Alice: Madness Returns
Nach 16 Stunden das Ende erlebt.
Mir hats wirklich gefallen. Das Gameplay hat sich seit dem "Erstling" nicht großartig weiterentwickelt, was ich allerdings nicht schlimm finde, da es heutzutage einfach zu wenig Spiele in diesem Stil gibt.
Der große Aspekt, der das Spiel trägt, ist aber das Art Design. An jeder Ecke gibts neue Absurditäten zu bestaunen, überall liegen schräge Props rum und kommen einem krank aussehende Gegner in die Quere (die Puppen!

).
Am Ende fand ichs dann zwar ein wenig fragwürdig, ob man den Spieler unbedingt durch eine Öffnung an Vagina-Position einer lasziv daliegenden riesigen Babypuppe schicken muss, aber nuja.
Das Leveldesign war im großen und ganzen auch gut, das 5. Kapitel dann stellenweise grandios. Wie man da durch Schalter, Hebel etc. durch die verschachtelte Welt geschleust wurde, fand ich wirklich großartig.
Und ich muss nochmal betonen, wie mich PhysX beeindruckt. Was da an Massen an mit der Spielwelt und Alice interagierender Partikel und Trümmer auf den Schirm gezaubert wird, hat für mich schon leichtes NextGen-Flair. Wenn über Lava Massen an Funken stöben, Schachfelder in Trümmer gehen (nicht vorberechnet und nicht verschwindend) oder selbst die kleinen Hülsen des Pepper Grinders dauerhaft liegen bleiben und physikalisch korrekt reagieren, wenn man darüber läuft... Hatte ich mehr als einen Wow-Effekt.
Der größte Negativpunkt ist eindeutig die Kamera im Lock-On... Man sieht teilweise nicht mal mehr den fokussierten Gegner, das geht eigentlich gar nicht. Und bei manchen Gegnerkombinationen (harte Melee-Gegner im Nahkampf und mehrere projektilfeuernden kleinen Schergen in der Luft) sieht man einfach gar nichts mehr. Entweder man lockt auf den Melee-Kerl und kriegt dauernd Projektile aus dem Off ab oder man fokussiert nen fliegenden Schergen und wird vom großen Kerl verprügelt.
Und der rechte Stick zum Wechseln des fokussierten Gegners funktioniert auch schlecht. Mal kriegt man den falschen Gegner in den Fokus, mal reagiert es überhaupt nicht...
Langweilig fand ich auch dieses "Minispiel" im 5. Kapitel, bei dem man nen Puppenkopf durch "Murmelbahnen" leiten muss. Miese Steuerung, abrupter Wechsel von Sidescrolling zu 3rd Person (oft anfangs gegen die Rollrichtung gerichtete Kamera) und einfach pointless.
Hat mir aber über die kompletten 16 Stunden Spaß gemacht. Kann das Gemecker "zu lang!" nicht verstehen. Überall beschwert man sich über die 4-6 Stunden Solokampagnen, dann machts ein Entwickler mal lobenswerterweise anders und es ist auch nicht recht.
Wenn man auf den Stil und die Art Spiel steht, sollte man es auf jeden Fall gezockt haben.