Nach einer kleinen Lesepause hab ich mittlerweile mit der zweiten Geschichte "Grenzgänger" aus McCarthys Border-Trilogie angefangen und bin wieder begeistert.
Die Parallelen zur vorhergegangen Geschichte sind dabei alles andere als langweilend, sondern man freut sich regelrecht, wieder in diese verlorene Welt im mexikanisch-texanischen Grenzland der 20-30-40er Jahre (genau lässt es sich kaum einordnen) abzutauchen.
Wieder steht ein 16jähriger Cowboy im Mittelpunkt der Geschichte. Er ist völlig mit seiner Welt im Einklang und gibt sich mit Leidenschaft der Jagd auf eine Wölfin hin, die seit Monaten das Vieh in der Umgebung der Ranch reisst. Nun muß man sich dabei vorstellen, dass zu dieser Zeit die Wölfe fast ausgerottet waren und der alte Mann, der sie sonst jagte bereits tot ist. Der Junge und sein Vater sind deswegen recht unerfahren in der Hinsicht, verteilen relativ unbeholfen Fallen und folgen der Fährte des Tieres, allerdings ohne Erfolg. Der Junge gibt aber nicht auf und reitet jeden Tag in der Früh aus um nach dem sagenumwobenen Tier. Er sucht sogar um Rat bei einem alten Mexikaner, der ihm allerdings nur seltsames über Wölfe und Menschen erzählt. Schliesslich schafft er es doch, das Tier zu fangen und wie McCarthy das beschreibt, ist wirklich einmalig realistisch wie packend. Mc Carthy glänzt mit einem detailllierten Wissen über die Zeit und die Technik der Cowboys.
Mit rasendem Herzen nähert er sich dem verletzten Tier und weiß nicht ob er es erschiessen soll. Zeit, um seinen Vater zu holen, die hat er nicht, also entschliesst er sich, das wilde Tier mit nach Hause zu nehmen. Wie genau er das macht, wird so genial und detailliert beschrieben, das ich echt mit nem erstaunten Grinsen vor dem Buch gesessen habe. Und so gehts dann auch jedem Ami, den der mutige und kluge Bengel auf dem Weg nach Hause trifft. Völlig geil!
Allerdings entscheidet er sich dann plötzlich anders. Er büxt quasi von zuhause ab und will die Wölfin lieber in die Mexikanischen Berge bringen, woher sie ursprünglich kam. Ein wunderbar naturalistischer Trip beginnt (wieder).
Wie wahre Story der Geschichte beginnt allerdings noch, wie bereits im Vorwort verraten wird. Während der Junge das alles durchlebt, werden seine Eltern von mexikanischen Viehdieben umgebracht. Mit seinem Bruder wird er sich aufmachen, um Rache zu nehmen. Soweit bin ich allerdings noch nicht.
Vielleicht mache ich ja jemanden Lust auf diese geniale Geschichtensammlung. Ist definitiv der Stoff auf dem einsame (Männer-)träume gemacht sind.