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MOVIE Dunkirk (von Christopher Nolan)

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Habe ihn auch eben gesehen. Saßen zu 4. in einem ansonsten leeren, jedoch hervorragend klimatisierten Kino.

Um es kurz zu machen: Sehe Dunkirk sehr zwiespältig. Die Regie ist wie nicht anders zu erwarten klasse, es gab reichlich situative Spannung und allgemein gab man sich audiovisuell ziemlich stark. Dann endet mein Lob aber auch schon, da es sich bei Dunkirk um einen Blender erster Güte handelt, der extrem an seinem Drehbuch krankt und auch locker eine halbe Stunde hätte kürzer ausfallen können.

Bereue den Kauf des Tickets nicht und fühlte mich ganz gut unterhalten aber Nolans gewohnter Qualität entspricht das für mich nicht so ganz. Da wurde medial viel heiße Luft produziert und auf Blu-ray werde ich ihn wohl auch nicht kaufen. Einmal ansehen reicht.


Mein Nolan Ranking...
  1. Interstellar
  2. Inception
  3. Prestige
  4. Insomnia
  5. Memento
  6. Following
  7. The Dark Knight Rises
  8. Batman Begins
  9. The Dark Knight
  10. Dunkirk

Insomnia. :dhoch:
 
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Mal sehen, wo er sich bei mir einreiht. Hab zwar kein persönliches Ranking, aber meines sähe mit Sicherheit ziemlich anders aus, von daher kann ich die Kritik gerade noch nicht so richtig einordnen. Insomnia fand ich beispielsweise eher mau.
 
Was mich ua gestört hat: Da verzichtet man weitgehend auf eine konkrete Handlung und entscheidet sich mehr für einen Art von Dokumentar Film aber dann schreckt man im Endeffekt wieder davor zurück die Gräuel des Krieges wirklich schonungslos auszuführen - schon klar, dass die Intention dahinter wohl die Altersfreigabe (PG-13/ FSK12) und damit im Endeffekt das Geld war. Mir gehts da auch nicht um Blood and Gore zum Selbstzweck, ich finde es nur wahnsinnig heuchlerisch einen Kriegsfilm ohne diese, dem Thema inhärente Dinge auszuführen. Ganz besonders im Falle von Dunkirk, der es mit einem eher dokumentarischen Stil versucht. Diese Inkonsequenz zieht sich ebenso in anderen Formen durch den gesamten Streifen.

Mir kam es fast so vor als wollte Nolan eigentlich einen Suspense Action Thriller drehen und der Krieg war nur Beiwerk.
 
Hab jetzt alles auch ein paar Tage sacken lassen und je mehr ich über den Film nachdenke, desto besser gefällt er mir. Das liegt aber vor allem an der Audiovisuellen Inszenierung und Nolans Regie. Auch hier schafft er es mal wieder grandios das Thema Zeit in die Handlung zu verflechten und die ganze Handlung sich virtuos in ein in sich zusammenkommendes Finale zu steigern. Das war dann auch an Spannung kaum noch zu überbieten. Macht das den Film zu einem Meisterwerk? Nein, natürlich nicht. Dafür hat er dann doch zu viele inhaltliche Schwächen. Was mich nämlich wirklich gestört hat ist der nicht gezeigte Horror den die Soldaten da am Strand erleben mussten. Nie wird einem die ausweglose Situation der Männer dort richtig bewusst gezeigt. Zusehr fokussiert sich Nolan auf ein paar wenige Einzelschicksale. Das mag zu 2/3 des Filmes auch gut funktionieren, nur am Strand passt es dann nicht so ganz zusammen. Trotzdem ist Dunkirk ein toller Film und einmal mehr der Beweis dafür, dass Nolan einfach ein Meister seines Faches ist und zurecht als einer der besten zur Zeit arbeitenden Regisseure gilt.
8 von 10

Mein Nolan Ranking:
  1. Interstellar
  2. Insomnia
  3. The Prestige
  4. Inception
  5. The Dark Knight Rises
  6. Dunkirk
  7. Memento
  8. Batman Begins
  9. The Dark Knight
  10. Following
 
Von mir dann auch noch einige wenige Worte. Dunkirk ist audio-visuell eine Wucht, mit Betonung auf Audio. Wobei mir die Abmischung teilweise wirklich etwas zu laut war. Hans Zimmer hämmert einem auch einen überaus schweißtreibenden Score auf die Ohren, der die Bilder unglaublich sauber untermalt. Musikalisch ist das aber eher an einem Johan Johannsson dran, als an alten Zimmer Scores. Dunkirk ist für mich ein wenig das Fury Road der Kriegsfilme. Unfassbar druckvoll, temporeich und spannungsvoll.

Inhaltlich bleibt der Film aber überaus leer. Selbiges gilt für die Figuren. Kann und will ich aber beides nur bedingt kritisieren. Dieses völlige Fehlen an Charakterinformationen war für mich einfach ein Sinnbild des Krieges und der ausweglosen Situation. Es ist einfach völlig egal woher du kommst, was du getan hast und welche Hoffnungen du in dir trägst. Die nächsten Tage, Stunden, Minuten geht es einfach nur ums nackte Überleben. Wofür man kämpft ist vergessen. Zunächst heißt es überleben, danach kann man an einem anderen Tag wieder den Kampf aufnehmen. Etwas mehr Profil bekommen dann die Zivilisten, aber insgesamt wirken die Figuren doch sehr blass und austauschbar. Wobei das wiederum gewollt sein kann. Lässt sich schwer sagen.

