Hab am Wochenende endlich Cyberpunk 2077 durchgespielt bekommen. Leider hatte mich zwischenzeitlich der ganze real life bullshit davon abgehalten, so dass ich eine längere Unterbrechung hatte. Aber bevor Starfield kommt, wollte ich es dann aber doch abgeschlossen haben. Hätte mich genervt ein noch offenes Spiel zu haben wenn ich mit einem neuen Schwergewicht anfange. Tatsächlich war ich auch schon relativ weit, so dass es am Ende auch überraschend schnell ging.
Glücklicherweise hatte ich ja relativ lange gewartet bevor ich mit dem Spiel begonnen hatte. Dieses ganze Drama vom Anfang ging insofern - ähnlich wie damals bei Mass Effect Andromeda - an mir vorüber. Ich konnte das Spiel technisch so spielen wie es sein sollte. Hatte keine nennenswerten Bugs, Abstürze oder ähnliches. Allerdings muss ich dazu sagen, dass mich solche Settings eigentlich überhaupt nicht reizen. Ich mag Rollenspiele. Fantasy oder SciFi. Aber sowohl Endzeitsettings wie Fallout wie auch Cyberpunk/Shadowrunsettings machen mich nicht wirklich an. Auch rein urbane Settings finde ich eigentlich recht öde. Aber da Witcher 3 absolut genial war, habe ich es eben doch gespielt. Und trotz der meiner genannten Vorbehalte gegen das Setting, fand ich das Spiel trotzdem toll. Es hat mich nie so gepackt wie ein Witcher 3 an gewissen Stellen, oder ein Mass Effect und auch Bethesda Spiele sind mit ihren Erkundungsmöglichkeiten eine andere Hausnummer und haben eine andere Faszination für mich. Aber bis zum Schluss war ich immer wieder gefangen davon, wie riesig Night City ist und wie sehr ich noch nie in nem Spiel so ne faszinierende Stadt gesehen habe. Auch wenn die Stadt nur ne Tapete ist, die einem mehr vorgaugelt als sie ist, fand ich sie vom Design her absolut immersiv. Ich habe es absolut geliebt durch die Stadt zu fahren und alles zu betrachten. Ein weiterer Pluspunkt waren auch die ganzen Hauptcharaktere. Das waren Persönlichkeiten die realistisch, nicht aufgesetzt sondern einfach menschlich waren. Gerade diese Interaktionen fand ich fantastisch gelungen. Auch grafisch hat mich das Spiel derbst beeindruckt. Klar ist es Immersionsbrechend, wenn dir in einer Straße 6 mal das gleiche Charaktermodel entgegen kommt. Aber das Gesamtbild der Stadt stimmt einfach.
Tatsächlich waren es dann auch überraschenderweise eher die Storymissionen die sich meistens eher 0815 anfühlten. Insbesondere aber auch durch die Spielweise wie sie sich für mich am einfachsten und spaßigsten darstellte. Auf den ganzen Cyberkram hatte ich keine Lust und so verkam das Spiel dann bei mir eher zu nem RPG Shooter. Abwechslung kam dann nur zustande ich dem ich manchmal auf die Mantisklingen und in den Nahkampf wechselte. Dadurch fühlten sich die meisten Missionen, oder eher deren Ablauf, doch recht beliebig an. Da es hieß rein, alles umballern, zum Zielobjekt und Ende. Natürlich gab es hier schon auch kleine Höhepunkte, so ist es nicht. Aber es sind dann doch eher die ruhigen Momente die in Erinnerung bleiben, an wirklich viele Missionen erinnere ich mich - auch wegen des doch immer recht gleichen Settings - eher nicht. Da denke ich vor allem an Jackie und Takemura. Die zwei Charaktere punkteten bei mir noch deutlich vor Keanu äh Johnny Silverhand. Das waren tolle Momente die das Spiel da geschaffen hat.
Tja nur das, bzw. mein Ende - "the Sun" - fand ich irgendwie scheiße und ganz seltsam. Ich hab noch überlegt, ob ich noch andere Enden spielen sollte. Lasse das aber. Immerhin war das jetzt mein Ende das ich ausgewählt habe. Aber das hat mich dann doch nach allem was war etwas enttäuscht zurück gelassen. Ja, ich kann da vielleicht noch viel reininterpretieren, aber das hat sich nicht so richtig nach einen zufriedenstellenden Abschluss angefühlt.
Ein echtes SciFi Spiel in der Art würde mich aber absolut mitreisen. Es ist schwer zu beschreiben. Hinter der sehr schicken Fassade von Cyberpunkt steckt eigentlich ein recht altbackenes Spiel. Ich hatte mit neuen Impulsen fürs Genre gerechnet. Diese sucht man vergeblich. Aber die Summe der Teile hat Spaß gemacht. Von daher war das für mich eine 8-9 von 10. Hätte es nicht den oben beschriebenen Settingmalus von mir, wäre es locker ne 9 geworden. Die vorab erwartete 10 ist es dann aber doch deutlich nicht geworden. Dazu fehlt mir dann doch mehr besonderes oder Erinnerungswürdiges.