vorbeigeschossen an der Kommunikation.

Du darfst deine Ausdrucksweise auch nochmal überdenken. So ein tendenziell beleidigender Ton ist hier unerwünscht.
 
Woah, woah, woah, Leute!

Zuallererst: Habe Dank für deine Verteidigung, edler Schlüsselmacher.

Jetzt zum Rest von euch: Werft mir vor, dass ich meinen Zenit vor einer Unzeit überschritt. Werft mir vor, dass das Niveau meiner Postinhalte peinlich tief ist. Werft mir vor, dass ich ein auf altklug machenender Teenie bin.
Werft mir das alles vor und ihr werdet sehen, dass meine Beiträge dabei immer noch schöner sind als viele andere hier. Niveaulose Postings gibt es hier genug, aber wer schmückt sie bitte noch so?

Sollte es der Fall sein, dass euch mein Geschreibe zu sehr anstrengt, so verwundert das nicht, da ihr euch wahrscheinlich größtenteils der täglich weiter verarmenden deutschen Sprache aussetzt, welche man auf der Straße spricht. In diesem dunklen Bild bin ich das kleine Licht, welches an eine Zeit erinnert als das anders war. Wem dies missfällt, für den lasse ich jeden Abend eine kleine Träne fließen, doch solange sich da draußen noch Individuen befinden, welche meinen Schreibstil schätzen und gar wünschen, solange sehe ich keinen Bedarf der Änderung meinerseits.
 
Meine Meinung:
Sprache dient nunmal in erster Linie der Kommunikation. Ihre Ästhetik gewinnt sie in der Präzision, ihren Wert im Inhalt bzw. ihrem Verständnis.
Was du treibst, ist für mich eine Vergewaltigung der Sprache. Dein Schreibstil erweckt den Eindruck als würdest du versuchen der Ästhetik eines Goethes oder Schillers nahe zu kommen. Die überzeugen aber in ihrer Genauigkeit, - wenn Metaphern, Syntax, Metrum und andere Stilmittel ineinander greifen und Texte in ihrer Bedeutung bekräftigen und ergänzen.
Bei dir sind Stilmittel reine Schnörkel, Dekoration, wie du selbst treffend beschreibst: Schmuck.

Bleibe ruhig dabei. Wenn sich hier User daran erfreuen können, erfüllen deine Posts immerhin einen Zweck. Den Sinn einer Diskussionsplattform verfehlen sie leider. Da stiften ziellose Stilmittel, ungebräuchliche Formulierungen und Fremdwörter allenfalls Verwirrung.

Kleine Korrektur: Ich habe es zwar nie so direkt geschrieben, aber man könnte es herauslesen. Deswegen nehme ich zurück, dass deine Posts allein der Unterhaltung dienen. Ich dachte eh, du wärest in diesem Forum gar nicht mehr aktiv und habe auch nur wenige Posts von dir gelesen. Immerhin scheinst du ein hilfsbereiter User zu sein. Meine Meinung zu deinem Ausdruck bleibt natürlich.
 
Prinny! :shock: Ich bin ja ganz entzückt! Ich sehe da Diskussionspotenzial! Sehr viel davon sogar!

Prinny schrieb:
Meine Meinung:
Sprache dient nunmal in erster Linie der Kommunikation. Ihre Ästhetik gewinnt sie in der Präzision, ihren Wert im Inhalt bzw. ihrem Verständnis.
Was du treibst, ist für mich eine Vergewaltigung der Sprache.

Das sehe ich eben ganz anders. Dass Sprache allein der Information, einer auf den Punkt kommenden Kommunikation, dienlich sein soll, ist Gedankengut, welches sich erst mit der Industrialisierung allmählig etablierte. Jaha, das klingt erst einmal weit hergeholt, aber lese weiter - es lohnt sich!
Dein Vergleich mit Goethe ehrt mich natürlich, aber ich hielte es für vermessen, diesen passend zu finden, wenngleich Goethe aber eines gewiss auszeichnete: Er konnte wunderschön schreiben. Gerade die Kiddoz von heute brüskieren sich allzu gern über ihn, da seine Bücher, in heutiger Sprache gehalten, nur halb so lang zu sein bräuchten - aber woran liegt das?

Am Kapitalismus. Jaha, jetzt wird es abstrus, diese Wirtschaftsform miteinzubringen, könnte man meinen, aber die Parallelen des geschichtlichen Wandels vom Feudalismus zum Kapitalismus und denen der ausschweifenden Sprache zur verarmten heutigen sind teils gewaltig.
Worauf fußt der Kapitalismus? Auf Effizienz, auf Sparsamkeit mit maximalen Gewinn. Um in der kapitalistischen Welt Gehör zu erhalten, konnte man es sich schlicht nicht mehr erlauben, zu trödeln. Und um schneller zu werden, sparte man, wie so oft, am falschen Ende. Dieses Mal sollte es das kulturelle Erbe unserer Sprache sein.

