Deutsche Massenmedien Berichten wieterhin positiv über Kinect:
Jetzt setzt auch Microsoft auf das große Zappeln
Zappeln Sie auch so gern wie ich? Keine Angst, ich leide nicht unter epileptischen Anfällen. Ich spiele nur gern mit Nintendos Wii. Die wurde weltweit mehr als 75 Millionen Mal verkauft.
Das sind fast doppelt so viele Spielkonsolen, wie Microsoft und Sony in einem ähnlichen Zeitraum zusammen an den Mann gebracht haben. Und das, obwohl Xbox 360 und PlayStation 3 doch viel bessere Grafik liefern als die Nintendo-Konsole.
Der Grund für deren Erfolg heißt Wiimote. Das ist ein kleiner Controller, der einer Fernbedienung zum Verwechseln ähnlich sieht und die Bewegungen des Spielers in Steuersignale übersetzt. Wenn man ihn schwingt, kann man damit bowlen oder Tennis spielen.
Springt man mit der Wiimote auf und ab, bringt man Spielfiguren zum Laufen, und wenn man die Fernbedienung zur Seite kippt, ersetzt sie im Rennspiel sogar ein Lenkrad. Doch egal, wie sie eingesetzt wird – sie war der Publikumsrenner der letzten beiden Weihnachtsgeschäfte. Dieses Jahr sollte damit Schluss sein, haben Microsoft und Sony beschlossen.
Sonys Antwort auf die Wiimote ist ein ziemlich schamloser Nachbau: Unter dem Namen Move ist das Gerät seit einigen Wochen im Handel – mit durchwachsenen Ergebnissen: Die angebotenen Games sind wenig überzeugend. Außerdem kosten Starterpack und Spiel zusammen rund 140 Euro (jeder weitere Controller noch mal 65 Euro) – Nintendos Wii (mit Spiel) gibt’s ab 190 Euro.
Microsofts Antwort auf die Wii kommt am Mittwoch in den Handel, heißt Kinect und ist eine echte technische Revolution. In dem kleinen Kinect-Kästchen, das an die Xbox 360 gesteckt wird und am besten unter oder auf dem Fernseher steht, stecken zwei Videokameras und ein Distanzsensor. Die erfassen den Spieler ganz ohne Controller und übertragen seine Bewegungen ins Spiel. Was sich nach Science-Fiction anhört, funktioniert in der Praxis reibungslos.
Kinect muss nicht eingemessen werden, braucht keinen speziellen Hintergrund – es klappt beim ersten Versuch – arbeitet extrem präzise und kann nicht ausgetrickst werden. Konnte man beim Wii-Bowlen statt des ganzen Armes einfach nur das Handgelenk schwingen, gelingt der Strike bei „Kinect Sports“ nur, wenn man Arme, Beine und Körper perfekt bewegt. Neben der eindrucksvollen Technik von Kinect stimmt auch das Spiele-Angebot. Microsoft hat praktisch alle erfolgreichen Titel der Wii kopieren lassen: Kinect Adventures (wird mitgeliefert) ist eine lustige Mini-Game-Sammlung, die mich irgendwie an „Wii Play“ erinnert.
Kinect Sports (43 Euro) ist eine Sammlung von sechs kleinen Sportspielen (Fußball, Tischtennis, Volleyball, Leichtathletik, Bowling und Boxen) und mit „Joy Ride“ (43 Euro) gibt es ein spaßiges Rennspiel.
Besonders beeindruckend ist Kinect aber immer dann, wenn es nicht die Wii kopiert, sondern bei aufwendigeren Spielen seine Stärken zeigt:
Your Shape: Fitness Evolved (46 Euro) misst ständig, ob Gelenke im richtigen Winkel gebeugt und die Übungen richtig gemacht werden.
Bei Fighters Uncaged (46 Euro), ein Thai-Box-Spiel, müssen Schläge und Tritte schweißtreibend schnell und hart geführt werden und bei „Dance Central“ (43 Euro) bewertet das Programm die Präzision von Tanzschritten.
Kinectimals (43 Euro) ist derzeit mein absolutes Lieblingsspiel: Hier darf man hautnah mit Raubkätzchen spielen. Ein wunderbares Vergnügen!
Die einzige Schwäche des Microsoft-Wunderwerks ist momentan noch der Mehrspieler-Modus: Kinect kann höchstens zwei Personen gleichzeitig komplett erfassen. Zwar gibt es auch Games, bei denen bis zu vier Spieler kinecten können – da wird dann aber jeweils nur ein Teil des Körpers zur Steuerung benötigt.
Bleibt am Ende die Frage: Ist Kinect die 150 Euro wert, die das Gerät allein bzw. die 300 Euro, die Kinect zusammen mit einer Xbox 360 kostet? Ich finde: ja! Die Erfahrung, ein Videospiel direkt mit seinen Bewegungen zu steuern, ist einfach sensationell.
http://www.bild.de/BILD/digital/bams/2010/11/07/tech-freak-martin-eisenlauer/testet-microsoft-kinect-fuer-xbox.html