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REVIEW Grand Theft Auto V [Review]

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Man halte von Rockstar, was immer man will, aber kein anderer Entwickler legt sich bei seinen Projekten so dermaßen ins Zeug. Was das Kreieren von Welten und Persönlichkeiten betrifft, kann es kaum jemand mit Rockstar aufnehmen. So ist es nicht unverständlich, dass Rockstars Spiele zu den populärsten überhaupt gehören, sei es Red Dead Redemption, Bully, die GTA Serie, ja selbst Tischtennis fand seine Fans. Dieser Erfolg ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass Rockstar bisher nicht einmal im Ansatz brauchbares Gameplay hinbekommen hat. Erste Besserungen zeigten sich erst in Bully und später in Red Dead Redemption. Warum es aber über 12 Jahre gedauert hat, bis sie ihr größtes Franchise endlich mit würdigem Gameplay ausstatten, ist unbegreiflich, aber was lange währt...

Keine zweite Chance für einen ersten Eindruck

Grand Theft Auto V beginnt mit einem Paukenschlag. Keine 20 Minuten langen Introvideos, keine langweiligen Tutorials, stattdessen erlebt ihr spielbar den letzten Überfall einer Gruppe Bankräuber, der jedoch gründlich daneben geht.

Zehn Jahre später, im malerischen Los Santos, gelegen im Staate San Andreas. Michael Townley lebt nun zurück gezogen im Reichenviertel der Stadt mit seiner Ehefrau und den beiden verwöhnten Kindern. Die Familie hat den Namen De Santa angenommen und niemand will mit der Vergangenheit etwas zu tun haben... oder miteinander. Der mittlerweile 45jährige Michael ist cholerisch, depressiv, zerfressen von Selbsthass und einer nie enden wollenden Mid-Life Crisis. Zu seinen Kindern hat er keinen Draht und seine Frau betrügt ihn vor seinen Augen. Selbst sein Psychiater nimmt ihn nur aus.

In der gleichen Stadt versucht der junge Afroamerikaner Franklin Clinton sich mit schmutzigen Jobs über Wasser zu halten, wobei er aber eigentlich nach Höherem strebt. Während einer dieser Jobs trifft er auf Michael, in dem er allerdings seinen Meister findet. Franklin findet sich darauf hin und her gerissen zwischen Michaels Welt der Reichen und Schönen und seinen eigenen Wurzeln.

Und dann bleibt noch Trevor Philips, ein Mann mit vielen Gesichtern, von denen eines hässlicher ist als das andere. Ein Psychopath wie er im Buche steht, brutal, aber loyal und aufrichtig, ehemaliger Pilot, heutiger Drogenhändler, Mörder und Geschäftsmann. Wie degeneriert Trevor ist, sieht man allein daran, dass er als einziger ein Windows Phone benutzt (Michael hat ein iPhone, Franklin ein Android, offenkundig einem S3 nachempfunden). Es ist schwer zu entscheiden, ob man ihn lieber zum Freund hat oder zum Feind. Sein erster Auftritt ist an Nachhaltigkeit schwer zu überbieten, gerade wenn man Fan von GTA IV ist.

Die drei von der Bank

Zu gegebener Zeit führt die Geschichte diese drei zusammen und genau hier liegt Rockstars Geniestreich. Weder Franklin (Aight, nigga, ma nigga, s all goood in da hoood, or wha, ma homeboi, whas a nigga gon do to make some mo'erfuckin' paper round here, nigga shit yo broke ass nigga, Ima be gon home, ma nigga yo, I holla a ya) noch Trevor wären in der Lage, allein eine Geschichte wie diese zu tragen. Michael hätte es womöglich gekonnt, aber dadurch, dass die drei ihre Geschichten aufteilen, können sie ihre Persönlichkeiten entfalten und die anderen entlasten. Trevor ist der Mann fürs Grobe, Franklin der einfache Mann für die Straße, Michael ist der Katalysator der Story, der alles zusammenhält. Im laufenden Spiel könnt ihr fast jederzeit zwischen allen drei Charakteren frei wechseln, was immer mit einem coolen Zoomeffekt (der freilich die Ladezeit maskieren soll) eingeleitet wird. Die Überraschung, in welcher Situation sich euer Protagonist gerade befindet, kann durchaus groß sein, was für niemanden so gilt wie für Trevor.

