Heavy Rain
Der Einstieg in das Spiel ist mir sehr schwer gefallen. Zu Beginn musste ich mich wirklich lange mit der Steuerung auseinandersetzen um mich einigermaßen an die Steuerung zu gewöhnen. Dazu kommt, das der Teil bis zur Vorstellung des Privatdetektivs der langweiligste und nervigste des ganzen Spiels war. Das alles hätte mich fast dazu gebracht das Spiel vorzeitig abzubrechen.
Nach dem dann die nervige Handlung am Anfang, die versucht hat einem die Charaktere näher zu bringen, beendet war konnte mich das Spiel für sich gewinnen. Denn zum Glück wurden nach diesem Zeitpunkt neue interessante Protagonisten eingeführt. Die 4 Protagonisten werden abwechselnd gespielt. Da wären der Vater, ein FBI-Agent, eine Journalisten und der Privatdetektiv.
Mein Favorit ist ganz klar der Privatdetektiv. Er verhält sich manchmal leicht mürrisch kommt trotz dessen aber immer noch nett rüber und wirkt so als hätte er immer die Macht über die aktuelle Situation. Interessant ist auch der FBI-Agent der ein nützliches Gadget mit sich führt.
Gerade bei dem Vater zu dem man eine große psychische Bindung aufbauen soll klappt es nicht. Bei der Einführung wurde mir der Charakter durch den langweiligen Einstieg unsympathisch gemacht, was über die Dauer des Spiels nicht abgebaut werden konnte. Ebenfalls trifft er oft Entscheidungen die ich nicht ganz nachvollziehen kann.
Als störend habe ich die Steuerung empfunden. Die Bewegung die im Spiel ausgeführt werden soll ist so oft der Aktion nachgeahmt die ausgeführt werden soll. Das bedeutet, wenn z. B. ein Hebel umgelegt werden soll das der Analog Stick zuerst nach oben und dann in einer Kreisbewegung nach unten gedrückt werden muss.
Nervig wird es vor allem dann wenn man den Controller schnell nach oben und unten bzw. nach links und rechts schleudern muss. Gerade diese Eingabe wird vom Spiel oft nicht korrekt erkannt und muss deshalb häufig wiederholt werden. Hierbei wird es deutlich, dass dieses Spiel eigentlich auf die Steuerung mit einem Move‑Controller ausgelegt ist.
Die Kameraperspektive lässt sich durch den User nicht verändern. Die Perspektive wird so verändert wie es für die aktuelle Position der Figur im Raum festgelegt wurde. Leider ist es deshalb nicht möglich in bestimmte Ecken eines Raumes zu schauen. Ebenfalls wirkt dadurch das Laufen sehr indirekt. So passiert es manchmal, dass man kurz hinter einer Wand verschwindet oder schlecht sichtbar ist bis die Perspektive umgeschaltet wird.
Das ist aber wohl dem Fakt geschuldet ist das man Heavy Rain schon mehr als Film statt als Spiel bezeichnet werden will. Nur durch die festgelegten Perspektiven, die gelegentlich wirklich gute Atmosphären einfangen, ist es wohl möglich, dass dieses Spiel derart inszeniert wirkt. Des Öfteren wird der Bildschirm in mehrere Teile gesplittet die unterschiedliche Orte oder unterschiedliche Ansichten auf den gleichen Ort zeigen.
Die Sprachausgabe ist gut umgesetzt, wenn man jedoch die Gedanken eines Protaginsten auswählt und der Charakter dann
laut denkt finde ich die Tonlage gewöhnungsbedürftig und jede Aussage wirkt einfach arrogant betont.
Die Grafik finde ich für PS3-Niveau wirklich hervorragend. Die Animationen, wie z. B. das Laufen, wirken jedoch häufig künstlich. Allgemein wirkt die Gestik verbesserungswürdig. Die Mimik wirkt echt und überträgt die Emotionen der Charaktere gut.
Da ich im Voraus über Heavy Rain vieles gutes gehört habe hatte ich mir von dem Spiel viel mehr erhofft. Ich dachte davon ausgehend auch, dass sich die Story in eine andere Richtung entwickeln wird. Die Story ist stellenweise mitreisend aber viele Stellen sind generisch und vorhersehbar. Heavy Rain konnte meine Erwartungen nicht erfüllen ist aufgrund des Aufbaus als interaktiver Film durchaus interessant. Aus diesem Grund fällt die Bewertung mit
6,5/10 auch noch relativ gut aus.