Collector von
Markus Heitz
Klappentext:
Das Weltall ist nicht groß genug, um zu entkommen...
Die Zukunft, unendliche Weiten ... Dies ist die Geschichte vom Aufbruch der Menschheit ins All. Die Geschichte der Besiedelung zahlloser faszinierender Welten. Und die Geschichte der Begegnung mit den Collectors, Außerirdischen, die noch überheblicher sind als wir – und weitaus gefährlicher ... Mit "Collector" hat Markus Heitz, Autor des Bestsellers "Die Zwerge", das ultimative Zukunftsepos geschrieben – ein atemberaubendes Abenteuer in Cinemascope.
Wir schreiben das Jahr 3042. Die Menschheit ist ins Weltall aufgebrochen, doch nicht mit eigener Technik, sondern mit Hilfe von Objekten, die man bei Ausgrabungen auf der Erde gefunden hat: außerirdische Hinterlassenschaften, die zwar funktionieren, deren Funktionsweise die menschlichen Piloten jedoch nur in Ansätzen verstehen. So verläuft die Besiedelung anderer Planeten denkbar chaotisch. Doch dann treffen die Menschen auf eine außerirdische Spezies – die Collectors –, die anbietet, die menschliche Zivilisation unter ihre Fittiche zu nehmen und in die Gemeinschaft der galaktischen Völker einzuführen. Ein Angebot, das die Menschen nicht ablehnen können – mit katastrophalen Folgen ...
Also vorweg erstmal: Heitz
kann gute Bücher schreiben. Seine Shadowrun-Romane gehören zu den Besten der doch recht umfangreichen Reihe. Bei seinem eigenen Rollenspieluniversum hat er leider nicht so viel Fortune.
Für Collector, was den Einführungsroman zur Justifier-Reihe darstellt, gilt praktisch das Gleiche wie für das Folgebuch von Hardebusch: prinzipiell eine solide Grundgeschichte, allerdings in Form eines üblen B-Movie umgesetzt, uninspiriert und klischeeverseucht. Das merkt man besonders an den handelnden Figuren, die überraschend eindimensional bleiben. Über weite Strecken kommt man sich vor, wie in einer SciFi-Soap, mit dem üblichen, einfach gestrickten Plot (Betrug & Erpressung, übermächtige Gefahren, Sex, Krieg, Liebe, heroische Rettung, Familienzusammenführung, Bestrafung der Bösewichte, Happy End, spontanes Übergeben).
Kein Klischee ausgelassen!
Der ganze Roman krankt darüber hinaus daran, daß Heitz anscheinend jeden Aspekt seines
Rollenspiel- Abenteuerspiels unterbringen wollte. Daraus resultieren diverse Figuren, Konzerne, Fraktionen, Philosophien, etc. die größtenteils nichts zur Atmosphäre beitragen, im Gegenteil, sie verwirren mehr und sind in sich nicht stimmig.
Das gilt im übrigen auch für das geschaffene Universum. Heitz sagt selbst, er hätte alle seine SF-Lieblingsserien zitiert (der zynische schnodderige Bordarzt Nimoy Ingstrabur??

). Man könnte auch sagen, er sei auf Einkaufstour gegangen, bei Allem, was in der SF in Wort und Bild Rang und Namen hat. Alles schon mal da gewesen und woanders leider auch immer besser. Das Ganze wirkt sehr zusammengestückelt und entwickelt keine echte Atmosphäre. Vor allem macht das Ganze keinen "gewachsenen" Eindruck. Ein Kardinalfehler bei so einem Projekt. Zudem kommen noch eine Reihe von Logikfehlern, auch bei den technischen Grundlagen. Bei einem SciFi-Roman ein NoGo! Klar ist das Alles nur fiktiv, aber innerhalb des Universums sollte die Technik schon konsistent sein. Wenn das wirklich funktionieren soll, ist da noch eine Meeenge Feintuning nötig!
Fazit: Als Atmo-Buch für die Spieler des Justifier-P&P ist es OK, als eigenständiges SF-Buch leider ungenügend
3,5/10