Und hier ist das erste Review im Zuge des Inside Indie Projekts. Der Glückliche im Lostopf war @Türenmacher der sich an Ori and the blind Forest erfreuen durfte. Wenns euch gefallen hat und ihr auch gerne mitmachen wollt habt ihr die Chance auf Cuphead.
Ein denkbar einfaches Spielprinzip: man läuft von A nach B aus der seitlichen Perspektive. Zwischendurch springt man in Gruben oder verhaut ein paar Gegner. Angereichert wird das durch stetig wachsende Fähigkeiten, die im Laufe der Handlung unüberwindbare Stellen plötzlich passierbar machen. Manche nennen das Metroidvania, ein Begriff, den ich tatsächlich für die genaue Definition erst mal googeln musste. Ich nenne es schlicht Sidescroller, und Ori and the Blind Forest ist ein Vertreter dieses Genres. Es ist nicht mein erster Versuch dieser Art, immer wieder gab es auf der ehrwürdigen 360 unter der Arcade-Rubrik Titel, die mein Interesse geweckt haben. Doch Ori hätte ich ohne .hack’s großzügige Indie-Aktion wie so viele andere liegen lassen, bis es in Sales oder gleich auf Games for Gold verscherbelt worden wäre. Doch nach gut 15 Stunden Spielzeit wäre das dieser Designexplosion nicht gerecht geworden.
Sofort fällt der Stil ins Auge: farbenfroh, detailverliebt, knackscharf. Wenn sich ein Spiel für solch ein Design entscheidet, ist die Rohleistung der Plattform grundsätzlich nebensächlich. Als Fan von realistischen Szenarien wird man schlichtweg erschlagen ob der märchenhaften Stimmung, doch in Sidescrollern vermisse ich das Weltliche nicht. Wenn ich an Limbo, Max: The Curse of Brotherhood oder auch ein Mark of the Ninja denke, wird mir deutlich, dass zumindest Spiele abseits von AAA viel authentischer und individueller wirken, wenn sie sich bei der Gestaltung austoben dürfen. Und Ori setzt dem Ganzen die Krone auf: abwechslungsreiche Gebiete in allen erdenklichen Atmosphären und Elementen, tolle Effekte, dreidimensionale Details wie eine Eule, die im Sturzflug quer durch das Bild huscht und vielseitige Gegnertypen sowie fiese Fallen, die das Gesamtbild wie aus einem Guss wirken lassen. Vergleichen kann es ich als Indie-Muffel mit nur wenig, aber die Augenweide, die Ori von Anfang bis Ende harmonisch auf den Bildschirm zaubert, wirkt auf mich bislang konkurrenzlos schön. Der ohrwurmige Themesong und ein hervorragend eingeflechteter Soundtrack unterstreichen das virtuelle Bilderbuch musikalisch.
Diese Spiele leben wie oben angesprochen vom Reiz des Einfachem: schnell erlernbar, aber schwierig zu meistern. Eine Philosophie, die auch Ori folgt - und das konsequent. Wenn ich neben der Standardsteuerung den fast schon obligatorischen Doppelsprung nach einiger Zeit erhalte, ist noch alles im Rahmen. Doch dabei belässt es das Spiel nicht. Neun verschiedene Fähigkeiten erlernt die Spielfigur nach und nach, über einen seichten Skilltree kann man gewonnene Punkte in Ausweitung des Trefferradius und ähnliches investieren. Alles so aufgebaut, dass es vom eigentlichen Gameplay nicht ablenkt. Denn hier wird zelebriert, was „learning by doing“ wirklich bedeutet.