Jeder der drei erfährt für sich eine Tiefe, die anderen Entwicklern fern ist und selbst ein Trevor wirkt am Ende rund und glaubhaft. Einigen Wendungen fehlt aber leider der Abschluss. Einer superben Konfrontation zwischen Michael und Trevor auf einem Friedhof folgt zunächst eine Funkstille zwischen den beiden. Auch nachdem man sich wieder trifft, wird das Kernproblem nicht mehr angesprochen oder gar gelöst.

Konsequenz? Ach, das ist so ein hässliches Wort

Freilich schafft Rockstar es wieder nicht, den Ton dauerhaft zu halten, ein Problem, das sie in der Vergangenheit schon hatten, aber mit drei Charakteren eigentlich hätten eliminieren können. Ein John Marston muss halt jede Rolle und jede Mission übernehmen, auch wenn nicht alles zu seinem Charakter passt.

Michael rastet in einer der Schlüsselszenen des Spiels vollkommen aus, weil seine Frau ihn betrogen hat, obwohl er gerade aus einem Stripclub kommt (zugegeben, das lag am Spieler). Franklin beschwert sich über die unehrenhaften Machenschaften eines Journalisten, bevor er ihm ausgiebig dabei hilft, Stars in prekären Situationen zu filmen. Und Trevor beschwert sich über die Ineffektivität und Hässlichkeit von Folter bevor er dazu übergeht, einen jammernden Mitbürger höchst effektiv und mit viel Spaß zu foltern. Das Kuriose ist, dass diese Szene nicht einmal Trevors schlimmste Tat im Spiel ist. Was immer Rockstars Message sein sollte, es ergibt sich hier nur Folgendes: Folter ist interessant, spaßig und vor allem wirksam. Dabei ist diese Mission, wie die meisten im Spiel, spielerisch erstklassig. Während Michael und Franklin eine Zielperson suchen, erfoltert Trevor die hierzu notwendigen Informationen. Das Spiel schaltet zwischen den Charakteren umher und die Informationen, die Trevor dem armen Menschen abpresst, setzt Michael dann sofort um. Der Beigeschmack ist umso größer. Eine Auflösung oder Auseinandersetzung mit dem Thema erfolgt im Anschluss ebenfalls nicht. Rockstar wirft alle Themen in den Ring, stellt aber nur wenige in den Vordergrund. Ein solches Thema darf man sicherlich einbauen, auch in der hier gewählten Form, aber dann muss eine tiefere Auseinandersetzung mit der Thematik erfolgen.

Während die drei Protagonisten besser kaum hätten gelingen können, fällt Rockstar bei vielen Nebenfiguren wieder ab. Denn eines ist Rockstar nicht: Subtil. Rockstars Darstellung eines Frauenfeindes geht in etwa so:

„Hi, Zuckertitte. Geh in die Küche, mach mir ein Steak, dann blas' mir einen, du wertlose kleine Hure.“
Und weil das noch nicht reicht, dreht sich der Mensch dann Richtung Kamera und sagt: „Ich bin ein Frauen-verachtendes Arschloch.“

Das ist Rockstars Darstellung von Charakteren. Nichts gegen Satire, die lebt von Übertreibung, aber die gut gelungenen und tiefen Charaktere, die mit diesen Karikaturen interagieren, wirken dadurch gleich wesentlich unechter. Man fühlt sich an Seth oder Reyes aus Red Dead Redemption erinnert. Eindimensionale Charaktere mit einer einzigen Eigenschaft, die in jeder Szene tot geritten wird.

Wer solche Freunde hat...

Die Geschichte selbst lebt sodann auch von der Interaktion der Charaktere, insbesondere Michael und Trevor. Wer hier negativ unken möchte, kann sich auf den Standpunkt stellen, dass die Story ab der Zehn-Stunden-Marke in etwa nur noch daraus besteht, dass sich die Protagonisten gegenseitig anbrüllen. Es geht etwas tiefer, aber einem Außenstehenden könnte man diesen Eindruck nicht verdenken. Franklin verkommt neben Michael und Trevor etwas zu sehr zum Nebendarsteller, er wirkt etwas, man verzeihe den Ausdruck, farblos. Die Persönlichkeiten der beiden alten Freunde sind zu stark, als dass Franklins nur vereinzelt auftretenden Ghettofreunde da mit halten könnten.

