Im großen und ganzen muss ich sagen das mir der Film zwei Eindrücke hinterlassen hat, vor der Pause gut, nach der Pause immer schlechter [die Pause war als Bond das Kasino in Macau verlässt]. Und insgesamt fand ich den Film nicht wirklich gelungen, mal ernsthaft, wer Ein Quantum Trost als "Keinen Bondfilm!" betitelt wie will dieser jemand dann allen ernstes den Showdown von Skyfall bezeichnen?
Zunächst mal die imo guten Dinge in Kurzform:
- Daniel Craig ist weiterhin ein toller Bond
- die Action war wieder sehr gut
- Musik im Film und Anspielungen auf frühere Filme sehr gut
- neuer Q deutlich besser als gedacht
- Witze und Oneliner funktionieren
- Bond ist nach seiner Auszeit wirklich nicht diensttauglich
Und jetzt die schlechten in Kurzform:
- zu lang
- Handlung abstrus überdreht mit einem Bösewicht der alles plant
- Antagonist
- Moneypenny
- Titelsequenz
- Bond/M/alter Kauz gegen eine halbe Armee
- Ende
Was kann ich für mich sagen? Die guten Dinge sind wirklich gut, u.a. das dieser Bond [anders als Brosnans Bond] nach seiner Auszeit wirklich Probleme damit hat wieder für den Dienst zu taugen, Brosnan dagegen war nach einer Rasur von vierzehn Monaten Gefangenschaft und Folter geheilt. Was den neuen Q anbelangt kann ich mich nur positiv äußern, ich hätte nicht gedacht das es jemals wieder einen funktionierenden Q in einem Bondfilm geben würde, aber hier ist er, in Skyfall. Zudem harmonieren die ganzen Sachen zwischen Bond und Q wieder. Mehr kann ich nicht wirklich über die guten Dinge sagen, dafür umso mehr über die in meinen Augen schlechten.
Erstmal ist er zu lang in meinen Augen, genauso wie es Casino Royale schon ist. Das ganze hätte man durchaus straffen können wie ich finde. Aber die richtigen Probleme kommen erst noch. Ganz oben: Die Handlung. Srsly? Ein Ex-Agent will Rache geht aber erstmal auf Tauchstation und scheint irgendwie viel Geld zu bekommen und klügelt einen extremen Plan aus in dem er wahrlich alles vorhersehen kann, will dann aber M trotzdem einfach nur in einer öffentlichen Anhörung erschießen? Wat? Bond schnappt sich dann M und fährt mit ihr nach Schottland, weil dort kann er sie ja alleine besser beschützen? Wat²? Bond, M und alter Kauz nehmen in Schottland den Kampf gegen eine halbe Armee auf? Wat³?
Sry aber was ist das? Ganz ehrlich, die Sache das M ihre Vergangenheit einholt hätte man viel besser mit Quantum in Verbindung bringen können, gerade wenn man bedenkt das Quantum ja auch Leute im MI6 hat. Stattdessen sowas abstruses, also bitte. Daneben finde ich den Antagonisten ansich nicht besonders interessant. Da war Sean Bean als 006 Alec Trevelyan und damit ehemaliger Agent wesentlich interessanter/besser in meinen Augen.
Der nächste Minuspunkt für mich ist Moneypenny, wie ich finde wird hier das Erbe von Lois Maxwell mit Füßen getreten. Srsly, Moneypenny macht am Anfang eine Verfolgungsjagd mit, schnappt sich dann ein übelstes Sturmgewehr, hilft Bond in Macau aber dann entscheidet sie sich zum Schreibtischdienst weil sie nicht für den Aussendienst geschaffen ist? Wat?
Und dann dieses Ende mit Moneypenny und dem neuen M. Nichts gegen einen neuen M, doch ich fühlte mich als wollen sie unbedingt sagen "Hier sind sie alle wieder so wie früher, vergesst das was wir noch bei "Casino Royale" und "Ein Quantum Trost" getan haben!" Okay das ist vieleicht zu viel aber ich finde dieses "Wir bauen jetzt alle Rollen wieder ein!"-Getue nicht wirklich passend für einen Craig-Bond. Je weiter der Film voranschritt nach der Pause desto mehr habe ich mich gewundert was ich mir da ansehe. Der ganze Showdown in Schottland fand ich übelst unpassend für einen Bondfilm, gerade für einen Craig-Bond.