Ich finde das ja bewundernswert, dass du noch so einem traditionellem Gewerbe nachgehst, aber merkst du auch, dass der Umsatz immer weniger wird?
Also ich meine damit, dass ich nur noch wenige Leute kenne, die sich wirklich die Schuhe reparieren lassen - danke Wegwerfgesellschaft. Und nur von Schlüssel machen kann man auch nicht leben, oder?
Mit einem reinen Schlüsseldienst kann man schon leben, vorausgesetzt man hat auch einen Außen/Notdienst. Bin ich aber kein Fan von, ich arbeite lieber in meiner Werkstatt als ständig unterwegs zu sein. Vor allem kann man nie wissen was einen erwartet, verzogene Türen, verharzte Schlösser, da kommt richtig Freude auf wenn der Einbau doppelt so lange dauert.
Nur mit Schuhreparatur hingegen kann man nicht mehr überleben, außer man macht Schuhe für die Prominenz. Daher auch die Kombination mit Schlüsseln, Batteriewechsel, etc.
Natürlich merke ich wie es zunehmend weniger wird, sieht man schon daran, daß meine Eltern noch ein Haus bauen konnten und ich mir nicht einmal ne Eigentumswohnung leisten kann.

Aber es kommt immer auf den Standort an, in Langenfeld hatte ich reichlich Schuhreparatur, auch überwiegend hochwertige Schuhe. Nur zu wenig Laufkundschaft und Nebengeschäft mit Schlüsseln. Ist auch einer der Gründe warum ich wieder nach Bochum zurück bin (Familie und Heimat sind aber der Hauptgrund).
Hier ist die soziale Struktur natürlich eine ganz andere, was Schuhe angeht habe ich fast nur Schrott zu Gesicht bekommen. Es dauert halt, bis Kunden aus umliegenden Stadtteilen auf mich aufmerksam werden. Es werden sicherlich auch noch viele Stammkunden wieder kommen sobald sie von meiner glorreichen Rückkehr erfahren.

Nebengeschäft ist bereits jetzt ganz gut, muss nur noch abwarten bis mein Mitbewerber endlich raus geworfen wird. Der ist zwar ein Pfuscher und teilweise teurer aber hat eine etwas bessere Lage. Gekündigt ist er schon aber freiwillig scheint er nicht zu gehen.
Keine Miete zahlen aber mir den Umsatz klauen, elendes Pack. Jeden 2. Tag Aggros und Mordgedanken deswegen.
