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Die deutsche Fußballnationalmannschaft

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Und wo habe ich geschrieben, dass ich Özil für den Heiland halte?

Ja, ich halte Özil schon seit Schalker und Bremer Zeiten für einen genialen Fußballer, dessen tatsächliches Können und Genialität eben vielen verschlossen bleibt. Trainer erkennen es zum Glück. Die Fachpresse ja auch.
Also wer hat da wohl die Expertise? Löw, Mourinho, Wenger und Co.?
Oder Peter Meier, der alle paar Monate mal ein Spiel der Nationalmannschaft sieht?

Um die Polemik etwas runterzuschrauben: Ein bisschen die eigene Meinung über einen Spieler zu hinterfragen würde ich mir einfach wünschen.

Und natürlich ist auch ein Özil ersetzbar.
 
Er ist völlig zurecht ein verdienter Nationalspieler aber nach dieser WM und der durchaus berechtigten, vorherigen Kritik an seinem Spiel, kann ich mit einem Rücktritt von ihm durchaus leben.

Edit: Und vielleicht mögen sich aktuelle Spieler mit seinen Abgang und Abgesang auf den kompletten DFB auch nicht so recht anfreunden.
 
Ich halte ihn sportlich zwar auf dem absteigenden Ast, aber immer noch sehr gut. Hätte nichts dagegen gehabt, wenn er weiter gemacht hätte, vor allem da von seiner Art auch keiner nachrückt. Ich glaube das werden jetzt erst einmal biedere Jahre für die Nationalelf. Auch weil Löw bleibt.
 
Mensch @Mingo:
Eijeieji, diese feinen, aber kleinen, fast schon überheblichen Spitzen. Was soll das? Diese latente Arroganz ist unangebracht. Jetzt verurteilst du Leute (die Özil auf das runterbrechen was er ist, ein Sportler respektive Fußballer) die über den sportlichen Aspekt der Natze reden. Nein, das geht nicht, man muss in den Kanon der millionen von Meinungen noch einstimmen und alles xfach wiederholen und sagen, ähm ja...

Aber hier für dich:
Ich finde sein Statement in großen Teilen richtig, in einigen unfassbar daneben. Und wie beschrieben hat er als Multimillionär sicher eine andere Integration durchlaufen als jemand der die Schule besucht und dann studieren geht oder sich gleich den Rücken krumm buckelt.
Und natürlich sehe ich das hier zuerst aus sportlichen Gründen, denn es wurde schon so viel wahres und falsches gesagt, sodass ich nicht auch nochmal meinen Senf dazu beitragen muss.
Wieso ist er denn eigentlich nicht vor dem Turnier zurückgetreten, denn die rassistischen Beleidigungen wegen des Fotos (er rafft meiner Meinung nach immernoch nicht, dass er absolut wegen des Fotos kritisiert werden muss) kamen ja bereits vor der diesjährigen WM. Wobei ich sagen muss, dass Özil von den rechten Spacken natürlich auch vor dem Foto angegangen wurde, von wegen dass er die kack Hymne nicht mitgesungen hat usw. Nur rafft der Herr Mözil nicht, dass viele, die absolut nichts mit braunem Gedankengut am Hut haben, das Foto und jene message durchaus bekackt finden und das völlig zurecht IMO.
 
Damit hat das Land die Nationalelf, die es verdient.
scnr

Mir soll es gleich sein. Solange der DFB ist wie er ist, mit all seinen Amtsträgern, wird die Nationalelf mir keinen Freudenschrei entlocken können. Da ändern auch die halbwegs interessanten Spieler wie Sané, Gnabry, Brandt wenig dran. Das ganze aktuelle Krisenmanagement bestätigt mich irgendwo nur, was ich von dem Laden halte.
 
Mensch @ Mingo:
Eijeieji, diese feinen, aber kleinen, fast schon überheblichen Spitzen. Was soll das? Diese latente Arroganz ist unangebracht. Jetzt verurteilst du Leute (die Özil auf das runterbrechen was er ist, ein Sportler respektive Fußballer) die über den sportlichen Aspekt der Natze reden.
Ich habe geschrieben, dass man diesen Rücktritt unmöglich auf das Sportliche reduzieren kann.
Das richtet sich gegen diejenigen Stimmen, die sagen "ja meine Güte, was wird denn da für ein Trara drum gemacht dabei ist das sportlich doch überhaupt kein Verlust".
Ja, richtig, aber das Trara wird halt nicht um das Sportliche gemacht sondern um die in jeder Hinsicht bitteren Begleitumstände des Rücktritts.
 
