Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

REVIEW Halo Combat Evolved (Halo Master Chief Collection)

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Yzerman

Alle Konsolen sind grün
H15.jpg

Mit dem Launch der ersten Microsoft Konsole im November 2001, wurde auch einer (wenn nicht der) wichtigste Shooter des post-Millenniums veröffentlicht. Halo war der Kaufgrund der ersten Xbox und definierte damals das Shooter-Genre neu. So gut wie alle Nachkommenden Shooter orientierten sich an Bungies Erstling und die Konsolen wurden infolgedessen von Ego-Shootern nur so zugeballert.

Wie war das nochmal?
Obwohl ich alle Spieler der Halo-Serie mindestens einmal (Halo 2 + Halo 4) oder gefühlte hundert Mal (Halo CE) durchgespielt habe, könnte ich die Story nicht wirklich nacherzählen. Die Menschen kämpfen im Jahr 2552 gegen die Covenant. Die Covenant sind ein Zusammenschluss von verschiedenen Alien-Völkern, welche den Menschen natürlich technisch überlegen sind. Von all den tollen Waffen, welche die Menschheit in ihrem Arsenal hat, ist nur eine(r) gewachsen die Wende im Krieg herbeizuführen: Der Spartan-II Supersoldat Master Chief John 117. Er ist sowas wie der Chuck Norris der Zukunft.

Irgendwie gab es mehrere dieser Super-Soldaten, aber die meisten wurden auf Reach zerstört. Nur einer konnte entkommen. Dieser befindet sich zu Beginn des Spiels an Bord des gigantischen Raumschiffes „Pillar of Autumn“, welches gerade noch von Reach fliehen konnte, bevor der Planet zerstört wurde. Verfolgt von einer Armada der Aliens, beschliessen Captain Keyes und die künstliche Intelligenz Cortana einen Sprung an kurz zuvor entschlüsselte Koordinaten irgendwo im bislang von Menschen unentdeckten Weltraum zu machen. Jedenfalls können die Aliens der Pillar folgen und entern diese. Der Chief flieht nun zusammen mit Cortana, auf die Ringwelt „Halo“. Auf dem Planeten, entbrennt dann der Kampf um die Kontrolle von Halo und seiner dunklen Geheimnisse. Wozu wurde dieser Komplex errichtet und von wem? Der erste Teil der Serie wirft eher Fragen auf, als sie zu beantworten. Erst im zweiten und dritten Halo-Spiel erfahren wir mehr über die Allianz, den Ursprung der Flood und die Blutsväter.
H11.jpg

Die Ringwelt trägt viel zur Atmosphäre bei

Fast Volljährig und immer noch heiss
Nach der immer noch spannend inszenierten Flucht durch das von den Aliens geenterte Schiff, „landet“ man schlussendlich in einer Rettungskapsel auf den Ringplaneten Halo. Den harten Aufprall hat nur unser Master Chief überlebt – und natürlich, die in den Anzug hochgeladene künstliche Intelligenz Cortana. Sie gibt ab und zu Informationen, wo genau man nun hingehen muss, öffnet Türen oder lässt den einen oder anderen Kommentar ab. Obwohl man manchmal gestrandete Soldaten trifft und das gemeinsame Kämpfen äusserst viel Spass mach, ist man die meiste Zeit allein unterwegs, was viel zur typischen Halo-Atmosphäre beiträgt.

Nach wie vor fühlt sich der SP immer noch wie eine schöne, spannende Entdeckungsreise an. Wenn der Master Chief, nach der Bruchlandung auf Halo wieder zu sich kommt, aus der Rettungskapsel rausgeht und das erste Mal Halo in seiner ganzen Pracht sieht, ist schon ein toller Moment. Oder wenn man mit den Pelican-Fliegern am Strand des Schweigenden Kartographen landet oder mit einem Banshee durch die schneeverwehten Canyons im Angriff auf das Kontrollzentrum fliegt oder der Erstkontakt mit der Flood oder als man das erste Mal im Panzer (Scorpion) Platz nehmen darf… Es gibt unzählige tolle Momente zu erleben. Natürlich hatten sie anno 2002 eine grössere Wirkung, als heute mit den ganzen gescpriteten Call of Batelfieldies und Co, aber sie machen trotzdem noch erstaunlich viel her.
H12.jpg