Man kann zwar jederzeit über einen Seelenpunkt speichern und sich die Lage somit selbstständig entschärfen, doch wehe, du hast sie für Spezialangriffe oder aus Zaghaftigkeit heraus bereits für harmlose Stellen verschwendet. Es fühlte sich über weite Teile so an, als würde das Spiel mit mir spielen, und nicht andersrum. Ich bekomme neue Impulse und - insofern ich gründlich alle Abzweigungen absuche - nach und nach immer mehr Speicher- und Lebenspunkte, doch was ich damit anstelle, liegt einzig und alleine an mir. Mit viel Übung den perfekten Flow zu finden, das macht den Spielspaß in Ori aus. Ich ging bedacht vor beim Einsatz der ziemlich kostbaren Safespots, suchte häufiger händeringend nach neuen Seelen- oder Lebensquellen und erhielt als Ausgleich für die Mühen einen großen Flash, wenn ich eine verzwickte Stelle dann doch gemeistert habe.
Man kann es Trial & Error nennen, aber in Ori ist es keine Unart, es gibt einem alles oder nichts – herausfordernd und durchdacht gestaltet, aber nicht frustig. Die meisten Tode an den anspruchsvollen Stellen gehen auf mein Grobmotorik-Konto, denn an der perfekt dosierbaren Steuerung und den nicht vorhandenen Ladezeiten liegt es ganz sicher nicht - Motivation war dadurch stets gegeben.
Über die Story, die über weite Strecken ohne Worte auskommt und wenn meist nur mit Stimmen aus dem Off angereichert wird, sage ich nichts. Ori schafft es, ohne viel Tamtam eine Beziehung zwischen den putzigen Figuren und mir rüberzubringen. Lasst es einfach auf euch wirken, erklären kann ich es nicht. Bereits die ersten Minuten machen das mehr als deutlich.
Am Ende bleibt ein Gefühl der Befriedigung. Das, was Ori and the Blind Forest sein möchte, schafft es mit Bravour. Trotz vieler kniffliger Szenen mit über 1000 Toden und zwischenzeitlichen Orientierungsproblemen, ist dieses Spiel idyllisch, es kommt mit ziemlich wenig Kampf aus und begeistert eher durch genial konstruierte Sprung- und Geschicklichkeitspassagen, als mit viel Action. Mir hat es ausgesprochen gut gefallen, und den Preis für den besten Sidescroller aus meiner Sicht erhält das Spiel mit Leichtigkeit.
Ein denkbar einfaches Spielprinzip: man läuft von A nach B aus der seitlichen Perspektive. Zwischendurch springt man in Gruben oder verhaut ein paar Gegner. Angereichert wird das durch stetig wachsende Fähigkeiten, die im Laufe der Handlung unüberwindbare Stellen plötzlich passierbar machen. Manche nennen das Metroidvania, ein Begriff, den ich tatsächlich für die genaue Definition erst mal googeln musste. Ich nenne es schlicht Sidescroller, und Ori and the Blind Forest ist ein Vertreter dieses Genres. Es ist nicht mein erster Versuch dieser Art, immer wieder gab es auf der ehrwürdigen 360 unter der Arcade-Rubrik Titel, die mein Interesse geweckt haben. Doch Ori hätte ich ohne .hack’s großzügige Indie-Aktion wie so viele andere liegen lassen, bis es in Sales oder gleich auf Games for Gold verscherbelt worden wäre. Doch nach gut 15 Stunden Spielzeit wäre das dieser Designexplosion nicht gerecht geworden.
Sofort fällt der Stil ins Auge: farbenfroh, detailverliebt, knackscharf. Wenn sich ein Spiel für solch ein Design entscheidet, ist die Rohleistung der Plattform grundsätzlich nebensächlich. Als Fan von realistischen Szenarien wird man schlichtweg erschlagen ob der märchenhaften Stimmung, doch in Sidescrollern vermisse ich das Weltliche nicht. Wenn ich an Limbo, Max: The Curse of Brotherhood oder auch ein Mark of the Ninja denke, wird mir deutlich, dass zumindest Spiele abseits von AAA viel authentischer und individueller wirken, wenn sie sich bei der Gestaltung austoben dürfen. Und Ori setzt dem Ganzen die Krone auf: abwechslungsreiche Gebiete in allen erdenklichen Atmosphären und Elementen, tolle Effekte, dreidimensionale Details wie eine Eule, die im Sturzflug quer durch das Bild huscht und vielseitige Gegnertypen sowie fiese Fallen, die das Gesamtbild wie aus einem Guss wirken lassen. Vergleichen kann es ich als Indie-Muffel mit nur wenig, aber die Augenweide, die Ori von Anfang bis Ende harmonisch auf den Bildschirm zaubert, wirkt auf mich bislang konkurrenzlos schön. Der ohrwurmige Themesong und ein hervorragend eingeflechteter Soundtrack unterstreichen das virtuelle Bilderbuch musikalisch.
