Im Endeffekt läuft 90% des Spiels nur aufs Prügeln hinaus, schrecklich anspruchsloses Prügeln. Wüstes Linksklickgerammel reicht, um den Gegner kernig zu bearbeiten. Mit Glück hat er nicht mal die Chance zum Kontern, sondern lässt sich wie ein Tölpel den Hintern versohlen. Oft stehe ich einem Feind gegenüber, der sich träge in den Kampf schleppt und alle Jubeljahre mal einen Gegenangriff anbringt. Oder er reckt den Arm nach hinten und holt weeeeit aus, was ungefähr zehn Sekunden dauert und von einem entsprechenden Soundeffekt begleitet wird, damit wirklich jeder rechtzeitig reagieren kann. Wie in „The Witcher“ leuchtet die Klinge im Schlag kurz auf und geht per Klick in eine Kombo-Attacke über, je nach Nahkampfstufe länger oder kürzer, mächtiger oder schmächtiger.
Mit der rechten Maustaste weiche ich mittels rollender Bewegung aus und prügele längst wieder auf den Rücken meines Widersachers ein, während dieser gerade mal seine Schlaganimation beendet hat. Die Gegner-KI kann so fürchterlich trottelig sein. Wer braucht schon Schilde zum Blocken, wenn die Hechtrolle ein allmächtiges Sicherheitsnetz spannt, in das man sich fast immer fallen lassen kann?
Nur wenn die Stinker in Gruppen aufmarschieren, klebt ihnen die Gefahr am Hacken – allein der Masse geschuldet. Aber selbst hier klappt primitives Drauflosknüppeln erschreckend oft. Oder Rückwärtsrennen, während man mit Bogen bzw. Armbrust in einer Tour feuert. Die Feinde poltern blöd und wie an der Schnur gezogen hinterher, werden alle mit Pfeilen bestückt und kommen nie in die Nähe des Flüchtenden.