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Die deutsche Fußballnationalmannschaft

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

DFB-INTEGRATIONSBEAUFTRAGTER CACAU
„Özil hat das mit dem Foto anscheinend bewusst getan“

BILD: Wie haben Sie die letzten Tage seit den Rassismus-Vorwürfen erlebt?

Cacau: „Das waren sehr schwierige Tage für uns alle, das ganze Thema ist sehr emotionsgeladen. Ehrlich gesagt, war ich schockiert über Mesuts Aussagen zum Abschied. Das war sehr hart und brutal.“

BILD: Wie haben Sie die letzten Tage seit den Rassismus-Vorwürfen erlebt?

Cacau: „Das waren sehr schwierige Tage für uns alle, das ganze Thema ist sehr emotionsgeladen. Ehrlich gesagt, war ich schockiert über Mesuts Aussagen zum Abschied. Das war sehr hart und brutal.“

Der DFB war überfordert. Hätten Sie sich als Integrationsbeauftragter früher in den Fall Özil einschalten müssen?

Cacau: „ Ich wurde nicht darum gebeten, mich einzuschalten. Es gehört auch nicht zu meinem Aufgabenfeld. Aber ich habe meine Meinung deutlich gesagt: Natürlich war das Foto mit Erdogan ein Fehler von Özil. Ich habe damals aber auch gesagt, dass man einen Spieler nicht wegen eines Fehlers komplett infrage stellen kann. Allerdings habe ich jetzt mehr Hintergrundwissen und muss sagen, dass er das mit dem Foto anscheinend bewusst getan hat. Das wurde ja im Mai noch anders kommuniziert. Und wenn er es bewusst getan hat, dann hätte ihm auch klar sein müssen, dass das Konsequenzen zur Folge hat. Deshalb ist auch der Vorwurf des Rassismus gegen den DFB haltlos und nicht gerechtfertigt.“

Schadet das ganze Thema Ihren Integrationsbemühungen?

Cacau: „Hilfreich war das nicht. Aber meine Aufgabe als Integrationsbeauftragter des DFB ist auch nicht, Profispieler wie Mesut Özil zu betreuen; ein Spieler, der in Deutschland geboren ist und 92 Länderspiele gemacht hat, muss nicht mehr von mir integriert werden. Für mich geht es darum, dass Integrationsarbeit an der Basis gut läuft. Und das tut sie.“
https://www.bild.de/sport/fussball/cacau/im-bild-interview-56442064.bild.html
 
Verstehe gerade die Kausalität bei Rassismus nicht. Es hängt vom Verhalten des Empfängers ab, ob Rassismus vorliegt? Weil Özil Erdogan bewusst getroffen hat (wie auch sonst..), sind seine Rassismusvorwürfe nicht gerechtfertigt?
 
Sagt doch keiner.
Cacau hat gesagt, dass man nicht alles in einen Hut stecken kann.
Kritik ist kein Rassismus.
Özil hat das Foto wohl vorsätzlich und motiviert gemacht, daher müsse er sich wegen der Kritik nicht wundern.
Die von ihm geäusserten Rassismusvorwürfe gegen den DFB wären demnach einfach falsch.
 
Ich geh auch davon aus dass Özil wusste dass hinter der nächsten Türe Erdogan steht. Krasse Entwicklung in der ganzen Geschichte, dachte man noch vorher dass das Treffen rein zufällig war als Özil mit gundi doch nur Döner essen war.
Özil lässt sich seit zig Jahren mit Erdogan ablichten, der hat Wahlkampf gemacht, die beiden angerufen und sie sind gekommen, was ist an der Geschichte jetzt neu? Dass Özil Erdogan angerufen hat dass er bitte ein Foto mit ihm machen möchte? Versteh wohl die Aussage nicht ganz.
 
Aus Cacaus Worten entnehme ich, er (also Özil) hätte wohl am Anfang (dem DFB) gesagt dass das ein zufälliges Treffen war.
Jetzt im Nachgang wäre das aber wohl nicht so, sondern eine bewusste, gewollte Geste.
 
Aber es ist doch logisch dass man Erdogan nicht einfach so treffen wird. :ugly: Natürlich gabs da ein Termin, vielleicht eben auch nur kurzfrisitig und das Özil so ausdrücken wollte.
 
Deniz Naki schrieb:
Deniz Naki:
An die Presse und Öffentlichkeit

Im Rahmen der ethischen Regeln, ist es nicht akzeptabel einen Sportler, einen Fussballer, aufgrund seiner Sichtweise oder Gedanken zur Zielscheibe zu machen.

