The Witcher
Nach 43 Stunden lief eben der Abspann.
Wow, was für ein Spiel

Unglaublich, wie toll die Story präsentiert wird, wie kohärent die getroffenen Entscheidungen zum weiteren Verlauf der Geschichte sind und wie wichtig und unvorhersehbar die Auswirkungen des eigenen Handelns sind. In der Form hab ich das wirklich noch in keinem anderen Spiele erlebt. Hut ab!
Das komplette Spiel versprüht so eine tolle Atmosphäre, dass mich die Ecken und ungeschliffenen Kanten des Spiels (besonders in der Präsentation) keine Sekunde gestört haben. Teils wirre Animationen, steife Dialogszenen und die nicht wirklich offene Welt sind absolut egal, wenn man einmal in Temeria eingetaucht ist.
Da fand ich es auch absolut passend, dass man sich um RPG-Traditionen wie Waffen- und Rüstungs-Stats nicht kümmern musste und allgemein nicht wirklich viel zu looten ist.
Andere Traditionen wie Skilltrees sind aber vorhanden und ebenfalls mustergültig umgesetzt. Man kann sich nicht zum alleskönnenden Gott hochleveln, sondern muss die Perks und Skills bewusst und geschickt verteilen, um seinen Spielstil zu fördern.
Als Kompensation sind die meisten Spielelemente absolut genial. Als Beispiel nur mal das hilfreiche Alchemiesystem, das mehr kann als poplige Heiltränke zu fabrizieren, die bis auf Verscherbeln eh keinen Nutzen haben, sondern wirklich einfallsreiche und extrem nützliche Effekte haben. Dadurch, dass jeder Trank auch ein Gift ist und man sich nicht einfach bis Oberkante Unterlippe mit den Dingern zuschütten kann, muss man immer nachdenken, taktisch handeln und vorausschauend auf Vorteile verzichten.
Es gab so einige epic moments, besonders der Kampf gegen den Golem in den Sümpfen oder der Endkampf (this sword is for monsters!

).
Das Quest-Design hätte teilweise mit ein bisschen weniger Hin- und Her-Lauferei verbunden sein dürfen, das war stellenweise ein wenig nervig, da die Welt aber nicht sonderlich groß ist, trotz nur rudimentärem Teleport-System verschmerzbar.
Für mich ist das Spiel eindeutig ein absolutes Highlight der letzten Jahre und das beste Rollenspiel seit langem und entreißtdamit Skyrim den ersten Platz in meinem RPG-Olymp. Obwohl lange nicht so groß und umfangreich wie Skyrim, war der Witcher für mich trotzdem epischer, fesselnder und einfach besser.
Da der Nachfolger wohl in allen Belangen NOCH besser (zomg!) sein soll, freu ich mich schon drauf, da werd ich sicherlich nicht lange mit warten können