...der hat noch schlimmere Feinde

Einen massiven Kritikpunkt habe ich mit dem Ende der Story.

„Hey! Warum erschießen wir nicht alle Typen, die uns Probleme machen?“ Gesagt getan.
Ja, okay, aber warum habt ihr das nicht schon vor Wochen gemacht, als die erstmalig ankamen? Besonders enttäuschend ist wie unfassbar einfach es ist, innerhalb weniger Minuten die wichtigsten Antagonisten zu eliminieren. Mühelos eliminiert unser Trio vier der mächtigsten Männer der Stadt, hochrangige Agenten, Unterweltbosse und Milliardäre. Man fragt sich unweigerlich, wieso die drei nicht halb Amerika regieren und wieso sie sich das halbe Spiel lang haben herumkommandieren lassen. Die nahe liegendste Lösung war auch die einfachste. Jedenfalls wesentlich einfacher als in das FIB Gebäude einzubrechen, um dort eine Festplatte zu stehlen.

Es gibt dazu noch zwei alternative Enden, die allerdings vollkommen außerhalb der Charaktere stehen und am besten ignoriert werden.

Neben der Hauptstory, die das Trio zum Spielball korrupter Agenten und Mafiabossen macht, gibt es auch Einzelmissionen, in denen Michael sich um seine Familie kümmert, Franklin um seine Homies und Trevor... keine Ahnung, Babies häutet oder so. Nebenmissionen lassen die Protagonisten jeweils kurz mit diversen Freaks (die offizielle Bezeichnung des Spiels) zusammen arbeiten, die meist drei bis vier Missionen geben und dann wieder in der Versenkung verschwinden.

Los Copyrightos

All dies geschieht in der an Los Angeles angelehnten Stadt Los Santos, inkl. massivem Umfeld. Die Welt in GTA V verfügt über Wälder, Seen, Berge, alles in einer Vielfalt, die ihresgleichen vergeblich sucht. Vom Reichenviertel in die Hood, von der Hood in die Wüste, von der Wüste in die Berge, von den Bergen ans Meer. Der Umfang der Stadt ist nahezu erschlagend. Gleiches gilt für die Aktivitäten. Von Rennen, Golf, Tennis, Triathlons, Börse, Stripclups, Bars, die ihr mit Freunden begehen könnt, Internetcafés bis zu den guten alten Rampagemissionen mit Trevor kann man dutzende von Stunden mit dem Spiel verbringen ohne eine einzige Storymission anzurühren. Dazu kommt eine Unterwasserwelt, die frei erkundbar ist und in einigen Missionen auch eine wichtige Rolle spielt.

All dies sind jedoch Elemente, die man so erwarten konnte. Die größte Baustelle war jedoch das eigentliche Gameplay. Und oh mein Gott hat Rockstar gearbeitet.

Ich kann zielen. ICH KANN ZIELEN!!!

Die Engine hat immer noch ihre bekannte Schwerfälligkeit, aber alles andere wurde massiv überarbeitet mit einem Ziel: Spaß für den Spieler. Schusswechsel sind präziser und direkter als je zuvor, Cover funktioniert tadellos und zügig, Trefferfeedback und Waffenhandling sind erstklassig, es gibt einen guten Effekt beim Ableben eines Gegners, der klar anzeigt, wann man sich anderen Gegnern widmen kann. Gesundheit regeneriert sich zur Hälfte und zahlreiche, perfekt gesetzte Checkpoints in allen Missionen verhindern Frust vollständig. Autos steuern sich unterschiedlich, je nachdem ob ihr einen PickUp oder einen Sportwagen fahrt, mit gewissem Anspruch, aber schneller und präziser als zuvor und sind insbesondere meilenweit weg von den unkontrollierbaren Booten aus GTA IV. Die Karte ist übersichtlich und leicht bedienbar.

