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Gerne mehr Konfrontation also, nur scheint es da eine grundsätzliche Verwechslung zu geben: Eine große Klappe macht noch keinen Typen. Vorlaut sein bedeutet nicht Persönlichkeit zu haben. Klare Kante darf nicht mit Angeberei verwechselt werden.
Sandro Wagner oder Max Kruse, der in diesen Tagen auch oft genannt wird, weil er bei Löw ebenfalls keine Chance mehr hat, sind nicht solche Überfußballer, dass sie auf jeden Fall dabei sein müssten. Ihre Nichtnominierung ist kein Skandal, sondern Ergebnis einer sorgsamen Abwägung. Man kann Sandro Wagner für den etwas unflexibleren, vor allem weniger erfahrenen Stürmer halten als den Nominierten Mario Gomez. Und man kann auch der Meinung sein, dass der ebenfalls Nominierte Nils Petersen mit seinen 15 Toren in Freiburg eine größere Leistung vollbracht hat als Sandro Wagner mit seinen 12 bei der Tormaschine FC Bayern. Muss man nicht, aber man kann.
Wenn es eben nur Nuancen sind, die die Angreifer unterscheidet, ist es Löws gutes Recht, sich für die Sportler zu entscheiden, die stets mitziehen und bei denen die Gefahr, dass sie vor einem Achtelfinale doch einmal maulen oder in einem Interview einen dummen Satz sagen
oder nachts ein paar Zehntausend Euro Bargeld im Taxi vergessen, etwas weniger akut ist. Das würde nämlich nur ablenken vom sportlichen Ziel. Nur darum geht es, ums Gewinnen, und dafür muss eine Mannschaft auch neben dem Platz funktionieren. Den Zusammenhalt der 2014er-Truppe, den sogenannten Geist vom Campo Bahia, hat sich wohl nicht die PR-Abteilung des DFB ausgedacht.
Als Sandro Wagner am Tag seines WM-Aus auf dem Trainingsplatz des FC Bayern weinte und Robert Lewandowski tröstend seinen Kopf tätschelte, konnte man fast Mitleid mit Wagner bekommen. Nun aber stänkert er. Das ist kein Zeichen von Charakter, sondern von Charakterschwäche. Und mit seinen Worten zeigt Wagner dann noch einmal, warum es wohl richtig war, ihn nicht mit nach Russland zu nehmen. Stinker mag halt keiner.