Wie ich es bereits immer gesagt habe, gibt es nichts selbstverständlicheres als einen Fussballer, der unabhängig vom Sport, in seinem Umfeld, seinem Land oder in dem gelebten Land, sich für gesellschaftliche Ereignisse, gegen Kriege oder Ungerechtigkeiten im Rahmen seiner Werte einsetzt.
Die letzten Ereignisse in Deutschland, dessen Staatsbürger ich bin, in Bezug auf die Situation des Nationalfussballspielers Mesut Özil sind natürlich traurig.
Egal von wem diese kommen, egal wo auf der Welt diese passieren; faschistische, rassistische, und nationalistische Angriffe, unabhängig davon gegen wen diese sich richten, sind nicht zu tolerieren.

Da es sich um den türkeistämmigen Mesut Özil handelt, halte ich es für angebracht, eine Stellungnahme abzugeben, um einen objektiven Beurteilungsspielraum im Kontext zu ermöglichen.

Ich als kurdischstämmiger habe drei Jahre lang in der Türkei für Amedspor gespielt. In dieser Zeit gab es Kämpfe in Amed und Kurdistan. Menschen sind gestorben. Damit die Menschen nicht sterben, habe ich mehrmals für den Frieden Haltung gezeigt. Ich war nicht unsensibel gegenüber gesellschaftlichen Konflikten oder Geschehnissen. Es waren kurdische Kinder, kurdische Mütter und kurdische Jugendliche die gestorben sind, es waren kurdische Städte die zerstört wurden. Ich wollte nicht, dass Menschen sterben, ich wollte dass Menschen leben.

Aufgrund dieser Haltung und aufgrund meiner kurdischen Wurzeln, wurde ich innerhalb von diesen drei Jahren in den Auswärtsspielen in der Türkei, unzählige Male beleidigt aber auch körperlich angegriffen. Seitens der türkischen Faschisten, wurde ich mehrmals bedroht. Wochenlang bekam Ich Spielverbote. Das letzte Mal wurde in Deutschland ein Anschlag auf mich ausgeübt und ich wurde zu einer Zielscheibe gemacht. Dieses war jedoch nicht ausreichend; von TFF habe ich eine Strafe von 273 Tausend Lira (knapp 47.895 Euro) bekommen. Meine Fussballlizenz wurde unbefristet entzogen und ich wurde gesperrt und musste aufhören. Trotzdessen habe ich meinen Glauben an den Frieden nie verloren und dieses habe ich auch immer wieder betont.

Weil ich mit dem Vorsitzenden der prokurdischen Oppositionspartei HDP (Demokratische Partei der Völker) Selahattin Demirtas auf einem Foto zu sehen war, wurde ich mehrmals in der Türkei gelyncht. Ich verstehe das Anliegen.

Diese Rechtswidrigkeiten sind in der Türkei passiert, zu dessen Staatsbürgern Mesut Özil und ich ebenfalls zählen. In Anbetracht dieser Ungerechtigkeiten möchte Ich Mesut Özil fragen:

-In deiner Erklärung, gehst du berechtigt auf den dir begegneten Rassismus und deine diesbezüglichen Gründe die Nationalmannschaft zu verlassen, ein. Wieso zeigst du diese Reaktion nicht, wenn es in der Türkei immer mehr zu rassistischen und faschistischen Angriffen auf mich oder auf kurdischstämmige oder anderen Minderheiten zugehörenden Fussballer kommt?

-Du sagst, du findest die Erklärungen der DFB falsch, findest du die Entscheidungen von TFF über mich ebenfalls rassistisch?

-In der Türkei wurde die Karriere von einem Fussballer beendet. Ein, für den Frieden stehender Mensch wurde als Terrorist abgestempelt, wie war deine Reaktion diesbezüglich?
-Warum sehen diejenigen, die dich in der Türkei als „heimisch“ und „national“ betrachten mich als „Terroristen“ ?

-Warum akzeptieren diejenigen die dein „Türkendasein“ unterstützen, mein „Kurdendasein“ nicht?