Dazu kommen neue Spezialfähigkeiten für die drei Protagonisten. Franklin ist ein Ass am Steuer, Michael ein begnadeter Schütze und Trevor ist Trevor. Die unterschiedlichen Stärken lassen sich zwar bei allen Charakteren durch Aktivitäten maximieren, sodass Michael nach ein paar Flugstunden auf einem Level mit dem ehemaligen Navypiloten Trevor fliegt, die Spezialfähigkeiten aber bleiben. Franklin kann die Zeit im Auto verlangsamen und dadurch Fahrzeuge auch bei hohen Geschwindigkeiten mit hoher Präzision kontrollieren. Michael kann die Zeit bei Shootouts verlangsamen, wodurch ihm extrem genaue Schüsse möglich sind. Ein Shootdodge fehlt leider. Trevor hingegen geht in den Kratos-Modus über. Er sieht buchstäblich rot, verlangsamt das Geschehen ebenfalls (allerdings nicht so langsam wie Michael), richtet mehr Schäden an und hält mehr Treffer aus. Gepaart mit einer Assaultshotgun ist Trevor der absolute Cleaner und beinahe overpowered.

GTA V steuert sich in jeder Situation astrein und das allein dürfte die Überraschung der Generation sein. Dass ich noch ein GTA mit guter Steuerung erleben darf, hätte ich angesichts meines fortgeschritten Alters nicht wirklich mehr geglaubt.

Fat Cops, Fat Cops...

Die Polizei wird erneut auf den Plan gerufen, wenn ihr es übertrieben habt. Ihre Aggressivität wird nach dem bekannten Sternesystem bestimmt, das Fliehen ist aber etwas anders gelöst. Nachdem ihr, wie üblich, aus dem Sichtbereich der Beamten entkommen seid, suchen die Polizisten nach euch, was auf der Karte durch blaue Fahrzeuge mit eingezeichnetem Sichtbereich symbolisiert wird. Euer Ziel ist, im Stile eines Pacman, nicht in den Sichtbereich zu gelangen und stattdessen eine ruhige Stelle zu finden. Alternativ könnt ihr das Fahrzeug wechseln, um von euch abzulenken, was aber keine Garantie gibt. Das Fliehen dauert dadurch ein wenig länger als früher, was mit zunehmender Spieldauer nerven kann.

Während nahezu alle Missionen sehr gelungen sind, sind die Heists oder Jobs besonders heraus zu stellen. Wollte ihr immer schon mal so was wie Oceans 11 oder The Italian Job in Spielform haben? Die Art Spiel, die beispielsweise Payday: The Heist gern wäre und an diesem Ziel nur ganz knapp kollossal gescheitert ist? Sorry, aber sich 30 Minuten neben einen Bohrer zu stellen und Polizisten abzuknallen fängt halt nicht den Charme eines echten Überfalles ein. GTA V versucht sich an diesen Missionen und nagelt sie ans Kreuz!

Zunächst sucht ihr ein Ziel aus (ok, das Spiel sucht die Ziele aus). Es beginnt mit einer genauen Untersuchung der Örtlichkeiten, der Lage, der Sicherungen etc. Anschließend wird eine Vorgehensweise bestimmt, meist entweder laut oder etwas cleverer. Nach Bestimmung der Vorgehensweise werden die Vorbereitungen getroffen. So müssen bestimmte Kleidung, Fahrzeuge oder ähnliches beschafft und vorbereitet werden und es wollen Crewmitglieder angeheuert werden. Gute Leute wollen mehr Geld, dafür unterstützen sie die Mission auch effektiver. Im ersten Heist beispielsweise habt ihr durch einen guten Hacker 90 Sekunden Zeit, bevor der Alarm losgeht. Mit einem schlechten ist es deutlich weniger. Die Heists selber sind filmreif inszeniert, nutzen alle drei Charaktere im fliegenden Wechsel und könnten von der Darstellung der Action aus jedem Call of Duty stammen, was ausnahmsweise als Kompliment gemeint ist. Und wer die Alternative sehen will, kann ohne Speicherverlust die Missionen neu starten. Dabei kann er auch versuchen, die optionalen Ziele zwecks Erreichens der Goldmedaille zu erfüllen. Diese Ziele werden übrigens beim erstem Mal nicht gezeigt, sondern nur in der Wiederholung, eine merkwürdige Entscheidung. Einerseits erlaubt sie es, die Missionen beim ersten Mal frei zu spielen, andererseits zwingt es manchmal zum erneuten Spielen von Missionen, bei denen man die Voraussetzungen für Gold nur deshalb nicht erfüllen konnte, da man die willkürlich gewählten Bonusziele nicht kannte.

