Thor: Love & Thunder (Disney+)
Hm, für mich definitiv der unterhaltsamste MCU Film der aktuellen Phase. Aber lange nicht so gut wie Thor: Ragnarok.
Dafür schlägt mir Waititi hier zu sehr in beide Extreme aus: einerseits ist Love & Thunder sehr tragisch und düster-grotesk.
Dann wieder maßlos überdreht, bunt und fast schon Power Ranger-esque.
Ragnarok war prinzipiell ähnlich gestrickt, hat diese Mischung aber sehr viel ausgewogener hingekriegt.
Der Plot wirkt auch irgendwie gehetzt und einige Momente werden verschenkt. Ein Guardians of the Galaxy 2 ist über weite Strecken auch einfach nur albern, tritt aber immer in den richtigen Momenten auf die Bremse, um den emotionalen Szenen ihren Raum zu geben und mich so jedes mal zu Tränen zu rühren. In Love & Thunder ist Waititi meiner Meinung nach immer etwas drüber.
Dennoch höchst spaßig. Liebenswerte Charaktere, teils verdammt lustig, einige außergewöhnlich gut inszenierte Szenen und der beste Soundtrack seit den Guardians. Bale als Gorr ist außerdem brillant - auch wenn er schlussendlich, wie so oft bei den Bösewichten, zu kurz kommt und seine eigentliche Epicness nicht ausspielen kann. Nicht so rund wie Waititis MCU Einstieg, aber ein sympathisches, buntes Alien-Abenteuer.
7/10
Uncharted (UHD Blu-ray)
Belanglos, belangloser, Uncharted. Klingt jetzt wahrscheinlich härter als ich es meine, weil der Film nicht "handwerklich schlecht" ist, aber ich habe in letzter Zeit kaum einen schablonenhafteren und austauschbareren Blockbuster gesehen. Das ist alles so dermaßen random. Vom Plot über die Action bis hin zu den Charakteren - eine Schema F Marktforschungsproduktion wie sie im Hollywood Buche steht. Angesagter Jungschauspieler, hübsche Locations, bisschen over-the-top Action, beliebtes Franchise drüber gestülpt, fertig.
Wie gesagt, das macht ihn nicht per se schlecht, aber eben auch nicht sonderlich außergewähnlich. Ich meine, gebt euch irgendeinen Mission Impossible ab Phantom Protocol und ihr habt das deutlich bessere Action-Abenteuer. Mit höheren Schauwerten, charmanteren Schauspielern und coolerer Action.
Wenn da nicht Uncharted aufm Cover stehen würde, hätte ich nicht gerafft, dass das eine Uncharted Verfilmung ist. Ich habe nichts gegen kreative Freiheiten, sie müssen nicht die Spiele nacherzählen, aber sie sollten doch wenigstens einen irgendwie spannenden Film liefern. Vielleicht liegt das Problem auch darin, dass die Spiele hier schlichtweg der bessere Film sind. Die Games sind schon so dermaßen cineastisch und bietet auch sonst in allen Belangen das bessere Produkt: die sind cleverer, witziger, imposanter und haben eine Chemie zwischen den Charakteren, die Tom und Mark bei weeeitem nicht erreichen. Oh my, spielen die gelangweilt nebeneinander her.
Ne, tut mir leid. Das war nix. Handwerklich alles gut und schön, aber halt auch unendlich langweilig und austauschbar. Bin tatsächlich ein ganz klein bisschen genervt, dass ich meine Filmzeit gestern Abend mit Uncharted verbracht habe. Da hätte ich mir z.B. lieber noch mal Die Mumie geben sollen - denn Brendon Fraser was schon damals mehr Nate als Spidey Holland es wahrscheinlich je sein wird.
5/10
The Lost City (Blu-ray)
"Ich schmecke seine Gedanken!"
Nette Abenteuer-Komödie, die vor allem in der ersten Filmhälfte mit einigen soliden Gags, coolen Cameos und schönen Bildern überzeugen kann. Ich liebe es ja, wenn Channing Tatum diese selbstironische Actionheld-Karikatur spielt. Bisschen wie bei 21 Jump Street, hier nur noch etwas naiver.
Hinten raus geht dem Plot dann aber schnell die Luft aus. Die eigentliche Abenteuer-Schnitzeljagd verdient diese Bezeichnung nicht, der anfänglich durchaus zynische Humor wird immer lahmer und die Storyentwicklung dürfte an Vorhersehbarkeit nicht zu übertreffen sein.
Guter Einstieg und lustiger Tatum. Die zweite Hälfte hätte man auch um 20 Minuten einkürzen können. Seichtes Amüsement, das nicht lange in Erinnerung bleiben wird, während des Schauens aber ordentlich unterhalten kann. Bonuspunkt für Jack Trainer.
6/10