The Maze Runner
Fein, fein. Gute Jugend-Mystery-Dystopie, die sich im ersten Moment zwar nach
Die Tribute von Panem & Co anfühlt (und ebenfalls auf einer Jugendromanreihe basiert), jedoch genügend Eigenheiten und Storykniffe mitbringt, um nicht wie eine belanglose Erfolgs-Kopie dieser momentan doch sehr beliebten Genreausrichtung zu wirken. Zur Handlung nur so viel: Eine Lichtung, umgeben von einer riesigen Mauer und besiedelt von einer Gruppe gedächtnisloser Jungen bzw. junger Männer, die jeden Monat mensch- bzw. männlichen Zuwachs per Aufzug aus dem Erdboden erhalten.
Mehr möchte ich gar nicht sagen, dreht sich doch der gesamte Film um eben diese Ausgangssituation. Woher kommen die Jungen? Was sollen sie dort? Was ist hinter der Mauer? Wer ist dafür verantwortlich? Diese und mehr Fragen wirft
The Maze Runner dem Zuschauer vor, und zwar in angenehm appetitlichen Häppchen. Immer genau so viel, um das Interesse zu wecken und für inhaltliche Spannung zu sorgen. So baut sich die zunächst undurchsichtige Mystery-Handlung mit und mit auf, löst immer im richtigen Moment zuvor eröffnete Geheimnisse und hält sich trotzdem noch so bedeckt, um die geplanten und - dank Erfolg an den Kinokassen - auch schon produzierten Fortsetzungen (in Deutschland geht es im September bereits mit dem zweiten Teil 'The Scorch Trials' weiter) befeuern zu können.
Auf schmalzige Liebesgeschichten oder die obligatorische Gesellschaftskritik wurde dabei (bislang) glücklicherweise verzichtet. Hier geht es ausschließlich um das Mysterium und die darin lebenden Jungs. Das ist sicher nicht durchgehend glaubwürdig und mag zuweilen etwas oberflächlich und cheesy wirken, lässt sich aber außerordentlich gut schauen. Vor allem, weil es ausnahmsweise der interessante Plot ist, der zum Weitergucken motiviert. Gut sind auch die Schauspieler, was in Anbetracht ihres meist geringe(re)n Alters nicht selbstverständlich ist. Durch die Bank weg sympathische und routinierte Jungdarsteller. Schön auch, dass Kaya Scodelario (für mich: die bessere Kristen Stewart) gleich mal für die weibliche Hauptrolle in
Fluch der Karibik 5 gecastet wurde - hat sie verdient, wo sie hier doch schon dezente Abenteuertalente zeigt.
Insgesamt ist
The Maze Runner eine leichtgängige Mystery-Dystopie mit geradliniger, aber angenehm geheimnisvoller Story, gelungenen Aufnahmen und passenden Schauspielern. Wenn man etwas für das Genre übrig hat, sich mit der temporeichen (und deswegen nicht gerade tiefgründigen) Erzählweise und harmlosen Inszenierung - es ist nun mal eine Jugendbuchverfilmung, schmutzig und durchaus ernst, aber eben keine brutale Endzeit -, sowie einigen offenen Fragen abfinden kann, ist man hier gut bedient. Hat mich hervorragend unterhalten. So gut, dass ich die Fortsetzung gerne im Kino schauen werde.
7/10 Mädchen ᶘ ᵒᴥᵒᶅ