@Waldschrat
Natürlich rafft er das er für das Foto kritisiert wird, er betont nur das es für Leute außerhalb seiner Kultur schwer nachvollziehbar ist. Das macht das Vorgehen nicht richtiger, ändert aber nichts.

Und das du behauptest du redest nur über das sportliche, aber sein Geld, seine Integration und sein Foto als Argument nutzt, ist auch nicht grad super logisch.

Allgemein ist es völlig sinnbefreit darüber zu diskutieren ob es sportlich ein Verlust ist, wie mingo schon schrieb, darum geht es nicht. Es geht darum das wir hier wieder einen lupenreinen Fall von Rassismus haben, angeführt von manchen deutschen Medien und, was noch schlimmer ist weil man es da weniger erwartet, sogar vom DFB selbst. Man kann von Özil halten was man will, aber wenn mein Arbeitgeber mich nach all den Jahren so als bauernopfer behandeln würde, wäre ich mehr als gekränkt. Dafür hat Özil wirklich sachlich und fair den trennstrich gezogen. Das hätte ganz anders aussehen können und er hätte jedes Recht dazu gehabt.
 
Ich habe nur meinen Senf dazu beigetragen weils mehr oder weniger eingefordert wurde.
Rassismus ja, aber es wird so transportiert, als wenn ganz fucking Deutschland aus Rassisten besteht. In meinem Freundeskreis ist keiner rechts, null aber fast alle können gut damit leben, dass er aus der Natze raus ist (aus sportlicher Sicht) und haben ihn schon seit Jahren mehr oder weniger kritisiert.
Einige seiner Aussagen machen mich/uns wirklich sauer, dazu der what aboutism, nee, kann ich lange nicht alles so unterschreiben. Alle die gegen ihn sind sind Rassisten und oder verstehen seine türkischen Wurzeln nicht, wesewegen er ja das Foto gemacht hat. Das ist mir zu simpel. Dass Grindel und Bierhoff wegmüssen und der DFB ein Ekelverein ist, ist indes indiskutabel.
 
Wieso kannst du ihn denn nicht leiden? Weil er hängende Schultern hat? Weil er weniger sprintet? Weil er Muslim, Türke ist?

Ich kann gar nicht verstehen, wie er immer schon so viel Missgunst hervorgerufen hat. Da hat es doch nicht das Foto gebraucht.
das foto war ne katastrophe, klar. aber ich mochte ihn schon vorher nicht. mir ist dabei völlig egal, an welchen gott er glaubt. ebenso, ob er die hymne singt oder nicht. oli kahn sah auch eher so aus, als würde er verzweifelt überlegen, woher er dieses lied kennt. ich betrachte ihn auch nicht als türken, sonst würde er ja kaum für deutschland spielen.

es gibt menschen, die mag man einfach nicht. er gehört für mich dazu. seine ausstrahlung auf dem platz finde ich grauenhaft, ja. seine ganzen tollen statistiken kann ich in keiner weise nachvollziehen, da ich ihn immer anders wahrnehme, aber ich bin auch kein fachmann. das "schlimmste" ist, dass er aus meiner sicht in wichtigen spielen abtaucht und sich zu wenig reinhängt. wenn es läuft, dann ist er dabei. wenn es nicht läuft leider viel zu selten, wennes darum geht, die kohlen aus dem feuer zu holen. ganz oben drauf kommt dieses ganze markengehabe, was am ende irgendwie auch nur aussieht wie eine billige kopie von dem was "CR7" macht, aber damit ist er ja nicht alleine.
 
Und eins noch zum Thema, ich glaub manch einer hier versteht die Tragweite nicht.

Wenn ich in der Bild lese wir verlieren wegen özils hängenden Schultern, dann weiß ich das das völliger Schwachsinn ist. Jeder der mehr als die WM spiele schaut weiß das, sobald man auch nur etwas Ahnung vom Sport hat.

