Dass das Foto-Dingens eine total berechnende Aktion von Erdogan war steht doch komplett außer Frage.
Daher verstehe ich nicht, in wie fern z.B. ich von Erdogan "instrumentalisiert" wurde als jemand der von Anfang an genau so argumentiert hat: man sollte das Bild nicht zu hoch hängen, dem ganzen nicht zu viel Gewicht zusprechen, sich lieber auf politischer Ebene an Erdogan abarbeiten statt an zwei naiv-dummen Spielern einen Stellvertreterkrieg auszufechten, der ziemlich schnell ziemlich offensichtlich mit unschönen Ressentiments und rassistischen Nebengeräuschen begleitet wurde.
Die jetzige Debatte hat sich nun nahezu komplett von dem damaligen PR-Termin entkoppelt, da es eben nicht darum geht die Sinnhaftigkeit dieser Aktion zu bewerten (da kommt man ziemlich schnell auf einen Nenner), sondern sich mit der Verhältnismäßigkeit der Reaktionen auseinanderzusetzen, der (ausbleibenden) Solidarität gegenüber einem deutschen Nationalspieler, der es trotz einer - ich kanns scheinbar nicht oft genug betonen - dummen Aktion trotzdem verdient hat vor rassistischen Beleidigungen geschützt zu werden. Und so weiter und so fort.
Wenn du jetzt ankommst und sagst, damit müsse oder dürfe (!) man sich nicht auseinandersetzen, weil das ja alles von Erdogan genau so intendiert war und damit mache man sich zum gefügigen Gehilfen seines großen Plans, dann frage ich mich wer tatsächlich mehr instrumentalisiert ist.