Gestern bis nach 02.00 Uhr dran gesessen... Letztes mal war mir das unter der Woche mit Battlefront passiert – ich hasste mich damals dafür und ich tue es heute. Ich bin einfach nur platt. For Honour hat aber auch dermassen Suchtpotential.
Der Titel ist ein zweischneidiges Schwert und man tut vor dem Kauf gut daran zu überdenken, was man genau will. Anders als z.B. besagtes Battlefront ist der Einstieg in For Honour recht zäh. Das Kampfsystem schaut auf den ersten Blick – insbesondere wenn man mit dem Warden anfängt – überschaubar aus. Es ist aber durchaus Komplex und von der Lernkurve und dem Aufwand zum Erlernen her mit der Komplexität eines Beat'em ups der leichteren Sorte vergleichbar. Man muss also schon bereit sein, auf button mashing zu verzichten und einen gewissen Übungsaufwand in Kauf zu nehmen. Ich schramme immer etwas an der Frustgrenze, weil es eben Zeitgenossen gibt, die mehr oder minder 24/7 Zeit zum Zocken zu haben scheinen oder die vielleicht einfach nur sehr viel besser sind als meine Wenigkeit. Da sind dann bereits innert kürzester Zeit wieder ein paar Gegner herangewachsen, gegen die in meinem bescheidenen Garten kaum ein Kraut wächst.
Nach der ersten Euphorie (Hammersetting, geiles Kampfsystem), der ersten Ernüchterung nach ein paar Stunden (Gott ist das schwer...), hat mich der Titel nunmehr in seinem Bann und ich komme einigermassen zurecht. Ich liebe das Setting – insbesondere die Herren Ritter in ihren Stahlrüstungen – und den Umstand, dass eine grundsätzlich defensive Spielweise angesagt ist. Richtig Spass macht der Titel aber nach wie vor nur – und das ist leider mit x-beliebigen Mitspielern selten genug der Fall – wenn sich alle an gewisse Grundregeln halten. Das Kampfsystem funktioniert nur dann so gut, wenn man 1 vs. 1 (oder hie und da mal 1 vs. 2) spielt. Schon ein erhebender Augenblick, wenn man sich auf dem Schlachtfeld gegenüber tritt, in Stellung geht, dem Gegner tief in die Augen schaut und dann mit Geschrei aufeinander losgeht: Die Funken sprühen beim Parieren, man muss auf seine Ausdauer achten und ist immer auf der Suche nach Schwächen im Angriffsmuster des Gegners... Die Zeit scheint dann stehen zu bleiben. Leider gibt es aber zur Genüge Spieler, die nur zu zweit, dritt oder gar viert auf der Karte unterwegs sind und statt die einzunehmenden drei Punkte gegen einzelne zu verzeidigen einfach nur Kills gegen einzelne Opfer zu sammeln scheinen. Gerade im Zentrum der Karte, wo häufig noch die KI Jungs stehen herrscht Chaos. Ich mische mich auch hie und da in ein 1 vs. 1 ein (immerhin ist der Herrschaftsmodus ja kein reines 1 vs. 1), dann aber nach Möglichkeit so, dass ich nicht meinen Mitspieler treffe, dass ich grundsätzlich ihn den Kampf führen lasse, seinen Gegner aber mit ein paar Spitzen dazwischen aus dem Konzept zu bringen versuche. Generell lässt einem das Spiel aber auch etwas alleine mit der Frage, wie gespielt werden soll, was sich gehört und was nicht... klar gibt es die ehrenhaften und unehrenhaften kills. Es wäre aber gut, wenn der Spieler da ein paar Hilfestellungen mehr erhielte und ehrenhaftes/unehrenhaftes Verhalten mehr belohnt/bestraft würde (gerade diejenigen, welche auf friendly fire pfeifen nerven extrem).
Noch etwas unschlüssig bin ich betreffend Balancing. Ich bin nach wie vor mit dem Warden unterwegs, einfach weil er mir besonderes gut gefällt und weil ich lieber die Stärken und Schwächen eines Charakteres gut erlernen möchte, bevor ich mich an den nächsten wage. Mal schauen, wie lange die Motivation mit diesem und generell mit dem Spiel hinhält – bisher für mich ein absoluter Überraschungshit. Ich hoffe, dass dem Titel Erfolg beschert ist, was in Anbetracht der Neuerscheinungen diesen Monat alles andere als selbstverständlich ist.
Zur SP-Kampagne kann ich noch nicht allzu viel sagen, denn ich habe erst ein paar Missionen gespielt – macht aber einen eher belanglosen Eindruck, das war aber trotz anders lautender Ankündigung zu erwarten.