The Expendables
Ich bin enttäuscht. Von Stallone's Action-Zugpferd habe ich deutlich mehr erwartet.
Das fängt schon bei der Story an. Dass wir hier keinen Shakespeare vorgesetzt bekommen, war mir natürlich klar. Damit, dass die Handlung dermaßen vernachlässigt wird, hätte ich jedoch nicht gerechnet. Im Prinzip haben wir hier "John Rambo" in einem anderen Setting:
Rambo Barney wird beauftragt einen Diktator zu stürzen. Zuerst will er nicht, dann macht er trotzdem mit, weil eine (mehr oder weniger) hübsche Dame entführt wird. Zusammen mit
einer Söldnertruppe den "Expendables" dringt er in
das Camp die Festung der Militärregierung ein und hinterlässt dabei haufenweise Leichen.
LANGWEILIG! Naja, bei "Rambo" hat die Over-the-Top-Action immerhin über die hauchdünne Story hinwegsehen lassen. Bei "The Expendables" funktioniert das nur bedingt. Zum einen kommt mir die Handlung hier noch dämlicher vor und zum anderen ist die Action einfach schlecht in Szene gesetzt. Mensch, wir haben in diesem Film einige der größten Actionstars der letzten 30 Jahre vereint und Stallone schafft es nicht die Kamera auch nur ein einziges Mal ruhig zu halten, damit wir wenigstens kurz sehen können, was die alten Haudegen drauf haben. Hier wird im Halbdunkeln so rumgewackelt, dass selbst der Cloverfield-Kameramann das Kotzen bekommen hätte. Von den letzten 30 Minuten - welche, den lauten Krach-Bumm-Geräuschen im Kino nach zu urteilen, extrem actionreich gewesen sein müssen - habe ich fast nichts mitbekommen. Mit etwas Glück konnte ich zwischendurch immerhin eine hässliche CGI-Explosion oder, mit Hilfe des Computers, abgetrennte Gliedmaßen erkennen - auch hier (im CGI-Bereich) hat Herr Stallone anscheinend nichts dazugelernt.
Schlecht fand ich ebenfalls die schauspielerischen Leistungen. Zusammen haben die 8 Hauptcharaktere (wobei "Hauptcharaktere" hier das falsche Wort ist, da die Hälfte der Expendables leider viel zu wenig Screentime hatte)
vielleicht drei Gesichtsausdrücke drauf, was dafür sorgte, dass ich ihnen so gut wie keinen Satz abgekommen habe. Wenn Mickey Rourke dann noch irgendwas von seinen "vertrockneten Grundsätzen" erzählt, welche "so trocken sind, wie trockene Farbe, wenn sie getrocknet ist" (?!), kann man nur lachen.
So, nun aber genug gemeckert. Gut gefallen hat mir, dass sich der Film nicht wirklich ernst nimmt. Der Humor funktioniert und spielt gekonnt mit Actionfilmklischees und den Eigenarten der Charaktere. Auch ist der Film zu keiner Sekunde langweilig, da nur selten geredet, dafür aber um so mehr geschossen wird.
Trotzdem bin ich schwer enttäuscht. Was für ein Feuerwerk hätte man mit diesem Cast veranstalten können? Das wäre, mit einem vernünftigen Drehbuch und Regisseur, sicherlich kein Problem gewesen. Die hektische Action kann die inhaltlichen Schwächen diesmal leider auch nur bedingt kompensieren. Ein zweites Mal werde ich mir "The Expendables" bestimmt nicht ansehen. Da schaue ich lieber noch mal "From Paris With Love" oder "Taken". Im Gegensatz zu Stallone weiß Pierre Morel nämlich wie man old-schoolige Action, inkl. unterhaltsamer Geschichte, gekonnt auf Zelluloid bannt.
"Schlecht" finde ich den Film übrigens nicht. Er macht, so lange man das Hirn ausgeschaltet lässt, durchaus Spaß, nur hat man ihn auf dem Weg vom Kino zum Auto schon wieder vergessen. Da gibt es weitaus bessere Actionfilme.
5/10 Warnschüsse