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Englisch zu Hause lernen

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Bisschen erschreckend, wie das Erlernen einer Sprache durch den Konsum von kulturindustriellen Schund herabgesetzt wird. Ich bin der Meinung, wenn man eine Sprache wirklich erlernen und nicht nur ein durch alle möglichen Einflüsse verzerrtes Sprachbild imitieren möchte, dann geht kein Weg am Unterricht vorbei. Zusätzlich kann man sich dann immer noch Serien und Videospiele in der entsprechenden Sprache geben. Aber das allein, kann sicherlich keinen Unterricht ersetzen. Vorausgesetzt, man will die Sprache wirklich beherrschen und aktiv benutzen.
 
Nö, da widerspreche ich dir. Mein Englisch habe ich eher über Videospiele damals gefestigt, der Unterricht war viel zu trocken und eingeschränkt. (wir hatten Englisch seit der 4. Klasse, da war es sinnvoll wenn du es neu lernst aber später waren Videospiele hilfreicher - bzw. noch später Onlinespiele mit aktiver Kommunikation). Aber sprechen ist immer noch das Beste. Ich habe damals im Französischunterricht russische Theorie und Grammatik nebenbei gelernt ... ich kann heute kein Französisch mehr aber dank russischer Musik und viel Kommunikation auf Russisch blieb das noch erhalten, die Theorie hab ich längst wieder vergessen.
 
Klar, das wichtigste ist sicherlich, dass man die Sprache auch benutzt. Ansonsten verlernt man alles wieder. Ich hatte auch fünf Jahre französisch, da ist kaum etwas von hängengeblieben.

Man sollte sich dann auch die Frage stellen, wozu man die Sprache überhaupt benötigt. Wenn es hauptsächlich darum geht, im Internet damit zu kommunizieren und Serien und Games zu konsumieren, dann reicht es sicherlich auch, sich die Sprache auf dem Weg anzueignen. Aber wenn man die auch mal beruflich seriös benutzen will, dann sollte man das ganze auch auf ein stabiles Fundament stellen.
 
Unterricht stellt die Basis auf, aber ab einem Gewissen Punkt geht es bei den Allermeisten mit Unterricht allein nicht weiter. Was Melphiz über Anime schrieb zeigt aber imho ganz gut die wichtigkeit einer gesunden Basis. Die wenigsten haben die nötige Basis um mehr als einfache Floskeln aus Anime mitzunehmen. Ich selbst habe 3 Jahre intensiv japanisch an der Universität gelernt, war aber trotzdem nicht auf dem Niveau passiv über Medien lernen zu können. Heute ist vom Japanisch nicht mehr viel über, leider.
 
Ich muss zugeben, dass ich bei den engl. Subs immer wieder über Wörter stoße, die ich nicht kannte. Englisch ist für mich eine flüssige Sprache aber selbst solche Kleinigkeiten erweitern immer wieder, weil man nicht alles lernen und wissen kann.
Ich kenne viele Spieler aus Silkroad Online, die gar kein Englisch konnten als die das Spiel erstmalig spielten. Nach einigen Jahren konnten sie sich gut unterhalten, sicher kein Businessgelaber aber das dürften die Wenigsten von uns, da fehlt es an vielen spezifischen Begriffen. Viele dieser Spieler hatten kein Englisch in ihrem Unterricht.

Ich finde, Sprachen aus Filmen etc. zu lernen schafft meiner Meinung nach eine gute Basis, da man ein Gefühl für die Sprache bekommt und entwickeln kann (Aussprache, sprachliche Gewohnheiten [wie das Verschlucken von geschr. Buchstaben etc.] und einen Einstieg bekommt. Mehr als Floskeln lernt man auch nicht in der Schule am Anfang, für tiefergehende Grammatik etc. gibt es viele Seiten, die richtigen Lehrstoff anbieten. Manchen genügt es, manch einer benötigt aktiven Unterricht.