Das erste Mal auf Halo

Old School
Im Vergleich mit den aktuellen Shootern, können die Gegner erstaunlich viel einstecken. Auch ist die Bewegungsfreiheit sehr gross. Man hat oft verschiedene Möglichkeiten ein (Aussen)Level anzugehen. Nehme ich den Warthog und lasse die Soldaten-KI alles mit dem Geschütz niedermähen oder versuche ich mich anzuschleichen um den Bansheepiloten zu überwältigen, um danach von oben die Gegner anzugreifen? Diese spielerische Freiheit tut richtig gut und ist manchmal auch ein wenig herausfordernd. Einen Abschnitt habe ich früher immer ohne den Scorpion-Panzer gespielt, weil ich dachte, man komme mit ihm nicht durch die Felsen hindurch. Also brauchte ich für den Abschnitt jeweils immer etwa eine Stunde, da man ohne die geballte Feuerkraft des Panzers wirklich überlegt vorgehen musste…
Sobald die Flood dann aber ins Geschehen eingreift, ist es mit dem vorsichtigen Vorgehen vorbei. Hier wird dann einfach nur noch geschossen was das Zeug hält. Das Gegneraufkommen vervierfacht sich und man will einfach nur noch einigermassen heil durch die Gegnermassen hindurchkommen. Auch die Abschnitte sind nicht mehr ganz so schön und abwechslungsreich wie zuvor: Es dominieren Innenlevels und man wird den ein oder anderen bekannten Levelabschnitt nochmals besuchen.
H14.jpg

Die Innenlevels wurden grafisch etwas aufgepeppt

In die Fresse
Die Nahkampfattacke war in der gesamten Serie nie besser als in Halo CE. Die Kombination zwischen den Schusswechseln und dem Nahkampf ist hier einfach perfekt. Das Trefferfeedback für die Nahkampfattacken wurde in den Nachfolgern leider verschlechtert. Da die Allianz-Krieger auch einiges einstecken können, ist es, um Munition zu sparen, ratsam das Licht des einen oder anderen Gegners mit einem beherzten Schlag auszulöschen. Diese Kombination sorgt für viel Nervenkitzel und hitzige Zweikämpfe.
Der Sound wurde auch etwas überabeitet und vor allem die Waffen klingen schön wuchtig.
H1.jpg

Das Gunplay ist und bleibt einer der grössten Stärken von Halo CE.

Wo viel Licht ist, hat es auch Schatten
Das ganze Gunplay ist klasse und der Chief rockt wie eh und je. Das lässt einem aber nicht übersehen, dass es ein paar Mankos hat. So wiederholen sich gegen Ende viele Spielabschnitte und die Innenabschnitte sehen alle mehr oder weniger gleich aus. Und dann gibt es da noch die Bibliothek… Wobei ich diese schlimmer in Erinnerung hatte.
Das Spiel läuft sauber mit 60fps, mir sind jedenfalls keine Ruckler aufgefallen. In irgendeinem Onlineartikel habe ich gelesen, wie toll Halo in 60fps sein soll. Aber ehrlich gesagt: Einen allzu grossen Unterschied habe ich zur 360-Anniversary Version jetzt aber auch nicht bemerkt… Dafür flimmert der Hintergrund in manchen Zwischensequenzen etwas gar heftig.


Halo ist und bleibt für mich ein Meilenstein der Videospielgeschichte. Obwohl ich mich an jede einzelne Biegung und Türe erinnern kann, macht es jedes Mal wieder Spass in die Ringwelt abzutauchen. Vor allem der geniale Rhythmus zwischen ruhigen Momenten und hektischen und actionreichen Gefechten, macht für mich das Halo-Feeling aus. Man läuft an einem schönen Bachlauf auf der überwucherten Planentenoberfläche entlang und erkundet ein futuristisches Gebäude und kurze Zeit später kommt ein Landungsschiff der Alllianz angeflogen und dann ist es vorerst mal mit der idyllischen Ruhe vorbei. Die Kämpfe sind sowieso erstaunlich gut. Die Gegner-KI war für damalige Verhältnisse extrem clever und sorgt auch heute noch für dynamische Kämpfe.

9/10

H13.jpg
 

Anhänge

  • H15.jpg
    H15.jpg
    926,3 KB · Aufrufe: 66
Zuletzt bearbeitet:
Schönes Review. Mache gerade genau die gleiche Erfahrung. Bin erstaunt wie gut das Spiel in der Anniversary Edition gealtert ist was das Gameplay angeht. Macht einfach wieder unheimlich Spass. So ist bei mir aus einem mal kurz reinschauen gleich ein ich muss es durch spielen geworden
 
Zurück
Oben