Drei Meerschweine, ein Maulwurf und eine Fliege. Dies sind die Hauptcharaktere von
G-Force, dem von Jerry Bruckheimer produzierten Action-Agentenfilm für Kinder. Eine Art
Mission Impossible für 6-jährige.
Dementsprechend zahm und albern geht es dann auch zur Sache. Mal abgesehen von den außergewöhnlichen Protagonisten, wird im Storybereich grundsolide Genrekost geboten. Nach einer scheinbar missglückten Mission, macht das FBI ihr geheimes Regierungsprojekt, das sich mit der Ausbildung von Tieren beschäftigt, dicht. Die intelligenten Nager operieren daraufhin auf eigene Faust und bekommen es nicht nur mit Regierungsbeamten, sondern auch einem die-Welt-zerstören-wollenden Bösewicht zu tun. Das ist weder neu, noch sonderlich anspruchsvoll oder mitreißend. Aber
G-Force ist ja auch ein Kinderfilm und führt seine jungen Zuschauer mit seiner seichten, den Genre-Standards entsprechenden Handlung an die erwachsenen Filmvorbilder heran. Eine tatsächlich überraschende - weil einfach nur total bescheuerte

- Wendung darf da natürlich genau so wenig fehlen, wie etwas Gefühl und die obligatorische Portion Moral. Für den geneigten Kinogänger ist das absolut ermüdent und vorhersehbar, für die Kleinen aber ausreichend unterhaltsam.
Auch der Humor zielt merklich auf die jungen Actionliebhaber ab. Wenn die putzigen Meerschweinchen zu (reichlich vorhandenen) Songs der Black Eyed Peas tanzen, bei Facebook abhängen oder ihre Fürze anzünden, ist das für alle jenseits des 10. Lebensjahrs eher albern. Die Zielgruppe wird damit jedoch sicherlich ihren Spaß haben.
Tricktechnisch werden dann aber auch endlich die Älteren bedient. Wie üblich für eine Bruckheimer Produktion, gibt es hier auf Hochglanz polierte, effektvolle und insgesamt sehr ansprechende Aufnahmen zu sehen. Die computeranimierten Tierchen sehen ihren realen Vorbildern zum Verwechseln ähnlich, flotte Autoverfolgungsjagden sorgen für kurzweilige Unterhaltung und im Finale gibt es sogar haushohe Haushaltsgeräte-Transformers zu bestaunen.
Man nehme süße Nagetiere, eine austauschbare Agentenstory, alberne Witze und familienfreundliche Action. Das ganze gerafft auf eine gut verdauliche Netto-Laufzeit von 80 Minuten und fertig ist ein waschechter "Bruckheimer" für das (ganz) junge Publikum. Die netten, in 3D bestimmt auch sehr hübschen, Actionszenen, sowie Bill Nighy, Will Arnett und Zach Galifianakis in menschlichen Nebenrollen, dürften jedoch schon die einzigen Gründe sein, weshalb sich Ü10er dieses Werk antun sollten. Hat man einen kleinen Meerschweinchenliebhaber zu Hause, darf
G-Force gerne geschaut werden. Alle anderen greifen besser zu den "großen" Bruckheimer Filmen oder legen einfach den neusten
Mission Impossible ein.
(Waffen werden im Film übrigens nicht abgefeuert und in der Wüste spielt er auch nicht. Hat Disney wahrscheinlich nur aufs Plakat gepackt, um auch ältere Semester anzulocken.

)
(Seid ihr zwischen 6 und 10 Jahre alt, könnt ihr noch 3 Punkte draufpacken.
Ja, hätten sie mal Raben anstatt Meerschweinchen genommen, dann wäre der Vincent bestimmt auch glücklich.
Wieso mache ich mir hier eigentlich die Arbeit und laber so viel zu den Filmen? Das nächste Mal schreibe ich auch nur: