Tales of Zestiria
Nach ca. 50 Stunden bin ich durch und hatte ne Menge Spaß.
Der Einstieg war wirklich verwirrend, da das Spiel denkt, das recht komplexe Kampfsystem erklärt man am besten mittels vieler Textboxen. Aber nach ein paar Stunden findet man sich rein, dann kommen nach und nach mehr Mechaniken dazu und am Ende ists imo super. Wenn die Combos mal fließen und man schöne High Level Artes lernt, hat man schnell das geliebte JRPG Effektfeuerwerk.
Hatte den Kampf-Schwierigkeitsgrad durchgehend eins über der Standardeinstellung, außer beim finalen Boss, da hab ich wieder ne Stufe runter geregelt, da er mich sonst mit einer bescheuerten tödlichen AoE-Attacke erwischt hat.
Die Story fand ich auch gut, obwohl natürlich viele Klischees verarbeitet werden. Aber wenn man wie ich nicht soo viele JRPGs zockt, fällt das eher weniger auf. Manche Charaktere wie Edna oder Laylah fand ich wirklich sympathisch, auch die Skits haben mir großteils gefallen und manchmal ein Schmunzeln abgerungen. Das englische Voice Acting ist auch durch die Bank hinweg gut.
Grafisch ist es....trist. Cel Shading hin oder her, die Umgebungen könnten teilweise aus dem Ende der PS2-Ära stammen. Kein Setdressing, karge Landschaften mit immergleichen Texturen, kaum Inneneinrichtung in Gebäuden. Die Charaktermodelle sehen da schon besser aus, reißen aber keine Bäume aus. Ich hoffe, das nächste Tales of bekommt mal zeitgemäße Optik spendiert.
Und die Kamera in Kämpfen ist ein einziges Ärgernis. In Innenräumen schafft sie es regelmäßig nicht, auch nur ein bisschen Überblick zu geben, hängt in Charakteren, zeigt auf den Boden etc. Manuell nachjustierbar ist sie auch nicht, da der rechte Stick mit Taktikanweisungen belegt ist. Gerade bei einem Kampfsystem, das starke Betonung auf Timing legt, kann das mehr als nur nervig sein.
Jedenfalls bin ich nach den 50 Stunden zufrieden und gehe mit dem Gefühl raus, endlich wieder ein richtiges JRPG gespielt zu haben. Ein Gefühl, dass ich nach dem Ende von Final Fantasy XV vermisst hatte.