Gears of War 3
Gamezone.de Vorschau: Kampagne angespielt!
Was uns gefallen hat
Action satt
Was Gears of War schon immer ausmachte, war das Gameplay. Hinter einer Deckung verschwinden, die Schergen ins Visier nehmen und ab geht die Post: Diesen perfekten Dreiklang der Shooter-Action beherrscht Gears of War 3 mit einer Selbstverständlichkeit, die kein anderer Genre-Vertreter vorweisen kann. Im Vergleich etwa zu Warhammer 40K: Space Marine spielt sich alles wie runder, griffiger und spaßiger.
Zudem sind die Kampfschauplätze perfekt designt und auf die jeweilige Gegneransammlung abgestimmt. Man tut nichts anderes, als hundertweise Widersacher abzuballern - und trotzdem
motiviert jedes Gefecht wieder aufs Neue! Hinzu kommen überraschende Skript-Sequenzen und
bombastische Bosskämpfe. Wer die beiden Vorgänger mochte, der wird also auch hier glücklich.
Hochglanz-Inszenierung
Weil das Studio Epic mit der Unreal Engine 3 einen hauseigenen Spieleunterbau hat, kann man natürlich einiges erwarten.
Schicke Texturen, atemberaubende Panoramen, krachige Effekte - an der Grafik des Spiels gibt es wenig auszusetzen. Allerdings muss man sagen,
dass der Wow-Effekt dieses Mal ausbleibt. Gears of War 3 sieht sehr gut, aber eben nicht überragend aus.
Ein Killzone 3 beispielsweise ist optisch noch mal wuchtiger und imposanter. Auch die Zwischensequenzen hinterlassen (trotz diverser Ruckler in der frühen Beta-Fassung) einen hervorragenden Eindruck.
Klasse: Ihr könnt die Sprache des Spiels umstellen und so zwischen der englischen Originaltonspur und der ebenfalls sehr ordentlichen deutschen Synchro wählen. Und damit auch jeder die Story kapiert, erklärt ein entsprechendes Video die Geschehnisse aus den beiden Vorgängern.
Große Modi- und Optionsvielfalt
Die Solo-Kampagne ist nur ein kleiner Teil des Komplettpakets, das Gears of War 3 bietet. So könnt ihr mit
maximal drei Kumpels gemeinsam den Koop-Modus bestreiten und die Story so im Team erleben. Außerdem lässt sich die sogenannte Arcade-Option zuschalten. Dann werden sämtliche Abschüsse und Aktionen mit Punkten belohnt - was dem kooperativen Geballer eine zusätzliche Wettbewerbs-Komponente verleiht. Und auch der beliebte Horde-Mehrspieler wurde nochmals aufpoliert.
Horde 2.0 bietet nun beispielsweise die Möglichkeit, Abwehrgeschütze und Mauern zu errichten, um die anrückende Feinde zu behindern. Und dann wäre da ja noch die "Beast"-Spielart: Hier übernehmt ihr die Rolle der Bösen Locust und kämpft gegen immer stärker werdende Söldnertrupps.
Perfekt ausbalanciertes Waffenarsenal
Ob Schrotflinte, Lancer-Gewehr samt Kettensäge oder Boomshot-Granatenwerfer: Die Wummen in Gears of War 3 sehen martialisch aus, klingen fies und spielen sich herrlich unterschiedlich. Jedes Offensivwerkzeug hat seine Berechtigung, keine Knarre wirkt deplatziert. Zudem ist das Trefferfeedback abermals prima gelungen. Ebenfalls sehr cool:
In einigen Levels stehen nun sogenannte Silverback-Kampfanzüge herum. Diese erinnern an Mechs und sind mit einer verheerenden Bordkanone ausgestattet.
Was uns bei Gears of War 3 gestört hat:
Arg seichter Schwierigkeitsgrad
Epic hat das
Spiel laut eigener Aussage absichtlich vereinfacht! Die Stufe "Normal" ist nun selbst für Einsteiger kaum noch eine Herausforderung. Den untersten der vier Härtegrade ("Casual") könnte wohl auch ein Schimpanse einhändig durchzocken. Wirklich knackig wird's erst bei "Hardcore" und "Insane" - wobei Letztgenannter erst nach dem Beenden der Kampagne zur Verfügung steht.