Wenn ich ein Problem mit den Heists habe, dann dieses: Sie bringen kein Geld! Klar, man sammelt zig Millionen, aber es gibt für jede der Missionen einen fadenscheinigen Grund, weswegen man 90 % wieder verliert. Bei der ersten macht es noch Sinn und nach 10 Stunden sollte man auch noch nicht die ganze Stadt kaufen können. Dass man aber zu keinem Zeitpunkt ansprechendes Geld erhält, ist mehr als enttäuschend. Für einen Heist in der Mitte des Spiels gibt es gar keinen blanken Cent. Alles wird in der Story erklärt, aber wenn ich Banken oder ähnliches ausraube hätte ich irgendwann gerne mal was Zählbares in der Hand.

Finanzielles Nirvana

Geld ist ohnehin ein Problem. Ich hatte viel zu Geld für Waffen und Kleidung, aber nicht im Ansatz genug für Immobilien oder Autos, was dazu führte, dass Geld irgendwann kein Faktor mehr war. Die Summen für die Immobilien hätte ich in einem Dutzend Durchgängen zusammen nicht erwirtschaftet, die Gelder für neue Waffen und Panzerung waren im Vergleich so gering, dass ich die kaum gemerkt habe. Man sagt, der Weg sei das Ziel, aber manchmal ist das Ziel das Ziel.

Die übrigen Missionen sind zum Großteil ebenso gut. Vorbei sind die Zeiten, in denen Missionen in GTA nach Schema F abliefen.

Fahr zur Mr. X, schau eine Cutszene an, in der Mr. X 4 Minuten lang Overacting betreibt, fahr dorthin, dann hierhin, dann erschießt eine Menge Leute, dann Sieg. Vereinzelt gibt es das noch, aber es ist mehr Ausnahme als Regel. Michael, Trevor und Franklin bestimmen ihre Missionen selber. Sie klauen Autos, liefern Drogen, sammeln Souvenirs für britische Fantouristen, jagen Gangster, die ihre Boote klauen, retten Michaels Tochter vor einem schmierigen Fernsehproduzenten usw. Mehr Details möchte ich kaum preisgeben, aber es sei gesagt, kaum eine Mission gleicht der vorigen (mit Ausnahme der 50 Abschleppmissionen von Franklin). Bis zur Zehn-Stunden-Marke hatte ich so gut wie keine Shootouts und Trevor trat bis dahin auch nicht auf den Plan. Allein das zeigt die Vielfalt des Titels.

Ey Mann, wo ist mein Auto? Hör auf zu lachen, ich mein das ernst.

Ein großes Manko ist der Umgang mit Autos. Jeder Charakter hat sein eigenes Fahrzeug, das er auch behält, aber es soll die Möglichkeit geben, Autos zu erwerben, zu tunen und zu speichern. Es gibt umfangreiche Tuningoptionen und Garagen zu erwerben, sogar eine iPhone App ist damit verknüpft. Aber entweder gibt es einen gravierenden Bug in diesem Bereich oder das System ist so kompliziert, dass ich es nicht nachvollziehen kann. Fakt ist, dass ich mehr als ein Fahrzeug schlichtweg verloren habe, nachdem ich mehrere zehntausend Dollar in das Fahrzeug investiert hatte. Es befand sich in keiner Garage und auch nicht auf dem Parkplatz der Polizei, wo man beschlagnahmte Autos auslösen kann. Nach dem zweiten Auto habe ich letztlich von diesem System komplett Abstand genommen. Damit fehlt dem Spiel einer der bedeutendsten Aspekte, denn immerhin ist das Wort Auto im Titel.

