Edit: Ich pack es mal trotz eigenem Thread in Spoiler, bevor einer versehentlich auf den falschen Thread klickt.
So. Nach reifer Überlegung habe ich mir die Spoiler zu Last of Us II gegeben und versucht, den Hass hierzu zu verstehen. Und um es kurz zu machen, ich habe meine Bestellung storniert. Zunächst. Ich möchte nicht ausschließen, dass ich es später nachhole, aber wenn die Leaks stimmen -und das sei betont, ich beziehe mich ausschließlich auf Leaks, Forumthreads, Reddit und Gerüchte - muss ich dieses Desaster tatsächlich nicht selbst erleben, zumal das Gameplay ehrlicherweise nie so wirklich die Stärke des Games war.
Die relevantesten Storylemente verlaufen so. In The Last of Us II spielen wir wohl nicht nur Ellie, sondern -ggf. für die Hälfte des Spiels - Abby. Abby ist die Tochter eines der Wissenschaftler/Ärzte aus dem ersten Teil, den Joel getötet hat. Abbys Ziel ist es, Rache an Joel und Ellie zu nehmen, was sie laut Leaks auch schafft. Sie tötet Joel auf brutale Weise und scheint Ellie zumindest derart zu verletzen, dass eine Heilung insbesondere in dem Setting kaum zu denken ist.
Ein Teil der Aufregung dreht sich um die Sexualität der Beteiligten. Ellie ist bekanntermaßen lesbisch, meiner Erinnerung erstmalig angedeutet im DLC zum ersten Teil, Abby ist transgender. Die Diskussion möchte ich hier eigentlich nicht führen (aber wer das möchte, mag es freilich tun). Generell bin ich der Meinung, dass Geschlecht und Sexualität bzw. sexuelle Orientierung nur eine geringe Rolle spielen sollten. Zu viel Fokus hierauf lenkt imo nur von der eigentlichen Story ab und wenn diese Thematik die eigentliche Story ist, dann ... naja, lasst den Scheiß bitte aus meinem Zombie-Stealth-Shooter, ok? Und auch die ganzen Crunchhintergründe möchte ich hier nicht vertiefen, dafür fehlen mir schlichtweg jegliche journalistischen Fähigkeiten. Hier geht es mir rein um die Handlung des Spiels.
Das größere Problem ist einfach der Wechsel des Charakters. Dass Joel stirbt, dürften jedem klar gewesen sein. Hier dürfte es sich kaum um einen Spoiler handeln. Genauso gut hätten sie das Teil "The Last of Us II: Joel dies" nennen können. Ellies Ableben ist in so einem Titel immer möglich. Weder das erste noch das zweite wäre ein Problem. Jeder wusste, dass Arthur Morgan Red Dead Redemption 2 nicht überleben würde und dennoch war sein Carakterbogen befriedigend... bis auf die Tatsache, dass es derselbe war wie von John Marston, aber hey, die Spiele haben die Worte Dead und Redemption im Titel. Kann man so viel hat nicht draus machen.
The Last of Us war aber einer dieser, wenn nicht der, Eltern-Kind Titel schlechthin, ein Spiel in einem Zeitraum, in dem die Entwickler ihre Beschützerinstikte entdeckt haben. Ellie wurde für Joel letztlich zur Ersatztochter und da der Spieler Joel steuerte und das Beschützten Ellies so zu seiner Aufgabe wurde auch zur Ersatztochter des Spielers. Genau hierfür wurde das Spiel jahrelang über den Klee gelobt. Sicherlich nicht für das Gunplay oder die rudimentären Schleichpassagen. Auch das Ende war einprägsam wie nur wenige. Joels selbstsüchtige Entscheidung für Ellie und gegen den Rest der Menschheit, seine eiskalte Lüge gegenüber Ellie, Ellies Entscheidung, diese zu glauben... niemand hat je Joel als unfehlbaren Helden angesehen. Genau das aber war es, was das Spiel ausgemacht hat. Es bedarf keiner zweiten Perspektive, um das klar zu stellen. Jeder weiß, dass Joel kein Held war. Wie hättet ihr entschieden? Hey, das Thema ist aktueller als je zuvor.
Würdet ihr eure Kinder opfern, wenn es dafür morgen den Corona-Impfstoff für alle gäbe? Ich lass die Frage mal so stehen.