Bitte denk dran; diejenigen die dich bei der nächsten Reise in die Türkei mit offenen Armen empfangen, werden genau dieselben sein, die mich rassistisch angreifen. Zwischen Faschisten unterscheidet man nicht, diese sind überall, in jedem Land gleich.
Du kannst diesen Menschen von mir ausrichten: „Schöne Grüsse von dem sein Land liebenden, aus Dersim stammenden Kurden Deniz Naki mit deutscher Staatsbürgerschaft, der die Türkei zu einem bunterem Ort macht.“

Aus diesem Grunde lieber Kollege muss man, gegen jeglichen Faschismus, Rassismus, Ungerechtigkeit Despotie, und alles was die Menschenwürde runterschraubt, kämpfen unabhängig davon wo es stattfindet.
Aus diesem Grunde fordere ich dich dazu auf, nicht nur gegen den Rassismus in Deutschland zu kämpfen, sondern auch gegen jegliche Arten davon auf der Welt.
Ich fordere dich dazu auf, den in der Türkei den Kurden entgegengebrachten Rassismus und Faschismus sensibel wahrzunehmen und diesen ebenfalls zu bekämpfen.
Rassismus ist eine Krankeit; gestern hat es mich betroffen; heute betrifft es dich; und übermorgen wird es jemand anderes sein.

Für eine freie, friedliche Welt voller Hoffnung und ohne Rassismus und Ausbeutung.
 
Ich find seine Aussage hat mit dem Fall Özil kaum was zu tun. Er vertritt da seine eigene Agenda bzgl. Der türkisch kurdischen Konflikte. Ist ja nicht so das Özil gesagt hat das in der Türkei alles besser ist.
 
Ich hoffe ganz ehrlich, dass dieses Thema bald „durchgestanden“ ist und sich alle Beteiligten auf das Wesentliche konzentrieren können....KICKEN ! Sämtliche Äußerungen sind bestenfalls ermüdend und die Art, wie das in den Medien „durchgekaut“ wird, schreckt zumindest mich mittlerweile vor jeglichem Lesen ab. Ich hoffe ehrlich gesagt, außer zu den sportlichen Leistungen gar nichts mehr zu oder von Özil lesen zu müssen.

Das „Trittbrett-Abfallprodukt“ #metwo ist in meinen Augen eine mittelschwere populistische Fehlkonstruktion, die alles nur noch schlimmer macht. So lange keine halbwegs gebildeteten (Achtung Rassismus, aber umgangssprachlich) Mitteleuropäer Twitter nutzen, interessiert mich das so sehr wie jeder Tweet des US-Präsidenten, nämlich wie die letzte Friedensfahrt. Ich würde mir eher wünschen, dass all die Betroffenen in solchen Fällen in die direkte Kommunikation gehen würden - gerade sowas geht in Deutschland, welch Wunder, aber das haben ja sogar unsere Kinder mittlerweile verlernt und Herr Özil geht mit „tollem“ Beispiel voran. So etwas wie Twitter ist m. E. ein Krebsgeschwür, das sich mittlerweile durch alle gesellschaftlichen Ebenen zieht (Spacko Trump als bestes Beispiel), aber „miteinander reden“ ?? - leider Fehlanzeige.

So ist das anscheinend eben, wenn eine global völlig unfähige Welt social media-Instrumente nutzt, um Gehör zu finden. Und das gilt für fast ALLE, insbesondere für viele Deutsche, die Medien eingeschlossen. Die wenigsten können mit diesen Mitteln richtig umgehen, und das macht es alles so viel falscher. Ein ganz großes Desaster......dessen Ende und echte Folgen für die Zukunft kaum abzusehen sind. Größtenteils anonymisierte Kommunikation auf diesem Weg ist und bleibt ein Fluch....weil es eben keine Kommunikation ist.
 
Ich denke, Du hast schon verstanden, was ich meine :) War falsch formuliert...mach aus "So lange" "soweit" und dann passt das.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Diese Form des Kulturpessimismus hätte ich in diesem ONLINEFORUM über VIDEOSPIELE nicht für möglich gehalten.
Da sehe ich grundsätzlich keinen Widerspruch.

Kann schon sein, dass das eine Form des Kulturpessimismus ist, allerdings betrachte ich derartige „Sprachrohre“ wie Twitter auch nicht wirklich als kulturellen Fortschritt, im Gegenteil. Meine Kinder sind 9 und 11 und wir reden und diskutieren viel - auch, um den Wortschatz auf ein akzeptables Niveau zu bringen. Sehr viele Kinder in dem Alter oder auch Jugendliche sprechen mittlerweile auf derart erschreckende Art und Weise, indem sie Emojis verbalisieren - und das ist bitterer Ernst. Noch schlimmer sind die Diskussionsfähigkeiten ausgeprägt, weil viele Kids kaum noch in der Lage sind, bspw. Körpersprache wahrzunehmen und zu deuten. Wie denn auch, wenn die Diskussionen entweder „einseitig“, oder oberflächlich wie bei Whatsapp geführt werden. Hast Du Kinder ? Dann schau mal in ihre Whatsapp-Gruppen und mach Dir ein Bild der heutigen Kommunikationsfähigkeiten.

Aber die Diskussion gehört hier nicht rein....
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
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