Moonfall [Blu-ray]

Ein Worst-Of der langweiligsten Emmerich-Versatzstücke.
Was schade ist, denn es inszeniert eben keiner so pompös den Weltuntergang wie er. Und dafür liebe ich ihn und seine Filme. Allesamt weit weg jeglicher Ernsthaftig- oder Glaubwürdigkeit, aber immer überaus beeindruckend anzusehen und spaßig. Leider gehen dem Großmeister der Katastrophen aber die Katastrophen aus. Im Grunde haben wir hier alles schon mal (in besser) gesehen, nur die Ursache des Spektakels ist diesmal eine etwas andere.
Blöd auch, wenn das einzige Verkaufsargument (die Zerstörung) dann so lieblos und langweilig umgesetzt ist. Wie gesagt, es war alles schon mal da. Hier 'ne verhältnismäßig große Welle, dort irgendwas Gesteinsartiges, was aus'm Himmel fällt. Den Effekten sieht man dann zuweilen auch ihr (für Emmerich-Verhältnisse) geringeres Budget an. Was die Katastrophen angeht, ist Moonfall eigentlich der kleine, beschissene Bruder von 2012. In letzterem hat man die selbe Zerstörungsaction, nur tausend mal imposanter und besser gefilmt. Den guten B-Schauspieler*innen kann ich nicht böse sein, sie spielen es brauchbar runter, reißen, im Gegensatz zur Anziehungskraft des Mondes (haha) , aber keine Bäume aus.
Was den Film meiner Meinung nach aber ernsthaft "gerettet" und für mich Sci-Fi Fetischisten dann doch unterhaltsam gemacht hat, ist hintenraus alles, was mit dem Mond an sich zu tun hat. Da geht der Film nämlich weg von den ausgelutschten Naturkatastrophen, hin zur Science-Fiction mit Betonung auf Fiction. Und das hat mir Sci-Fi Sucker sehr gut gefallen. So gut, dass ich mich jetzt wiederum ärgere, dass Emmerich nicht den ganzen typischen Katastrophen Mist und vor allem das unendlich lahmarschige Familienblabla (was interessieren mich das Kindermädchen und der nichtsnutzige Sohn, wenn gerade der fuckin Mond auf die Erde fällt?!) einfach rausgelassen und sich nur auf die zweite Filmhälfte konzentriert hat. Das müsste von vernünftigen Autoren natürlich noch weiter ausgebaut werden, wäre dann aber eine echt brauchbare Sci-Fi Story gewesen, die im Genre sicher nicht neu ist, im Filmbereich so aber eher selten erzählt wird. Roland, ey, komm' doch mal aus deiner Komfortzone heraus.
Naja, was bleibt ist ein Emmerich zweiter Klasse, der hauptsächlich alten Emmerich-Kram recyclet, viele uninteressante Reden schwingt und am Ende ärgert, weil er diesen einen Storypunkt mit Potential nicht ausgenutzt hat. Als Freund Emmerischer Dumpfbackigkeit und dem Sci-Fi Einschlag war es dann aber doch noch irgendwie okay-isch.
5/10 asiatische Produktplatzierungen