Mit anderen Worten, uns jetzt zu zwingen, mit einem anderen Charakter -scheißegal ob homo, hetero, bi, trans, ... diverses- gegen Joel und vor allem Ellie zu kämpfen ist, als würde man uns zwingen, unser Kind zu töten. Und hey, wer jetzt sagt, das ist doch nur ein Spiel, dann ist das ein fairer Einwand, aber dann brauch ich weder Teil I noch Teil II spielen, dann gebt mir Unreal Tournament und schickt eure Autoren zurück nach Hollywood... wo sie dann Marvelreboots schreiben können.
Nun bin ich der erste, der einräumt, dass man als Künstler niemals auf die Fans hören sollte. Ginge es nach denen, wären die Meseeks in jeder neuen Folge von Rick and Morty aufgetaucht und wir hätten nie Picklerick bekommen, weil die Autoren sich nie kreativ neu entfaltet hätten. Wir brauchen Autoren und generell Künstler, die den Mut zu Neuen haben, die Mut haben, für ihr Werk einzustehen und ihre Message, ihre Kreativität und künstlerische Integrität ohne äußere Einflüsse umsetzen. Das Gegenteil davon, nämlich fast ausschließlich an kommerziellen Gesichtspunkten orientierte Werke, ja nicht Werke, sondern Produkte, sieht man alle paar Jahre im Kino, läuft unter dem Titel Star ... Conflicts oder so ähnlich. Ich guck den Scheiß nicht, keine Ahnung. Dort existiert keine künstlerische Integrität, dort wird nach einem Rezept das gekocht, das dem Großteil des Fans schmeckt, weil er es seit 30 Jahren isst.
Also Hut ab vor und mehr Macht für jeden Künstler, der gegen den Aufschrei des Veränderung hassenden Fanboys Änderungen und mutige Wendungen in seine Serie einbaut.
Allerdings habe ich Zweifel, ob das noch so gelten kann, wenn ich den Kern der Aussage meines ersten Werkes und damit meine Fans "betrüge". Mir erst eine Tochter schenken, diese im zweiten Teil aufwachsen zu sehen und mich dann gegen sie zu stellen ohne eigene Entscheidungsmöglichkeit ginge mir persönlich zu weit.
Das Alles basiert auf Spekulationen und Leaks. Womöglich stimmt nicht einmal die Hälfte oder es fehlt der Kontext, all dies bliebe abzuwarten. Vollkommen ausgedacht kann das alles allerdings auch nicht sein. Mir reicht es jedenfalls, um erstmal skeptisch abzuwarten und Bewertungen derjenigen zu hören/lesen, die die gesamte Story erlebt haben.
Die relevantesten Storylemente verlaufen so. In The Last of Us II spielen wir wohl nicht nur Ellie, sondern -ggf. für die Hälfte des Spiels - Abby. Abby ist die Tochter eines der Wissenschaftler/Ärzte aus dem ersten Teil, den Joel getötet hat. Abbys Ziel ist es, Rache an Joel und Ellie zu nehmen, was sie laut Leaks auch schafft. Sie tötet Joel auf brutale Weise und scheint Ellie zumindest derart zu verletzen, dass eine Heilung insbesondere in dem Setting kaum zu denken ist.
Ein Teil der Aufregung dreht sich um die Sexualität der Beteiligten. Ellie ist bekanntermaßen lesbisch, meiner Erinnerung erstmalig angedeutet im DLC zum ersten Teil, Abby ist transgender. Die Diskussion möchte ich hier eigentlich nicht führen (aber wer das möchte, mag es freilich tun). Generell bin ich der Meinung, dass Geschlecht und Sexualität bzw. sexuelle Orientierung nur eine geringe Rolle spielen sollten. Zu viel Fokus hierauf lenkt imo nur von der eigentlichen Story ab und wenn diese Thematik die eigentliche Story ist, dann ... naja, lasst den Scheiß bitte aus meinem Zombie-Stealth-Shooter, ok? Und auch die ganzen Crunchhintergründe möchte ich hier nicht vertiefen, dafür fehlen mir schlichtweg jegliche journalistischen Fähigkeiten. Hier geht es mir rein um die Handlung des Spiels.
