Was ist denn der grosse Vorteil einer Blockchain?
Dass meine Hausbank eine Art Mittelsmann für Geldtransaktionen ist, ist zwar wahr. Aber wo ist das Problem dabei? Transaktionen gehen relativ schnell, werden quasi weltweit durchgeführt, ich habe eine Art Sicherheit bei der Bank, es fallen kaum Gebühren an, mein Geld ist morgen im Prinzip genauso viel oder wenig Wert wie heute.
Eine VISA ist ein anerkanntes Zahlungsmittel fast überall auf der Welt. Mit PayPal kann ich fast überall im Internet bezahlen.
Ich erkenne die Revolution der Blockchain nicht. Und ja, das meine ich auch so. Mich würde interessieren, wie das ein über Jahrzente hinweg aufgebautes System ablösen könnte. Warum sollte?
Mal abgesehen davon habe ich ein massives Problem mit dem Stromverbrauch der Systeme. Und wir reden heute noch über eine geringe Menge an Menschen. Was, wenn das mal ein flächendeckendes System ist?
Ich sehe das Argument hinter dem Argument, dass der Mittelsmann fällt, auch nicht so recht. Das Bankensystem ist bewährt, stabil (und damit das Gegenteil der Kryptos...), niemand wird um sein Erspartes gebracht. Wo soll es für einen normalen Bürger das schlagende Argument geben, sich hiervon abzuwenden?
Dazu: Der Wegfall einer zentralen Geldpolitik und Steuerungsmöglichkeit muss nicht unbedingt gut sein. Eine Zentralbank kann durch kluges Handeln ganze Volkswirtschaften stabilisieren.
Die Blockchain als Währungsmechanismus ist hingegen analog dem puren Kapitalismus rein durch Angebot und Nachfrage des gesamten Marktes bestimmt. Kein zentraler Player kann hier analog einer Zentralbank gegensteuern, falls etwas in die Binsen geht.
Aber das größte Argument gegen eine Ablöse der traditionellen Währungen ist und bleibt: Staaten haben das Währungsmonopol und die Legislative inne. Sollte das zentrale Währungsmonopol wirklich irgendwann in Gefahr sein, hat der Staat jegliches Recht und viele Mittel, Kryptowährungen zu verbieten oder zu besteuern, und somit immer die Verbindung zum staatlichen Währungssystem schaffen.
Und das wird er auch tun. Ansonsten ist eben die Funktion des Staates an sich in Gefahr. Denn ohne staatliche Währung inkl. Kontrollmöglichkeiten auch keine sinnvoll eintreibbaren Steuern und Abgaben.
Daher: so vielversprechend die Perspektiven der Blockchain sind, ich gehe davon aus, dass es hier eine ganz große Diskrepanz zwischen Theorie und kommender Realität geben wird.
Nein, eben nicht. Das sind theoretische Gründe. In der Praxis wird niemand Bedenken haben, dass seine Bank bescheißt oder fälscht.
Im Gegenteil. Banken (Investmentbanken ausgenommen) genießen hohes Vertrauen bei so ziemlich der gesamten Bevölkerung.
Sparkassen gelten als Inbegriff der bräsigen, langweiligen Sicherheit.
Und der Punkt mit "kein Mittelsmann, der Geld verdienen will" ist auch irgendwie seltsam, wenn man sich die (marktgesteuerten und damit kapitalistisch geprägten) Transaktionsgebühren bei Kryptos anschaut. Bei hohen Transaktionsaufkommen latzt man da auch mal über 100 € Transaktionsgebühr, wenn man auch nur annähernd zeitnah die Überweisung haben will.
Das sind Mechanismen, die Kryptos momentan abstrus für alles außer spekulative Investments machen.
Ich behandle die beiden Postings mal gesammelt, da sie eine ähnliche Fragestellung behandeln.
Bitte nicht den Fehler machen und nur von "uns" in Deutschland & Österreich ausgehen. Frag mal die Griechen wie geil sie es gefunden haben, als sie plötzlich pro Tag nur noch 50€ vom Konto abheben durften und sogar eine Zwangsenteignung der Sparer im Raum stand. Oder die Leute in Venezuela deren Währung unter Hyperinflation leidet. Oder Millionen von asiatischen Wanderarbeitern die keinen Zugang zu einem traditionellen Bankkonto haben.
Und Kryptowährungen sind noch weit weg von der Massentauglichkeit. Natürlich gibt es noch extrem viel zu tun und sollte deswegen vom Status Quo erwarten der finale Endzustand für Milliarden von Nutzern zu sein. So sind zB 100€ Transaktionsgebühren ein Schauermärchen.