Technisch beeindruckt das Spiel durch die Größe und vor allem die Animationen, die Licht- und Wettereffekte und die Gesichter der Protagonisten. Gleichzeitig merkt man dem Spiel an, dass es die Konsolen bis an die Grenzen fordert. Texturenqualität schwankt stark. Während der Asphalt in der Stadt meist gut aussieht, nimmt die Qualität auf Gras oder Sand massiv ab. Auch habe ich es mehrfach geschafft, durch lange schnelle Fahrten die Engine komplett zu zerbrechen indem ich quasi nur noch im Gittermodell der Stadt gefahren bin. Das Spiel kam schlicht mit dem Laden nicht hinterher. Dafür hält im Gegensatz zum Vorgänger die Framerate, störende Einbrüche sind mir nicht aufgefallen. Licht und Schatten wechseln sich ab, aber man kann sich des Eindrucks nicht verwehren, dass GTA V schon gern für eine stärkere Hardware gekommen wäre.

Ebenso wechselhaft ist der Sound. Phänomenal sind alle drei Sprecher der Protagonisten. Emotional, ausdrucksstark, ehrlich, glaubhaft präsentieren sie ihre Charaktere, einer der Gründe, warum die Story so gut funktioniert wie sie es tut. Auch der Sound der Waffen kann (erstmalig) gefallen und die ingame Musik zu den Missionen ist immer passend und atmosphärisch. Weniger gefallen haben mir die Radiostationen, was freilich Geschmackssache ist. Mit Ausnahme weniger Songs auf dem Pop und Rock Kanal konnte ich mich mit nichts anfreunden. Es fehlte auch ein reiner 80s Sender. Davon ab war mir nach über 50 Stunden irgendwann Ruhe im Auto auch einfach das Liebste.

Jawohl, gute 50 Stunden dauerte der erste Durchgang, wobei neben den 69 Hauptmissionen auch ein großer Teil der Nebenmissionen erledigt wurde. Gleichwohl dürfte noch lange nicht alles gesehen geschweige denn gemacht worden sein. Michaels Familienmissionen zählen zu dieser Rechnung übrigens noch nicht einmal dazu. Vom OnlineModus will ich gar nicht erst anfangen (ganz einfach, weil ich sowas mit der Kneifzange nicht anpacken würde).

Going out with a bang... and another bang... and a boom... and then some... ma nigga

Bevor diese Konsolengeneration in ziemlich genau zwei Monaten abgelöst wird, schöpft sie noch einmal aus dem Vollen. Nach dem brillianten Splinter Cell Blacklist und vor dem heiß ersehnten Batman: Arkham Origins kommt der vielleicht größte Titel aller Zeiten, dessen Hype im Vorfeld und Verkaufszahlen zu Release ungeahnte Ausmaße angenommen haben. Ob dieser Hype verdient ist und ob GTA V das beste Spiel aller Zeiten ist, ist schwer zu sagen. Fakt ist, dass es ein beliebtes Konzept kompetent ausgebaut hat. Die Story und drei Hauptcharaktere sind genial, der Wechsel zwischen drei so unterschiedlichen Charakteren bringt komplett neue Möglichkeiten im OpenWorld Gameplay. Los Santos ist gigantisch, vollgestopft mit Leben, Aktivitäten, Missionen und Möglichkeiten der Erkundung. Egal wo man sich befindet, man findet immer etwas, mit dem man sich über Stunden beschäftigen kann und sei es nur das virtuelle Smartphone. Abseits aller Ablenkungen finden sich 69 Hauptmissionen, darunter eine Vielzahl extrem spannender, abwechslungsreicher und erinnerungswürdiger Szenarien, die das neue Gameplay und das Zusammenspiel der drei Protagonisten perfekt ausnutzen und einige der besten Missionen, die ich dieses Jahr gespielt habe, allen voran die filmreifen Heists. Ob Verfolgungsjagden, Shootouts, Stealthmissionen, Flugeinlagen, Unterwasserabschnitte oder eine Prügelei auf der Straße, dank massiv verbesserter Steuerung funktioniert alles perfekt und alles macht Spaß. Über 50 Stunden habe ich mir Zeit genommen, etwas, das ich letztmalig mit Final Fantasy XIII gemacht und mit Final Fantasy VIII genossen habe (ernsthaft, Fuck Final Fantasy XIII!). Kleinere Probleme, insbesondere technischer Art, verblassen im Angesicht dieser Spielevielfalt.