Ein Kollege von mir auf Arbeit hat 2x die Woche eine private Lehrerin, um sein Englisch aufzufrischen bzw. richtig zu lernen ... ganz ehrlich, wenn ich den Käse da sehe, dieses Schuleinstiegsenglisch ... das kann ich auch im Internet bekommen, dazu gibt es einige Seiten mit Audiobeispielen zur Theorie :D


Hm, gut das ist alles eigentlich auch sehr subjektiv - ich bin sowieso jemand, der sich schnell in Fremdsprachen zurecht findet. Das mag vielen anders gehen.
 
Urgs schrieb:
Klar, das wichtigste ist sicherlich, dass man die Sprache auch benutzt. Ansonsten verlernt man alles wieder. Ich hatte auch fünf Jahre französisch, da ist kaum etwas von hängengeblieben.

Man sollte sich dann auch die Frage stellen, wozu man die Sprache überhaupt benötigt. Wenn es hauptsächlich darum geht, im Internet damit zu kommunizieren und Serien und Games zu konsumieren, dann reicht es sicherlich auch, sich die Sprache auf dem Weg anzueignen. Aber wenn man die auch mal beruflich seriös benutzen will, dann sollte man das ganze auch auf ein stabiles Fundament stellen.

Ich muss auch energisch widersprechen. Wenn du dein Vokabular um Business English erweiterst kommst du hervorragend in jedem internationalen Meeting durch. Schau mal Jahre lang Filme im O-Ton. Danach weißte, dass es geht. Ich hab in internationalen Workshops problemlos Protokolle mitgeschrieben. Alles Serien- und Filme-Wissen (und n paar research papers an der Uni).
 
Studier mal in einem Englischsprachigen Land und du siehst gaaaaaanz schnell wie limitiert du bist, wenn du in der Schule nicht aufgepasst hast.

Um ein Gefühl für die Sprache zu bekommen ist es super Filme auf Englisch zu schauen, aber wichtiger wäre es sich Nachrichten durchzulesen und anzuhören. Natürlich nicht Fox News sondern ein Tagesschauformat, wo wirklich auf den Satzbau geachtet wird.
 
Die Frage ist, wofür du das Englisch brauchst.
Als Englischlehrer in the making kann ich dir auf jeden Fall raten, dass man eine Sprache (und eigentlich alles andere auch) am besten lernt, wenn man sich damit konfrontiert und gewisse Dinge einfach akzeptiert: Du wirst vermutlich für immer den deutschen Akzent haben und du wirst beim Sprechen Fehler machen.
Aber das ist egal, guck dir mal an, wie du selbst Deutsch in deinem Umfeld sprichst (okay, als Hannoveraner vermutlich besseres als ich :gerri: ), aber da bleibt vom Deutschunterricht nicht viel übrig und ein Ausländer könnte unter umständen Probleme mit deiner Umgangssprach haben, so gehts dir dann halt in deren Slang. Das ist aber egal, da guckt keiner schief, besonders nicht bei Fehler bezüglich der Grammatik. Die ist im englischen ohnehin relativ leicht & vollkommen überbewertet, da machen auch Native Speakers ständig Fehler, die ihnen selbst gar nicht auffallen würden.
Gelegentlich gibts in Irish Pubs auch rein englischsprachige Abende, aber das wär mir ehrlichgesagt zu affig mich mit meinen deutschen Freunden auf einer Fremdsprache zu unterhalten...
Im übrigen kann ich da das Lesen auf dem Kindle nur empfehlen, da kann man per Tastendruck sofort ein english/english dictionary verwenden und muss nicht mehr selbst nachschlagen und prüft fehlende Vokabeln dann sogar tatächlich statt den teil nur zu überfliegen :D

Falls du hingegen Business Englisch oder andere akademische Verwendungswünsche hast, dann solltest du die Schulbank drücken.
 
Urgs schrieb:
Bisschen erschreckend, wie das Erlernen einer Sprache durch den Konsum von kulturindustriellen Schund herabgesetzt wird. Ich bin der Meinung, wenn man eine Sprache wirklich erlernen und nicht nur ein durch alle möglichen Einflüsse verzerrtes Sprachbild imitieren möchte, dann geht kein Weg am Unterricht vorbei. Zusätzlich kann man sich dann immer noch Serien und Videospiele in der entsprechenden Sprache geben. Aber das allein, kann sicherlich keinen Unterricht ersetzen. Vorausgesetzt, man will die Sprache wirklich beherrschen und aktiv benutzen.