Während man früher fragte, ob du mir dieses und jenes nicht mal ganz umständlich erklären könntest, so frage, nein, verlange ich heute gar von dir, mir das wichtigste kurz und bündig auf den Punkt gebracht zu erläutern. Dass diese Kürzung der Sprache jedoch auch eine Verarmung selbiger bedeutete, wurde erst zu spät deutlich - und dann war es eben bereits etabliert, so zu reden.

Liest 08/15 Hans heute den jungen Werther, so wird er jenes Werk entnervt zur Seite werfen, nachdem er kaum drei Seiten davon las. Warum? Weil die Sprache im Buch und die Sprache in seiner Zeit kaum noch dieselbe ist. Zu Werthers Zeiten waren ausformulierte Satzgefüge süßester Eloquenz üblich - welche bei Hans lediglich Kopfschmerzen verursachen denn Begeisterung für diese Worte. Er ist bereits so sehr umnachtet von dieser unseren verarmten Sprache, dass es ihm gar nicht mehr möglich ist, in diesen komplexen Wortgefügen jener Zeit zu denken - und dieser Wandel stimmt mich zunehmend traurig.

In meinem Bestreben zur Förderung der schönen Sprache sehe ich daher auch keinen Anlass zur Kritik, sondern viel mehr einen möglichen Hauch von Inspiration für andere. Diesen kann man annehmen oder auch nicht, mir liegt es natürlich fern, anderen meine Diktion aufzuzwingen.


Möglicherweise sind meine Begründungen hier nicht ganz nachvollziehbar. Es ist lange her, dass ich diesen Vergleich hörte und erinnere mich selber kaum noch an die Erörterungen dafür - zudem bin ich derzeit auf Kaffeeentzug. Habe daher bitte etwas Verständnis, zögere aber auch nicht mit Fragen. Du scheinst mir für ein derartiges Gespräch äußerst geeignet! :dhoch:
 
Ich kotze gleich auf meinen Monitor wenn ich den Scheiß in Quote lesen muss. Bitte, vermeidet es Nero zu quoten.
 
@ Nero

Ich schreib mal so, dass du mich auch verstehst.

Mich dünkt, du bist einer Offensichtlichkeit aufgesessen. Die reine Reduzierung der Sprache auf das simple alltägliche Gedankengut des Kapitalismus ist ein Fehler. Diese derart materialistische Struktur wird dich, so schwer es mir auch fällt zuzugeben, nicht voranschreiten lassen zu deinem Läuterungsberg des Wissens. Nun, du wirst mir sicher zugestehen, dass die menschliche Existenz, so kümmerlich sie auch erscheinen mag, mehr kennt als den effizienten Konsum. Freundschaft, Zusammenhalt und Selbstzufriedenheit erklären sich nicht allein durch den Besitz eines Porsches im eigenen Garagentempel. Nicht zu vergessen die Liebe ( wobei sie nur treffend beschrieben werden kann, wenn man sagt, dass man sich mag obwohl man sich kennt) ist hier ein Signalphänomen.

So verhält es sich auch mit der Sprache. Die Verärmlichung ist darauf zurück zu führen, dass alles andere im Alltag nicht nutzt. Selbst Goethe wird nicht immer den feinsten sprachlichen Vollzug praktiziert haben, sondern nur in angemessenen Kontexten. Das sei, und hier ist der Witz meiner unwürdigen Ausführung, aber vom Gesellschaftssystem unabhängig. Bedeutung entsteht durch Verwendung, wie der große Wittgenstein uns lehrt und das kann hier übertragen werden in: Erkenne den Kontext und wähle deine Sprache.
 
Nero schrieb:

Du scheinst mich nicht zu verstehen. Mein Vergleich mit Goethe ist nicht vermessen. Anmaßend ist es vielleicht, dass du dich geehrt fühlst. Ich stelle euch lediglich gegenüber.
Goethe schweift eben nicht aus. Jeder Satz sitzt, jedes Wort fügt sich als Teil eines Ganzen. Seine Dekoration setzt Akzente. Er dient keiner übergeordneten Ästhetik, sondern einer Ästhetik der Sprache, die mehr als Schönheit übermittelt.
Er findet treffende Symbole, Vergleiche, Metaphern; seine Laute, Alliterationen, Assonanzen betonen Aussagen, zeichnen Bilder, kreieren Atmosphäre.
Keinen Moment lässt er sich treiben, - er hält das Steuer fest in seinen Händen, weiß genau, wo er hin und was er erreichen will.
Es ist die sinngebende Schönheit oder besser: die Schönheit des Sinns, die uns so fasziniert. Wenn du einen Faust oder - dir zuliebe - Werther liest, dann bist du entzückt von seinem Ausdruck noch bevor du den Goethe gelesen hast, der sich dir öffnet.
Denn ohne, dass du es merkst, - wenn Werther von seinen Gräschen und Mückchen erzählt, wenn er dir wie ein naives, sorgenloses Kind vom Treiben im Dorf, von Kindern und Handwerkern berichtet und du dich an all diesen schönen Belanglosigkeiten erfreust, hält Goethe dich fest in der Hand.
Er weiß, wie er dich in seine Welt entführt, dich bestimmte Dinge sehen lässt, dich letztendlich packt und zu einer Meinung, einer Kritik verführt.
Das ist jene Schönheit der Sprache, diese Präzision, diese scheinbare Leichtigkeit, außen zuckersüß, im Inneren aber unnatürlich komplex, konstruiert ist.