GTA V ist ein Ausnahmetitel, wie er nur alle Jahre einmal kommt. Während die Assassin's Creeds dieser Welt im Meer unnötiger Sequels untergehen und die First Person Shooter immer austauschbarer werden, wird sich GTA V in die Erinnerung der Spieler brennen und auch in zehn Jahren noch einen Stellenwert haben. Rockstar haben alle ihre bekannten Stärken ausgebaut und mit der Erfahrung eines Red Dead Redemption und Max Payne 3 ihre Schwächen nahezu alle eliminiert und damit ein unendlich befriedigendes Spielerlebnis geschaffen. Der Rest der Industrie muss sich warm anziehen. Wenn Rockstar jetzt auch noch Gameplay hinbekommt, dann hat der Rest kaum noch eine Chance.

GTA V bietet der siebten Konsolengeneration einen mehr als würdigen Abschied. Ist es das beste Spiel dieser Generation? Ich will diese Aussage so nicht treffen, aber welches Spiel am Ende diesen Titel trägt, der Sieg wird nur über Grand Theft Auto V gehen.​
 
Ziemlich genau meine Meinung. Das Spiel hat seine Schwächen, dann ist es aber stellenweise wieder so unglaublich grandios, dass man an der Höchstwertung nicht vorbeikommt.
 
ich war bisher an GTA5 nicht interessiert, da das Gameplay vom 4er so frustig war (keine Checkpoints).
Würde PS3 nicht bald abgelöst und müsste ich nicht noch so viele Spiele auf der PS3 wegspielen, hätte ich nach Barts Review jetzt direkt Lust auf Teil 5.
 
XettMan schrieb:
ich war bisher an GTA5 nicht interessiert, da das Gameplay vom 4er so frustig war (keine Checkpoints).
Würde PS3 nicht bald abgelöst und müsste ich nicht noch so viele Spiele auf der PS3 wegspielen, hätte ich nach Barts Review jetzt direkt Lust auf Teil 5.
Bald? Das sind noch 2 Monate! Wenn du dir noch ein Spiel diese Generation gönnst, dann das. Da kann bei dir eigentlich nichts liegen, was besser wäre.
 
Habe doch erst seit Juni die PS3 und die ganzen Exclusives möchte ich schon noch gerne durchzocken, bevor ich auf next gen switche.
Und dann noch ein Spiel kaufen, das 50 Stunden+ hat?
Kann doch nur max. 10 Stunden die Woche zocken.
 
Bart Wux schrieb:
XettMan schrieb:
ich war bisher an GTA5 nicht interessiert, da das Gameplay vom 4er so frustig war (keine Checkpoints).
Würde PS3 nicht bald abgelöst und müsste ich nicht noch so viele Spiele auf der PS3 wegspielen, hätte ich nach Barts Review jetzt direkt Lust auf Teil 5.
Bald? Das sind noch 2 Monate! Wenn du dir noch ein Spiel diese Generation gönnst, dann das. Da kann bei dir eigentlich nichts liegen, was besser wäre.

Skyrim, Fallout 3, New Vegas, Dragons Dogma, die Bioware RPG's um mal einige zu nennen :deal:

Also wenn man mit GTA V anfängt braucht man schon einige zeit. Ich finde es ist kein Spiel das man "Nebenbei" spielen sollten
 
Meiner Meinung nach ist GTA das perfekte Spiel für nebenbei, da die Missionen meistens eher kurz sind und die Story keine große Aufmerksamkeit verlangt.

Meistens steht bei mir bei der Missionszeit irgendwas zwischen 10 und 20 Minuten.

Ein "Spiel für zwischendurch" zeichnet sich bei mir auch immer dadurch aus, dass ich irgendwas nebenbei mache (Musik/Podcast hören). Das ist bei GTA V absolut der Fall.
 
du machst etwas neben dem zocken?!? :shock:
ich kann nichtmal essen/trinken nebenbei.
wenn ich zocke, bin ich so auf das spiel fokusiert, dass nix anderes nebenher geht.
 
XettMan schrieb:
ich war bisher an GTA5 nicht interessiert, da das Gameplay vom 4er so frustig war (keine Checkpoints).