Auch der vielzitierte Stromverbrauch ist in Relation zu sehen. Denn zB Bitcoin ist es relativ egal ob du 100 oder 100.000.000 Millionen Transaktionen in die Blocks packst. (ja, dazu muss das umstrittene Thema der Skalierung gelöst werden

)
Ich seh halt für den Lebensalltag ausser der Währung wenig Einsatzgebiete. Zumindest nach kurzem Durchlesen im Internet. Dezentralisierung von Daten, Verschlüsselung von sensiblen Daten, was aber aufgrund von Aufwand und Kosten zumindest jetzt nur für wenige Einsätze geeignet wäre (Militär wurde genannt).
Ich sehe schon, wofür sowas gut sein könnte, mir fehlt aber die nötige Phantasie, wie das den Alltag von uns allen verändern könnte. Denn erst dann ist es eine Revolution. Deswegen wäre ich einfach für ein paar mögliche Einsatzgebiete dankbar.
So "sicher" eine Blockchain im übrigen auch sein mag, die Wallet scheint zumindest bei den Krypto-Währungen die grosse Unbekannte zu sein.
Es gibt da schon extrem viele Gebiete, für die sich auch so ziemlich jeder Staat in Europa interessiert. Ich glaube da gibt es kein Land das nicht an der Blockchain-Techologie forscht.
Langweilige Themen wie personenbezogene Daten, Krankenakten, Grundbuch, ... sind Sachen jedem Staat Unmengen an Geld und Platz kosten. Solche Sachen könnte man zB in eine Blockchain auslagern. Oder transparente, fälschungssichere Lieferketten. Großes Thema und weltweit ein Multi-Milliarden-Markt.
Nur nochmal möglichst einfach erklärt was denn nun eine Blockchain ist, am Beispiel von Bitcoin.
Es gibt eine unendliche Anzahl von Kisten, die mit einem kryptographischen Schloss/Rätsel gesichert ist. An diesem Rätsel rechnen 100.000de Rechner gleichzeitig. Wird dieses Rätsel geknackt, öffnet der Finder die Kiste und findet darin eventuell als Belohnung ein paar Bitcoins. Wenn ja, gehören sie ihm. Zusätzlich kann der den Block mit einer gewissen Menge an Daten befüllen. Im Falle von Bitcoin sind das die einzelnen Transaktionen. Je nachdem wie groß die Transaktion ist zahlst du pro Byte eine gewisse Summe. Diese Transaktionsgebühren gehören dem Rätselknacker ebenfalls.
Jeder der vorhin erwähnten 100.000den Teilnehmer hat den Letztstand der gesamten Blockchain auf seinem Rechner. Der zuletzt gefundene Block wird verschlüsselt und in die Blockchain integriert und alle anderen synchronisieren wieder auf den Letztstand.
Dann geht das Spiel von neuem los. Und diese Dezentralisierung macht die Blockchain auch so sicher. Denn Blödsinn/die Blöcke nachträglich verändern kannst du nur, wenn DU die Mehrheit der User dazu bringst, deine "feindliche" Version als die echte zu akzeptieren. Man muss also 100.000de unabhängige Rechner gleichzeitig hacken und die fehlerhafte Version der Blockchain dort platzieren...
Die Stärke der Blockchain wird also von der Anzahl der dezentralen User und den monetären Einzelinteressen bestimmt. Und das gibt zB auch Bitcoin einen Wert über das bloße Sein einer Währung hinaus. Denn in die Blöcke kann man ja nicht nur die Transaktionsdaten füllen, sondern jede Art von Daten...
nochmal: ich mag es schon nicht, viel bargeld in der brieftasche herumzuführen.
dann mag ich es schon garnicht, geld auf einem medium zu transportieren, welches von jetzt auf gleich ohne vorzeichen abrauchen kann.
wozu brauche ich dann einen solchen stick?
Vereinfacht gesagt besitzt du einen Zahlenschlüssel, der deine Adresse/Identität in der Blockchain beweist.
Verlierst du den, hast du Pech gehabt.
Stielt ihn dir jemand, hast du Pech gehabt.
Und dazu gibt es eben "China-USB-Sticks", die dich zB vor Hackern schützen. Geht der kaputt, ist das egal. Denn du hast nach wie vor deinen Zahlenschlüssel.
Und das ist sicher noch eine DER Herausforderungen. Denn damit hat man entsprechende Eigenverantwortung...
Mal ganz dumm gefragt, aber hat sich schon mal irgendwer darüber Gedanken gemacht, wie die Rechenkapazitäten (und Strom) später mal aufgebracht werden sollen, wenn sich Krypto-Währungen wirklich als allgemeines Zahlungsmittel durchsetzen sollten?
Siehe oben, ob du 100 oder 100.000.000.000 Nutzer hast. Der Aufwand für das knacken der Rätsel bleibt in der Theorie gleich.
Die Praxis sieht anders aus, aber es ist nicht so wie du es dir wahrscheinlich vorstellst. Wenn sich die Nutzer verdoppeln steigt der Verbrauch nicht linear an.