Wir finden diese Verweichlichung des Spiels befremdlich und auch falsch - denn vor allem im Koop-Modus erscheint Gears of War 3 so fast schon zu simpel.
Plumpe Charaktere, hölzerne Dramaturgie, banale Story
Klar, von einem Gears of War kann man nicht die feine Charakterzeichnung eines Shakespeare-Werks erwarten -
aber das, was Epic hier in Sachen Dialoge und Figuren abliefert, ist doch arg dämlich. So muss man beispielsweise eine ganze Mission lang die völlig beknackten Monologe von Augustus Cole ertragen. Der dunkelhäutige Muskelberg brüllt ständig derart klischeehaften Nonsens ("Hohoho!", "Yieehahh!", "The Cole Train is coming!") dass man versucht ist, Friendly-Fire zu aktivieren … Überhaupt wird hinsichtlich der Story wieder mal das Niveau eines Chuck-Norris-Streifens geboten: Eine entstellte Rebellenanführerin mit russischem Akzent? Check! Ein Held, der in gleisendem Gegenlicht seinen Schmerz zum Himmel schreit? Check! Ein zwielichtiger General mit Maximal-Schnauzbart? Check! Eine sexy Söldnerin, deren Klamottenbudget nur für ein paar knappe Fetzen gereicht hat? Die Antwort könnt ihr euch ja denken!
Keinerlei entscheidende Innovationen
Dass Gears of War 3 im Kern eine reinrassige Dauer-Ballerei ist? Geschenkt! Nichtsdestotrotz hätten wir uns ein paar relevante Neuerungen gewünscht!
Vor allem die Steuerung hätte eine Generalüberholung vertragen können - denn immer noch muss man vor jedem Hindernis erst mal in Deckung gehen, bevor sich Mister Fenix hinüber wuchten kann. Einziger nennenswerter Feature-Zugang: Drückt ihr beim Zielen auf den linken Stick, so wird der entsprechende Gegner markiert - und eure KI-Kumpane nehmen diesen nun verstärkt unter Feuer. Wirklich notwendig war die Anwendung dieser Taktik aber während unseres Probespiels nie. Zudem tut sich Epic nach wie vor schwer, Abwechslung in das Nonstop-Geschieße zu bringen.
Fast schon peinlich: An einer Stelle wird der Weg von einem Metallschrank versperrt, den ihr per Gabelstapler wegschieben müsst - allerdings ist das besagte Möbelstück gerade mal 1,5 Meter hoch! Warum die Herren Supersoldaten da nicht einfach drüber kraxeln, ist uns ein Rätsel.
Austauschbare, wenig erschreckende Monstergegner
In Gears of War 3 bekommen es Marcus Fenix & Co mit einem neuen Gegner zu tun: den Lambent! Hinter dem seltsamen Namen stecken Locust, die zu fiesen Megamonstern mutiert sind.
Dummerweise sieht das Getier aber arg öde und wenig erschreckend aus: Gelb glühende Schwachpunkte, verzerrte Fratzen, schleimige Tentakel - das haben wir schon in Dutzenden anderen Spielen gesehen.Wir gehen übrigens davon aus, dass die überraschende USK-Freigabe mit den Lambent zu tun hat.
Denn das Mutantenpack sieht wirklich nur noch im Entferntesten nach menschlichen Gegnern aus - und macht das Massenmorden somit offenbar weniger jugendgefährdend. Ob die Prüfer allerdings auch die teils völlig geschmacklosen Exekutions-Moves (Stichwort: "Stiefel zermatscht Kopf") zu Gesicht bekommen haben, wagen wir zu bezweifeln.
http://www.gamezone.de/news_detail.asp?nid=101351
Der letzt Punkt hätte von mir sein können.