Die Nationalmannschaft wird allerdings von der ganzen Nation beobachtet, und davon sind unzählige Leute Fußball Laien. Die denken ein 4-3-2-1 ist der countdown zum nächsten Torschuss. Und wenn die in einer Zeitung lesen das es an Özil lag, springen die natürlich alle auf den Zug auf. Gefundenes fressen sozusagen. Auf seiner Position bist du derjenige der die Vorlage macht oder die Vorlage zur Vorlage. Das geht schnell unter und sieht dann für viele so aus als würde er nichts machen außer mal nen pass spielen. Ehe mans sich versieht ist die halbe Nation Instrumentalisiert worden um sich auf einen Kerl einzuschießen und ihn für Dinge an den Pranger zu stellen die mit dem Sport rein gar nichts zu tun haben, einfach weil sie es nicht besser wissen.

Ich find es so unglaublich widerlich was da teilweise passiert. Wenn alleine schon eine Titelzeile ist das Özil nach der erdogan Affäre lächelnd aus dem Flieger steigt. Wie kann er es nur wagen. Auf den poden mit dem purschen. Naja, genug aufgeregt. Wie gesagt ich finds extrem grenzwertig was sich da manche wieder leisten.
 
Ich kann allen nur empfehlen, das, was Özil anprangert und das, was er als seine Empfindungen beschreibt, ernst zu nehmen und einmal seine eigenen Reflexe, ihm das abzusprechen, ihm Kalkül zu unterstellen, etc., hinten an zu stellen.
Und dann den Mitmenschen zuzuhören, die ebenfalls einen sogenannten "Migrationshintergrund" haben und sich nicht von der Mehrheitsgesellschaft als Deutsche anerkannt fühlen.
Ich folge einigen Leuten bei Twitter, denen der Umgang mit Özil und das, was Özil in seiner Erklärung ausdrückt, sehr nahe geht.. Weil sie das tagtäglich erleben. Und weil sie das reflexhafte Absprechen von eigenen Rassismus-Erfahrungen durch Menschen, die priviligiert genug sind um Diskriminierung selbst nicht erleben zu müssen, nur zu gut kennen.

Beispielhaft ein Text dazu aus dem MiGAZIN (Migration in Germany): Nerv getroffen - Die historische Tragweite des Rücktritts Özils

"Denn für viele Menschen mit Zuwanderungsgeschichte steht der Fall Özil längst nicht mehr nur noch für sich selbst, sondern erkennen sie in ihm ihre eigene Lebensrealität in Deutschland. Der öffentliche Umgang mit diesem deutschen Spitzensportler hat in vollen Zügen ihren migrantischen Nerv getroffen und sie an all das erinnert, was ihnen selbst wiederkehrend im Alltag und bei der Stellen- und Wohnungssuche widerfahren ist.

Durch Özil wurde ihnen deutlich vor Augen geführt, was sie lange gefühlt, aber schwer in Worte fassen konnten. Ein Gefühl, das dem sonst wortkargen Özil in seiner dreiteiligen Stellungnahme gekonnt zum Ausdruck zu bringen gelang. Zum Beispiel, wenn er davon spricht, nur dann als Deutscher zu gelten, wenn die Mannschaft einen Sieg einfährt, hingegen aber wieder ein Migrant zu sein, wenn sie verliert. Oder, wenn er darauf hinweist, dass das Foto mit dem türkischen Präsidenten nur ein Vorwand gewesen ist, um den versteckten gesellschaftlichen Rassismus an ihm ausleben zu können. Oder, wenn er thematisiert, dass er letztendlich immer wieder – nachweislich auch ganz ohne Erdoğan-Foto – auf die Herkunft seiner Eltern reduziert wird und wegen seiner muslimischen Religionszugehörigkeit eine Andersbehandlung erfährt.

Dass der gemeine Migrant(ennachkomme) sieht, dass all das, was er selbst nur allzu gut kennt, sogar einem Özil widerfahren kann, bestätigt ihn nicht nur darin, dass seine Gefühle ihn bisher nicht getäuscht haben. Es kommt in ihm vielmehr eine weitaus stärkere Resignationsstimmung auf, als sie ohnehin schon in den letzten Jahren zunehmend in ihm und seinem migrantischen Umfeld aufgekommen ist. Denn er weiß nun, dass er machen kann, was er will, aber niemals als vollwertiger Deutscher akzeptiert werden wird und sich auf ein Leben als ewiger Ausländer einstellen muss."