Diese Spiele leben wie oben angesprochen vom Reiz des Einfachem: schnell erlernbar, aber schwierig zu meistern. Eine Philosophie, die auch Ori folgt - und das konsequent. Wenn ich neben der Standardsteuerung den fast schon obligatorischen Doppelsprung nach einiger Zeit erhalte, ist noch alles im Rahmen. Doch dabei belässt es das Spiel nicht. Neun verschiedene Fähigkeiten erlernt die Spielfigur nach und nach, über einen seichten Skilltree kann man gewonnene Punkte in Ausweitung des Trefferradius und ähnliches investieren. Alles so aufgebaut, dass es vom eigentlichen Gameplay nicht ablenkt. Denn hier wird zelebriert, was „learning by doing“ wirklich bedeutet.
Man kann zwar jederzeit über einen Seelenpunkt speichern und sich die Lage somit selbstständig entschärfen, doch wehe, du hast sie für Spezialangriffe oder aus Zaghaftigkeit heraus bereits für harmlose Stellen verschwendet. Es fühlte sich über weite Teile so an, als würde das Spiel mit mir spielen, und nicht andersrum. Ich bekomme neue Impulse und - insofern ich gründlich alle Abzweigungen absuche - nach und nach immer mehr Speicher- und Lebenspunkte, doch was ich damit anstelle, liegt einzig und alleine an mir. Mit viel Übung den perfekten Flow zu finden, das macht den Spielspaß in Ori aus. Ich ging bedacht vor beim Einsatz der ziemlich kostbaren Safespots, suchte häufiger händeringend nach neuen Seelen- oder Lebensquellen und erhielt als Ausgleich für die Mühen einen großen Flash, wenn ich eine verzwickte Stelle dann doch gemeistert habe.
Man kann es Trial & Error nennen, aber in Ori ist es keine Unart, es gibt einem alles oder nichts – herausfordernd und durchdacht gestaltet, aber nicht frustig. Die meisten Tode an den anspruchsvollen Stellen gehen auf mein Grobmotorik-Konto, denn an der perfekt dosierbaren Steuerung und den nicht vorhandenen Ladezeiten liegt es ganz sicher nicht - Motivation war dadurch stets gegeben.
Über die Story, die über weite Strecken ohne Worte auskommt und wenn meist nur mit Stimmen aus dem Off angereichert wird, sage ich nichts. Ori schafft es, ohne viel Tamtam eine Beziehung zwischen den putzigen Figuren und mir rüberzubringen. Lasst es einfach auf euch wirken, erklären kann ich es nicht. Bereits die ersten Minuten machen das mehr als deutlich.
Am Ende bleibt ein Gefühl der Befriedigung. Das, was Ori and the Blind Forest sein möchte, schafft es mit Bravour. Trotz vieler kniffliger Szenen mit über 1000 Toden und zwischenzeitlichen Orientierungsproblemen, ist dieses Spiel idyllisch, es kommt mit ziemlich wenig Kampf aus und begeistert eher durch genial konstruierte Sprung- und Geschicklichkeitspassagen, als mit viel Action. Mir hat es ausgesprochen gut gefallen, und den Preis für den besten Sidescroller aus meiner Sicht erhält das Spiel mit Leichtigkeit.