Was ich jedoch wirklich bedauerlich fand war, dass man nie ein Gefühl für die Größenordnung erhielt. Immer wieder zeigt man den weiten Strand, die diszipliniert wartenden Soldaten, die Menschenmasse, die da stoisch und apathisch auf ein Wunder wartet. Trotzdem lag der Fokus zu stark auf den Einzelfiguren, so dass das Ausmaß dieses Dramas etwas verloren ging.

Am Tag zuvor hatte ich zufälligerweise Hacksaw Ridge gesehen, der ja auch allernorts gelobt wurde. Sind für mich sehr, sehr unterschiedliche Filme, die einfach nur das Kriegs-Setting teilen. Während Hacksaw Ridge nicht davor zurückscheut, den Zuschauer mit den Grausamkeiten des Kriegs zu konfrontieren, fehlt diese direkte Darstellung in Dunkirk. Dieses Fehlen empfand ich jedoch nicht unbedingt als störend. In meinen Augen ein ist Dunkirk ein sehenswerter Film, der sich der Kriegs-Thematik vielleicht etwas indirekter und abstrakter nähert, als beispielsweise ein Hacksaw Ridge. Intensiv, aber nicht sonderlich emotional.
 
Frisch aus dem Kino kommend würde ich den Film spontan auch als Meisterwerk bezeichnen. Gerade weil er die Mischung wagt aus dokumentarischen Stil und Suspense. Dunkirk ist 107 Minuten langes Adrenalin, das einem sprichwörtlich den Atem raubt. Das Tempo ist wahnsinnig, die Intensität greifbar, die Panik spürbar.

Für mich persönlich ist es nicht Nolans bester, denn ich bin dann letztlich doch eher Fan seiner erzählerisch fokussierten (Mindfuck-)Filme, trotzdem hat er einmal mehr eine unvergleichliche Kinoerfahrung geschaffen: Ich finde es beachtenswert, dass der Film die Gewalt und die Leiden des Krieges eben NICHT über explizite visuelle Darstellungen präsentieren muss, sondern es stattdessen über andere Stärken des Mediums Film schafft: der Sound ist wahnsinnig laut, echt und dominant. Dazu kommt der ständig antreibende Soundtrack von Hans Zimmer. Diese Symbiose gepaart mit dem Tempo des Films lässt mich den Krieg im besonderen Sinne spüren. Der Lärm ist teilweise unerträglich, man schreckt zusammen, die tickende Musik macht keine Pause, die Explosionen hauen dich aus dem Kinosessel. Ich kann mich nicht daran erinnern, bei einem Kriegsfilm schon einmal derartig angespannt gewesen zu sein.

@Cthulhus Formulierung "Fury Road der Kriegsfilme" betitelt Dunkirk sehr passend. Die eigentliche Handlung und die Charaktere ordnen sich einem furiosen und unfassbar intensivem Adrenalin-Trip unter, der die Panik und Hilflosigkeit des Krieges audiovisuell auf die Spitze treibt. Der Film gehört deshalb auch unbedingt im Kino geschaut. Außer man hat eine wuchtige und teure Sound-Anlage zuhause, die man aufdrehen kann, ohne die gesamte Nachbarschaft aufzuwecken.

Großes Kino. Auf Nolan ist eben Verlass.
 
Poah. Komme gerade aus dem Kino und war seit the Revenant nicht mehr so angespannt. Nie kamen mir 107 Minuten länger vor. Und das nicht aus Langeweile. Bedrückend und Beklemmend zeigt uns Nolan den Überlebenskampf der Soldaten. Von der ersten bis zur letzten Minuten packend inszeniert.
Grausam war der Film genug, auch ohne übertriebenen Gore. Die Schreie die man hört gehen durch Mark und Bein. Muss ich jetzt erstmal verdauen. Was für ein Ritt. Ich verneige mein Haupt.
 
Es waren 4 indische BEF Kompanien am Strand. Das dürften zu dem Zeitpunkt vielleicht noch ~400 Soldaten gewesen sein.

Die französische Armee kommt ja angeblich(noch immer nicht gesehen) generell viel zu kurz in dem Film.
Naja ich schrieb ja schon, der pathos des filmes ist gut versteckt und nicht aufdringlich aber ich meine der film ist für die briten gedreht worden. Aber auch nicht weiter schlimm, aber aufgefallen ist es halt trotzdem.
 
Könnte evtl daran liegen dass man über die Laufzeit eigentlich nur die Geschichte von paar wenigen Soldaten sieht.
 
Ich find es kurios, dass da wieder so ein Politikum draus gemacht wird. Für mich war das an sich eher losgelöst von irgendwelchen Nationalitäten (die Deutschen natürlich irgendwie außen vor gelassen). Das Thema wurde an ein paar Stellen angerissen, wie am Anfang oder später, als

man sich im Kutter versteckt hat.

Aber allzu präsent fand ich da nichts bezüglich irgendwelcher Nationalitäten. Nicht selten konnte man die Figuren ja kaum auseinanderhalten.
 
Es ist doch kein problem dass das drehbuch sich rund um britische soldaten handelt und absicht dahinter steckt. Die franzosen werden ja schon zu beginn deutlich in die schranken gewiesen. Der film möchte nun mal nur die geschichte der britischen soldaten erzählen bzw. Hat sich ein klitzekleines detail daraus genommen um einen kurzen einblick des krieges zu gewähren, mehr will der film auch nicht.

Ich glaube ich habe gleich nach dem anschauen auch geschrieben dass ich als brite den film sicher besser gefunden hätte. Andere kriegsfilme berühren mich deutlich mehr, toll war die beklemmende athmosphäre, aber ich denke nolan hat noch ganz arg viel luft nach oben.

Ich fand dunkirk auch zu kurz, längen hat der film auch mit seinen wiederholungen des luftkampfs, also so ganz überzeugend fand ich den film halt nicht, muss es aber auch nicht.
 
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