Das größere Problem ist einfach der Wechsel des Charakters. Dass Joel stirbt, dürften jedem klar gewesen sein. Hier dürfte es sich kaum um einen Spoiler handeln. Genauso gut hätten sie das Teil "The Last of Us II: Joel dies" nennen können. Ellies Ableben ist in so einem Titel immer möglich. Weder das erste noch das zweite wäre ein Problem. Jeder wusste, dass Arthur Morgan Red Dead Redemption 2 nicht überleben würde und dennoch war sein Carakterbogen befriedigend... bis auf die Tatsache, dass es derselbe war wie von John Marston, aber hey, die Spiele haben die Worte Dead und Redemption im Titel. Kann man so viel hat nicht draus machen.
The Last of Us war aber einer dieser, wenn nicht der, Eltern-Kind Titel schlechthin, ein Spiel in einem Zeitraum, in dem die Entwickler ihre Beschützerinstikte entdeckt haben. Ellie wurde für Joel letztlich zur Ersatztochter und da der Spieler Joel steuerte und das Beschützten Ellies so zu seiner Aufgabe wurde auch zur Ersatztochter des Spielers. Genau hierfür wurde das Spiel jahrelang über den Klee gelobt. Sicherlich nicht für das Gunplay oder die rudimentären Schleichpassagen. Auch das Ende war einprägsam wie nur wenige. Joels selbstsüchtige Entscheidung für Ellie und gegen den Rest der Menschheit, seine eiskalte Lüge gegenüber Ellie, Ellies Entscheidung, diese zu glauben... niemand hat je Joel als unfehlbaren Helden angesehen. Genau das aber war es, was das Spiel ausgemacht hat. Es bedarf keiner zweiten Perspektive, um das klar zu stellen. Jeder weiß, dass Joel kein Held war. Wie hättet ihr entschieden? Hey, das Thema ist aktueller als je zuvor.
Würdet ihr eure Kinder opfern, wenn es dafür morgen den Corona-Impfstoff für alle gäbe? Ich lass die Frage mal so stehen.
Mit anderen Worten, uns jetzt zu zwingen, mit einem anderen Charakter -scheißegal ob homo, hetero, bi, trans, ... diverses- gegen Joel und vor allem Ellie zu kämpfen ist, als würde man uns zwingen, unser Kind zu töten. Und hey, wer jetzt sagt, das ist doch nur ein Spiel, dann ist das ein fairer Einwand, aber dann brauch ich weder Teil I noch Teil II spielen, dann gebt mir Unreal Tournament und schickt eure Autoren zurück nach Hollywood... wo sie dann Marvelreboots schreiben können.
Nun bin ich der erste, der einräumt, dass man als Künstler niemals auf die Fans hören sollte. Ginge es nach denen, wären die Meseeks in jeder neuen Folge von Rick and Morty aufgetaucht und wir hätten nie Picklerick bekommen, weil die Autoren sich nie kreativ neu entfaltet hätten. Wir brauchen Autoren und generell Künstler, die den Mut zu Neuen haben, die Mut haben, für ihr Werk einzustehen und ihre Message, ihre Kreativität und künstlerische Integrität ohne äußere Einflüsse umsetzen. Das Gegenteil davon, nämlich fast ausschließlich an kommerziellen Gesichtspunkten orientierte Werke, ja nicht Werke, sondern Produkte, sieht man alle paar Jahre im Kino, läuft unter dem Titel Star ... Conflicts oder so ähnlich. Ich guck den Scheiß nicht, keine Ahnung. Dort existiert keine künstlerische Integrität, dort wird nach einem Rezept das gekocht, das dem Großteil des Fans schmeckt, weil er es seit 30 Jahren isst.
Also Hut ab vor und mehr Macht für jeden Künstler, der gegen den Aufschrei des Veränderung hassenden Fanboys Änderungen und mutige Wendungen in seine Serie einbaut.
Allerdings habe ich Zweifel, ob das noch so gelten kann, wenn ich den Kern der Aussage meines ersten Werkes und damit meine Fans "betrüge". Mir erst eine Tochter schenken, diese im zweiten Teil aufwachsen zu sehen und mich dann gegen sie zu stellen ohne eigene Entscheidungsmöglichkeit ginge mir persönlich zu weit.
Das Alles basiert auf Spekulationen und Leaks. Womöglich stimmt nicht einmal die Hälfte oder es fehlt der Kontext, all dies bliebe abzuwarten. Vollkommen ausgedacht kann das alles allerdings auch nicht sein. Mir reicht es jedenfalls, um erstmal skeptisch abzuwarten und Bewertungen derjenigen zu hören/lesen, die die gesamte Story erlebt haben.
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