Du bist aber nur ein Spieler, ein Virtuose, deine Metaphern zielen ins Leere. Industrie, Kapitalismus, Effizienz zerstören unsere Sprache? Lies Thomas Mann, eine kurze Novelle und du siehst wie schön Effizienz ist. Diese Ästhetik braucht keine Verzierungen.
In der Kürze eines 'Mario und der Zauberer' befindet sich so viel. Erst in dieser Komprimiertheit entfaltet sich Schönheit. Kein Wort lässt sich ersetzen, entfernen oder hinzufügen. Es steckt zu viel Bedeutung in jedem Namen, in jedem Klang, jeder Konstruktion.
Du wirst dich allein im Zauberer wiederfinden, in seinen Blendungen und Wirrungen. Was bleibt ist eine leere Hülle, eine vergängliche Schönheit, die keinen Künstler prägt oder auszeichnet.
Deine Schönheit verwischt die Aussage, deine Kommunikation versagt in ihrer Form und was bleibt, ist eine vermeintliche Ästhetik, die keinen Boden, kein Fundament hat - und sofort zerfällt, wenn sie auch bleiben soll.
 
Dow Jones schrieb:
@ Nero

Ich schreib mal so, dass du mich auch verstehst.

Mich dünkt, du bist einer Offensichtlichkeit aufgesessen. Die reine Reduzierung der Sprache auf das simple alltägliche Gedankengut des Kapitalismus ist ein Fehler. Diese derart materialistische Struktur wird dich, so schwer es mir auch fällt zuzugeben, nicht voranschreiten lassen zu deinem Läuterungsberg des Wissens. Nun, du wirst mir sicher zugestehen, dass die menschliche Existenz, so kümmerlich sie auch erscheinen mag, mehr kennt als den effizienten Konsum. Freundschaft, Zusammenhalt und Selbstzufriedenheit erklären sich nicht allein durch den Besitz eines Porsches im eigenen Garagentempel. Nicht zu vergessen die Liebe ( wobei sie nur treffend beschrieben werden kann, wenn man sagt, dass man sich mag obwohl man sich kennt) ist hier ein Signalphänomen.

So verhält es sich auch mit der Sprache. Die Verärmlichung ist darauf zurück zu führen, dass alles andere im Alltag nicht nutzt. Selbst Goethe wird nicht immer den feinsten sprachlichen Vollzug praktiziert haben, sondern nur in angemessenen Kontexten. Das sei, und hier ist der Witz meiner unwürdigen Ausführung, aber vom Gesellschaftssystem unabhängig. Bedeutung entsteht durch Verwendung, wie der große Wittgenstein uns lehrt und das kann hier übertragen werden in: Erkenne den Kontext und wähle deine Sprache.

Gerade darin sehe ich ja die Qualität. Bei Nero's Beiträgen kann ich mich genüsslich zurücklehnen und mich wie bei einem frisch bereiteten Espresso auf eine genüssliche Minute einstellen - eine Minute des orthografisch und grammatikalisch korrekten und wortgewandten Schreibstils. Eine immerzu willkommene Abwechslung zum sonst - sorry - monotonen Einheitsbrei.

Crazy wurde vorgeworfen, er "haue nur auf die Tasten" und man könne keine anständige Diskussion mit ihm führen. Dass jetzt ähnliche Argumente gegen Nero vorgebracht werden, finde ich schon etwas fehl am Platz :nein: ...

Evin schrieb:
Ich kotze gleich auf meinen Monitor wenn ich den Scheiß in Quote lesen muss. Bitte, vermeidet es Nero zu quoten.
:roll:
 
@ Keymaker

Ich finde es ja auch höchst amüsant, so ist es nicht. Lieber Nero als crazy, da gibt es für mich gar keine Diskussion. Dennoch kann ich es nur amüsant finden, weil ich es nicht so ernst nehme. Ich meine auch zu behaupten, dass ich mich änlich hätte ausdrücken können wie Herr Nero, denn dazu gehört nicht viel. Das soll seine Leistung nicht schmälern und er darf sich auch aufgefordert fühlen weiter zu machen.

Ich verstehe aber die Kritik wenn man sagt, außer ( schönen ) Spesen nichts gewesen. Das ist aber Kritk auf hohem Niveau. Diskussionen und Verständlichkeit ist bei Nero 1a...mit Sternchen. Manchmal trifft aber Prinnys Kritik den Nagel irgendwo doch.
 
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