Genau da lernst du doch aber die verzerrteste Version einer Sprache, die es gibt: Die, die kein native je benutzt.
Ich merk das immer ganz gut bei Freunden, die in der Schule Deutsch lernten und in jedem Examen locker das B2 Niveau erreichen wuerden: Wunderschoen korrekte Grammatik und ein Satzbau zum niederknien, aber keine Sau spricht so in der Realitaet.

Ich hab mein Englisch mit Filmen und Spielen gelernt (auch mal so peinlichen Scheiss wie ne dramatische MGS Szene nachgesprochen bis ich genauso cool klang wie Solid Snake himself) - Heute lese ich unibedingt britische research paper ueber die transzendentale Bedeutung des Bewusstsein im prefrontal cortex und merke immer mehr, dass ich inzwischen viele Sachen auf Englisch weiss, wo ich keinen blassen Schimmer haette wie ich das auch nur annaehernd so eloquent im Deutschen rueberbringen koennte.
Klar waer das ohne den Unterricht in der Schule nicht geglueckt, aber, und da machen wir uns mal nichts vor, nachdem die basics sitzen (und die englische Grammatik ist zum Glueck angenehm simpel), isses eigentlich nur noch Wortschatzerweiterung, an der man arbeiten muss - und genau dafuer sind Filme perfekt. Redewendungen bringt dir kein Lehrer bei (entweder weil ers nicht kann oder nicht will, stehen ja nicht im Oxford dictionary drin, lol), sowas schnappste in Serien auf, in denen die Charaktere Alltagssprache verwenden.
 
Zumal man (zumindest war's bei uns so) ja schulisch i.d.R. wirklich nur dieses Oxford-Zeug eingetrichtert bekommt, während man sich gerade mit Filmen mit amerikanischem Englisch versaut *gg* (was bei mir beim Schreiben dann öfter auch Mischfehler zur Folge hat - wo sich brit. und amerik. Englisch unterscheiden bspw. defense/defence etc.).
 
Du unterstützt doch gerade unsere These.

Willst du Smalltalk halten -> guck Englische Filme
Willst du in einer professionellen Umgebung in Wort und Schrift bestehen -> nimm Englisch Unterricht und lies danach wissenschaftliche Texte um Deinen Wortschatz zu erweitern
 
Melphiz schrieb:
(was bei mir beim Schreiben dann öfter auch Mischfehler zur Folge hat - wo sich brit. und amerik. Englisch unterscheiden bspw. defense/defence etc.).

Jo, sowas ist tricky - mit den 3 millionen einfluessen, die es im heutigen englisch aber gibt (u.s. mit ihrem 300 dialekten, canadian, aussie english, suedafrikanisch, britisch, continental, blablabla) wuerd ich mir aber keinen Kopf machen, ob du jetzt gray oder grey schreibst - wenn das Dokument echt 1A korrekt sein muss, fuehrt eh kein Weg an ner Korrekturlesung von nem Briten vorbei.
 
Melphiz schrieb:
Ich wusste nicht, dass alle wissenschaftlichen Texte im Oxford-Englisch geschrieben sind :?

Sind sie auch nur, wenn Briten die Autoren sind - ich krieg immer wieder mal mit, wie sich unsere amerikanischen Forscher ueber die britischen paper brüskieren, weil die dochn ziemlich "gehobeneres" level bieten, welches jetzt nich unbedingt dem Zweck dient.
 
Melphiz schrieb:
jap. Anime mit eng. Subs schauen :deal: lernste zwei Sprachen gleichzeitig <( ^__ ^<)

Ja, das ist auch der Grund, wieso 40jährige bärtige Kerle auf Conventions dann wie 15jährige japanische Schulmädchen Japanisch sprechen und deutsche Oberschülerinnen wie japanische männliche Mittelschüler, usw... :grins: :deal:
 
Das ist korrekt, spricht mich auch nicht an ;) Aber muss ich mir vielleicht mal geben, um zu erleben, was du da schreibst. Ich kann's mir momentan nicht so richtig vorstellen, muss ich gestehen :)
 
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