Bei mir dasselbe Problem. Eigentlich mochte ich GTA 4, aber die Missionen wurden mit der Zeit immer schwerer und deswegen habe ich irgendwann aufgehört. Wenn Teil 5 einfacher/fairer ist, würde ich mir das Spiel kaufen.
 
Ist einfacher und fairer. Es gibt genug Checkpoints, man muss auch keine Fahrten und so wiederholen und das Spiel ist sehr einfach. Es gibt im ganzen Spiel keine frustige Stelle und sogar die 100% sind sehr leicht zu erreichen, weil man noch nicht einmal alle Sammelsachen finden muss. Die einzige Herausforderung ist es die beste Wertung für die Missionen zu erreichen.
 
Nö, spielt sich angenehm. Diesmal ist Free-Aim sogar die bessere Alternative. Kennst du Max Payne 3? So in etwa kommt es hin. :D

Steht aber alles in Barts Review...

Bart Wux schrieb:
Die Engine hat immer noch ihre bekannte Schwerfälligkeit, aber alles andere wurde massiv überarbeitet mit einem Ziel: Spaß für den Spieler. Schusswechsel sind präziser und direkter als je zuvor, Cover funktioniert tadellos und zügig, Trefferfeedback und Waffenhandling sind erstklassig, es gibt einen guten Effekt beim Ableben eines Gegners, der klar anzeigt, wann man sich anderen Gegnern widmen kann. Gesundheit regeneriert sich zur Hälfte und zahlreiche, perfekt gesetzte Checkpoints in allen Missionen verhindern Frust vollständig. Autos steuern sich unterschiedlich, je nachdem ob ihr einen PickUp oder einen Sportwagen fahrt, mit gewissem Anspruch, aber schneller und präziser als zuvor und sind insbesondere meilenweit weg von den unkontrollierbaren Booten aus GTA IV. Die Karte ist übersichtlich und leicht bedienbar.
 
Ok danke und wie ist das, wenn man die Play Disc wie von Rockstar empfohlen auf der Xbox 360 NICHT installiert: Habe ich dann beim Zocken wieder eine mega laute Xbox 360?
 
Was ich vielleicht noch erwähnen könnte: Es gibt Gyms, Sporthallen etc im Spiel, aber man kann Stärke nur trainieren durch Tennis, Golf und Darts? Die drei langweiligsten Sportarten dieser Welt? Wieso gibt es keinen FightClub?
 
GTA V bekommt von mir eine 9,5/10. Ein echt geniales Spiel, bei dem weniger manchmal mehr wäre. Beim nächsten Teil würde ich gerne wieder nur eine Figur steuern, den Wechsel fand ich nervig und störend. Die Rollenspielelemente und jeweiligen Spezialfähigkeiten brauche ich in einem GTA auch nicht. Die Missionen wie "Jogging" oder "Mountainbiking" fand ich nur öde.
Das ist aber alles ein Jammern auf sehr hohem Niveau, Grafik, Spielwelt, Missionen (bis auf die genannten Ausnahmen) und Schießereien sind (auf der One und PS4) einfach genial.
 
Meiner Meinung nach ist GTA das perfekte Spiel für nebenbei, da die Missionen meistens eher kurz sind und die Story keine große Aufmerksamkeit verlangt.

Meistens steht bei mir bei der Missionszeit irgendwas zwischen 10 und 20 Minuten.

Ein "Spiel für zwischendurch" zeichnet sich bei mir auch immer dadurch aus, dass ich irgendwas nebenbei mache (Musik/Podcast hören). Das ist bei GTA V absolut der Fall.


Das klingt ehrlich gesagt furchtbar. Viel etwas Schlechteres kann man über ein Spiel glaube ich gar nicht sagen.
Da nehm ich 100 Mal lieber eine schwacher Grafik, schlechte Steuerung und ein paar Bugs in Kauf bevor ich bei einem Spiel nicht in der Lage bin, zu 100 % in der Spielwelt und der Geschichte zu versinken.

Klingt wie irgendwelche Talk-Shows oder flache Serien, die nebenbei laufen weil der Fernseher halt aufgedreht ist.
 
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