Ganz interessanter Artikel in der Gazzetta von heute, hab es jetzt schnell amateurhaft übersetzt weil ich nicht so viel Zeit habe. Viel Spaß!
Ich weiß, dass ich das Risiko eingehe, schon wieder das Gras des Nachbarn zu bewundern, welches immer grüner ist als das unsere. Sie sind schön, gut und nett, wir hässlich, schmutzig und böse. Ich gehe das Risiko ein.
Aber habt ihr das Emirates Stadium gestern gesehen? Randvoll gefüllt mit 60 000 Personen für zwei Freundschaftsspiele zum Preis von 30 bis 50 € pro Karte. Wieviele Zuschauer hätten wir im San Siro gehabt, wenn Milan Celtic, Lyon und Arsenal zu Gast gehabt hätte? Aber es geht nicht so sehr um das "Wieviele" sondern eher darum, wie die Seelen des Emirates den Fußball genossen haben.
Das Stadion war fast komplett besetzt von Arsenal Fans, fast alle mit dem Trikot 2010/11, viele mit Chamakh als Aufdruck, der frische Star der gleich gegen Milan trifft. Jubel für den Francomarokkaner, für das neue Arsenal, aber auch für Pato der den Ball mit der Hacke stoppt und dessen Schuss die Latte streichelt. Und als Milan ausgleicht wird die Laola nicht abgewürgt, sondern wird weitergeführt, weil ein Tor immerhin ein Spektakel ist und in der Sommerpause tun verlorene Punkte nicht weh.
Aber die Kinder Beckhams zu sehen, die sich freudig umarmen, weil die Exmannschaft ihres Vaters getroffen hat, andere Familien zu sehen, die in der ersten Reihe darauf warten, den Ball zurückgeben zu können, der gerade ins Aus gegangen ist, ohne Stadiongräben und -mauern überwinden zu müssen, lässt uns nochmal in einer E.T. - Nostalgie schwelgen, mit dem ausgestreckten Finger: diese friedvolle Art den Fußball zu genießen muss das Ziel sein, die Rückkehr nach Hause.
Es ist besser, wenn wir uns noch einmal mehr daran errinern, in diesem glorreichen Sommer, in dem wir schon zwei Spiele abbrechen mussten wegen Prügeleien und eine Partie gar nicht erst angefangen hat, wegen der Angst vor Ultras [ Anmerkung: FREUNDSCHAFTSspiele] .
Es geht hier nicht nur um Ethik, es geht auch um Ergebnisse, denn wenn man sich daran gewöhnt, den Fußball für das Spektakel zu würdigen, strebt man auch die Qualität im Spiel an. Und mit der Qualität kommen auch die Ergebnisse ( Siege) .
Das neue Italien startet ausgerechnet in London, es wird das Italien von Balotelli sein, dem der Buhrufe und der "Hüpfer" . Gestern hat London für einen Francomarokkaner mit Hahnenkamm gefeiert.