Die im Netz kursierenden 15 Stunden kommen hin, wenn man "alles" macht im DLC. Habe ihn selbst nach rund 14 Stunden heute Abend beendet und habe alles gesammelt und erledigt, was es an Quests gab.
Für ein Fazit kann ich eigentlich großenteils nur meinen Ersteindruck rezitieren: "The Frozen Wilds" erweitert Horizon um grandiose neue Gegnerarten und um ein visuell atemberaubendes Schneegebiet, das technisch gefühlt nochmal eine Schippe zulegt und Fans des Hauptspiels interessante Geschichten rund um das Volk der Banuk liefert.
Die Hauptquest-Reihe ist allerdings nur "okay", klappert unterm Strich nur altbekannte Szenarien ohne wirkliche Höhepunkte ab und ist an und für sich recht kurz. Immerhin liefert sie im Hinblick auf den nächsten Horizon-Teil ein paar zusätzliche Brotkrumen. Die Nebenquests sind etwas besser, aber auch hier sind es altbekannte Aufgaben, die zumindest durch teils sympathische Nebencharaktere aufgelockert werden. Sammelkram gibt es auch wieder zuhauf; hier ebenfalls eher lieblos platziert genauso wie im Hauptspiel.
Positiv erwähnt sei wiederum die angenehme Herausforderung: Trotz Level 50 und maximaler Ausrüstung wird man ordentlich gefordert und muss taktisch vorgehen. Die Gegner sind allesamt verstärkt, insbesondere die neuen erweisen sich als harte Nuss. Der DLC ist kein Selbstläufer.
Die Stars des DLCs sind ganz klar die Schneelandschaft, das Nutzen der neuen Waffen (es gibt immerhin drei an der Zahl) und die Kämpfe gegen die neuen Gegnerarten, die für mich - ohne spoilern zu wollen- in Sachen Inszenierung und Intensität das Highlight waren. Außerdem machen die Konversationen mit den NPCs mehr her, da Guerilla für den DLC ordentlich an der Mimik- und Gestik-Schraube gedreht hat. Gesichter und Gespräche wirken nun deutlich lebendiger und nicht mehr so statisch wie im Hauptspiel. Wird in der Form sicherlich auch verbessert in einem kommenden Nachfolger auftauchen.
Am Ende bleibt also die banale aber in diesem Fall völlig zutreffende Aussage: "The Frozen Wilds" ist für Liebhaber des Hauptspiels eine sichere Bank und präsentiert Richtung Jahresende eines der technisch und grafisch opulentesten Titel aller Zeiten auf der PS4 nochmal in all seiner Pracht. Es bietet neue Waffen, Outfits, Gegner, Gebiete, Fähigkeiten, ein neues Level-Cap und mehr Hintergrundstory. Es bietet aber keine neuen Spielmechaniken oder bahnbrechenden Überraschungen, soll heißen: Wer mit dem Hauptspiel nicht warm geworden ist, den wird auch der DLC nicht umstimmen und der kann sich das Geld sparen.
"More of the same" eben. Mit all seinen Stärken und Schwächen. Mir hat der erneute Ausflug mit Aloy jedenfalls gefallen.