Wie gesagt, einfach solche Stimmen aufnehmen, den Menschen zuhören, und vielleicht mal reflektieren warum es einem aus der eigenen gesellschaftlichen Position heraus vielleicht auch Mal schwer fällt, genannte Punkte und Klagen nicht direkt nachvollziehen zu können.
Mal versuchen, nicht direkt argumentativ draufloszupoltern und Sichtweisen anzugreifen.

Denn das ist die Realität in Deutschland. So fühlen Migrant*innen in diesem Land, die eigentlich nur als Deutsche anerkannt werden wollen weil sie Deutsche sind.

edit: Auch hier: Mesut Özil und der Rassismus im Alltag - die stille Mehrheit kann mich mal (Kommentar auf SpOn)

edit2: Oder hier (Thread auf Twitter, anklicken und auch die Kommentare beachten)
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Zuletzt bearbeitet:
Das schlimmste an dieser ganzen Geschichte ist halt wirklich die unfasslich widerliche Diskussionskultur. Da wird jetzt wieder einer mit Mistgabeln durch das virtuelle Dorf gejagt und unter Anleitung der großen Boulevardmagazine medial hingerichtet. Deutschland kann mal schön die Fresse halten und jeder sollte besser auf seinen eigenen Teller schauen. Gott ist das schlimm geworden. Danke Internet!!!
 
Durch Özil wurde ihnen deutlich vor Augen geführt, was sie lange gefühlt, aber schwer in Worte fassen konnten. Ein Gefühl, das dem sonst wortkargen Özil in seiner dreiteiligen Stellungnahme gekonnt zum Ausdruck zu bringen gelang. Zum Beispiel, wenn er davon spricht, nur dann als Deutscher zu gelten, wenn die Mannschaft einen Sieg einfährt, hingegen aber wieder ein Migrant zu sein, wenn sie verliert. Oder, wenn er darauf hinweist, dass das Foto mit dem türkischen Präsidenten nur ein Vorwand gewesen ist, um den versteckten gesellschaftlichen Rassismus an ihm ausleben zu können. Oder, wenn er thematisiert, dass er letztendlich immer wieder – nachweislich auch ganz ohne Erdoğan-Foto – auf die Herkunft seiner Eltern reduziert wird und wegen seiner muslimischen Religionszugehörigkeit eine Andersbehandlung erfährt.

Das ist trotzdem heuchlerisch. Entweder spricht er das direkt an und lässt es. Das sind keine Erfahrungen, die er die letzten 4 Wochen gemacht hat, sondern das klingt nach Erfahrungen in seiner gesamten Profikarriere. Das sind Sachen, die er zurecht Kritisieren darf und auch soll. Dann aber doch bitte in einem Forum dafür - vielleicht bei einer Preisverleihung für Integration oder sowas und nicht über Twitter....

Das Bild mit Erdogan hat mit damit gar nichts zu tun - und das versteht er einfach nicht. Er scherrt das über einen Kamm und damit sind für Ihn alle anderen Schuld.
Wie gesagt - es gibt immer Spinner, die Ihre rechte Kacke auslassen- Da hätte er auch mit Merkel ein Foto machen können. Die bekommst du aber nicht ruhig, solange das Internet den Schutz der Anonymität bietet. Und als Superstar im Rampenlicht weiß er auch mit einem Shitstorm umzugehen. Er ist schließlich nicht der einzigste, der auf Twitter und co. beleidigt wird. *

*Das ist keine Abwertung über die schwere der Beleidigungen.
 
Das sind Sachen, die er zurecht Kritisieren darf und auch soll. Dann aber doch bitte in einem Forum dafür - vielleicht bei einer Preisverleihung für Integration oder sowas und nicht über Twitter....
Genau das sind - mit Verlaub - rassistische Ausgrenzungspraktiken, die genau in diesen Stimmen und Wortäußerungen thematisiert und angeprangert werden.
"Der Migrant hat ja schon mit dem ein oder anderen recht, aber bittschön, seids doch so lieb und verpackt das doch bitte angemessen in kleinen Häppchen so dass es der Mehrheitsgesellschaft auch ja fein schmeckt."
Und warum auf einer Preisverleihung für Integration? Özil ist Deutscher, in Gelsenkirchen geboren. Dieses othering, also die Praktik Menschen als anders und nicht-zugehörig - in diesem Falle als nicht-deutsch - zu markieren, ist genau das, was diskriminierend ist.

Deswegen sage ich: zuhören, sackenlassen, Abstand gewinnen zu seiner eigenen gesellschaftlichen Position.
 
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