Gears of War 4 (XBox One)
Kampagne (Spoiler)
Hab die Kampagne gestern (endlich) beendet und ich habe mich wahrlich schwer dabei getan. Nicht wegen des SG (hab auf normal gezockt), sondern weil für mich hier nach dem ohnehin zu gemächlichen Spielstart schnell die Luft raus war und es mir durchgehend schwer viel überhaupt noch mal richtige Motivation zu schöpfen.
Das Spiel beginnt mit einem toll inszenierten Prolog um die vergangen Spiele und Storygeschehnisse noch einmal rekapitulieren zu können, ebbt dann jedoch erzählerisch wie gameplaytechnisch in einen äußerst ermüdenden Neubeginn der Spielereihe. Ohne jetzt groß ins Detail gehen zu wollen (kann im Gears Thread gern nachgelesen werden) wurde hier IMO ein völlig falscher Storyansatz sowie ein absolut langweiliger Gegner gewählt.
Immerhin wird ab Akt 3 nochmal ordentlich an der Atmosphäreschraube gedreht und mit dem Schwarm wird einem dann auch eine gearsgerechter Gegner serviert der jedoch recht abwechslungsarm daherkommt. Hier hätte ich mir zumindest noch 1-2 mehr Nahkämpfer wie bspw. den Butcher oder den Mauler aus den Vorgängern gewünscht. Auch die angebrachte Flashlight am Lancer hätte durchaus noch Spielraum für ein wenig mehr Horrorszenerien gelassen.
Die neu eingeführten Waffen sind insgesamt ok, allerdings kein wirklicher Ersatz für das bereits bekannte
So schnetzelt man sich nun von Akt zu Akt, bekommt dabei den ein oder anderen mehr oder weniger neuen Zwischenboss (die ich durchaus ok finde) vor die Flinte gesetzt, darf sich in einem haushohen Mech übermächtig durch die Schwarmhorden ballern (manchem gefällt das ja, mir eher nicht) um schlussendlich gegen einen finalen Boss zu kämpfen zu dem das Spiel zu keiner Zeit im Voraus Bezug genommen hat. Auf einmal ist da halt dieses Tentakelmonster da, welches man zumindest mal vorher hätte andeuten können. Fand ich ebenfalls nicht optimal gelöst. Zu guter Letzt noch ein abruptes Cliffhanger Ende par excellance, welches wieder viele Fragen aufwirft, sofern man sich denn ein wenig für die recht überschaubare Story interessiert. Generell krankt Gears in diesem Punkt.
Man kann sich sicherlich viele Hintergrundinfos zusammen recherchieren wenn man abseits der Spiele in Büchern und Comics schmökert. Dennoch ist es ärgerlich das alte Fragen zum Thema Locust nie geklärt wurden. Selbst die Sammelobjekte im Spiel sind völlig belangloser Tinnef, welcher absolut nichts zum Geschehenen beitragen kann und lediglich als Beschäftigungsmaßnahme dienen. Wer also nicht gerade passionierter Achievementjäger ist oder generell gern alles komplett macht, darf sich das gern sparen.
Die neuen Charaktere finde ich durchaus ok. Sie werden sicherlich nicht so im Gedächtnis bleiben wie die "alte Garde", aber sie sind sympathisch und wesentlich menschlicher als noch ihre Vorgänger.
Fazit: Im Großen und Ganzen fällt die Kampagne für mich durch und im direkten Vergleich mit der Vorgängertrilogie steht sie hinter den Teilen 1-3.
Horde (Spoiler
)
Wusstet ihr dass jedes Spiel mit einem Hordemodus automatisch schon kein schlechtes Spiel mehr ist? Jaha, diesen Satz darf jeder verblüffte Leser jetzt gern in den "Was habe ich heute wieder gelernt"-Thread kopieren und mit Gears of War 4 und dem neuen Horde 3.0 Modus haben wir dieses Jahr auch direkt die absolute Königsklasse geliefert bekommen.
Mein Gott, ich liebe Horde in Gears seit Teil 2 und The Coalition hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet. Die bereits über 100 investierten Stunden fühlten sich zu keiner Zeit als verschwendet an und es werden wohl auch noch mind. einmal 100 werden. Für mich mittlerweile das absolute Herzstück der Spieleserie.
Positiv zu erwähnen wäre hier direkt der modifizierte Basenbau bei dem die noch aus Teil 3 bekannten Limitierungen gestrichen worden und man nun seine Befestigungen nach eigenem Gutdünken aufstellen kann. Auch das neu eingeführte Klassensystem weiß nach anfänglicher Skepsis zu überzeugen und kann ein gut organisiertes Team selbst auf Wahnsinnig relativ problemlos zum Sieg führen. Dafür ist es schwieriger geworden in Randommatches Erfolge zu feiern da sich hier auch schnell die Spreu vom Weizen trennt und leider viel Spreu unterwegs ist, die das System ganz und gar nicht verstanden haben sondern lieber ihren Egotrip durchziehen.
Aber es macht Spaß seine Klasse mit neuen Fähigkeiten auf zu werten und es fühlt sich gut an wenn man nach 50 Wellen die verdienten Credits in neue Upgrades investieren darf, zumal die Beträge mittlerweile auch auf ein akzeptables maß gepatcht worden. Gleiches gilt für Klassen-XP. Natürlich darf man die Microtransaktionen für Echtgeld kritisch beäugen, aber es lässt sich doch alles relativ unproblematisch mit Ingamewährung erspielen.
Fazit: Horde rockt derbe. Gönnung pur.
MP
Noch gar nicht gespielt., bin eh zu schlecht.
Nachdem ich eigentlich lange Zeit überhaupt kein Interesse an einem neuen Gearsteil hatte bin ich schlussendlich froh dass der Hype kurz vor Release doch noch einsetzte. Gears of War 4 ist ein technisch sehr ausgereiftes Spiel mit grandioser Optik, tollen Effekten und Lichtspielereien, bombastischem Sound und dem wohl besten Hordemodus aller Zeiten. Schade dass die Kampagne in meinen Augen eher mehr nach hinten losging als wirklich etwas Neues zu etablieren und an vielen Stellen (vor allem am Anfang) reichlich Potenzial verschenkt. Schade auch, dass man kurz nach Release direkt erstmal 2 bekannte Karten aus den Vorgängerteilen veröffentlicht hat. Hier möchte ich den Entwicklern doch große Lazyness unterstellen und als Seasonpassbesitzer komm ich mir da schon leicht veräppelt vor, zumal man ja mit dem Hauptspiel bereits eine alte Karte remastered hat (Stillstand, wieder mal).
Dennoch bereue ich den Kauf zu keiner Sekunde und werde sicherlich noch viel Spaß mit dem Spiel haben. Ich bin natürlich gespannt was sich The Coalition noch alles für den Hordemodus ausgedacht hat und in wie weit man da noch neue Klassen und/oder Befestigungen nachliefert.
7/10