Wir wussten nun, wie es war, einen Jungen ohne Hemd zu sehen, und warum dies Lux veranlasste, den Namen Kevin mit purpurrotem Magic Marker über ihr ganzes Ringheft zu schreiben und sogar auf ihre Höschen und BHs, und wir konnten ihre Wut verstehen, als sie eines Tages beim heimkommen entdeckte, dass Mrs. Lisbon ihre Sachen in Chlorox eingeweicht und alle "Kevins" herausgebleicht hatte. Wir wussten, was für ein Schmerz es war, wenn einem der Winterwind unter den Rock fegte, und was für eine Qual darin lag, wenn man in der Schule die ganze Zeit mit geschlossenen Knien sitzen musste, und wir wussten, wie stumpfsinnig und empörend es war, seilzuspringen, während die Jungen Baseball spielten. Wir konnten nie verstehen, warum es den Mädchen so wichtig war, reif zu sein, oder warum sie sich immerzu gegenseitig Komplimente machen mussten, aber manchmal, wenn einer von uns einen langen Abschnitt aus dem Tagebuch vorgelesen hatte, mussten wir uns gegen den Impuls wehren, einander zu umarmen oder uns gegenseitig zu versichern, wie hübsch wir seien. Wir fühlten, wie eingesperrt man als Mädchen war, wie es den Geist zu Träumen anregte und wie man am Ende dahinter kam, welche Farben zusammenpassten. Wir wussten, dass die Mädchen unsere Zwillinge waren, dass wir alle wie Geschöpfe mit der gleichen Haut im Raum existierten und dass sie alles über uns wussten, während wir sie nicht ergründen konnten. Und schließlich wussten wir, dass die Mädchen in Wirklichkeit verkleidete Frauen waren, dass sie die Liebe und selbst den Tod verstanden und dass wir lediglich dazu dienten, das Spektakel zu veranstalten, das sie zu faszinieren schien.