Watchmen
Hat Alan Moore mit diesem Comic eine Revolution im Genre ausgelöst? Mir wurscht. Ist auch nicht Thema dieser Besprechung. Fakt ist, dass ich den Comic hervorragend finde. Den Film habe ich jetzt 3 Mal gesehen. Einmal im Kino. Damals kannte ich von dem Stoff gar nix. Und dann letztes WE 2 Mal. Da war ich schon mit dem Comic vertraut. Im Kino fand ich den Film geil. Hat sich nach der Lektüre der Riesenschwarte was daran geändert?
Nö. Nach wie vor bin ich der Meinung, dass Watchmen zusammen mit The Dark Knight die beste Comicverfilmung ever darstellt. Nach dem imo unsäglichen 300 hat Zack Snyder hier bewiesen, dass sein toller Dawn of the Dead keine Eintagsfliege war. Und dabei ist Watchmen alles andere als einfache Unterhaltung. Die Essenz, die Snyder in seinem 2.5 Stunden-Epos heraus destilliert hat, versprüht aber zu jeder Sekunde perfekt den Geist des Originals und erweist sich im Finale sogar als stärker.
Glücklicherweise hat Snyder davon abgesehen, den Comic sklavisch Bild für Bild zu verfilmen. Natürlich wurden sehr viele Setting und Einstellungen 1:1 übernommen, aber es entstand - im Gegensatz zu 300 oder Sin City ein wirklich runder Film. Dafür zeigt Snyder in den Szenen, die er recht frei interpretiert hat, großes Können. Schon der Vorspann, in dem zu genialem Soundtrack die Vorgeschichte der Watchmen erzählt wird (im Comic zu separate Kapitel erzählt), ist ein Geniestreich, zumal er nicht für sich allein steht sondern viele Szenen daraus im späteren Film noch angesprochen werden. Aufpassen lohnt sich also.
Und dann wäre da noch das Finale:
Die technische Umsetzung von Watchmen ist überaus gelungen. Der Stil wurde perfekt eingefangen und sehr subtil in die heutige Zeit übertragen. Man sieht deutlich, dass hier nicht einfach drauf los gedreht wurde. Jemand hat sich viele Gedanken gemacht - mit Erfolg.
Der Soundtrack weiß auch sehr zu gefallen. Er ist nicht wirklich genial, aber die Auswahl der Stücke ist klasse. Nena hört man auch nicht all zu oft in einem US-Blockbuster.
Größtes Highlight sind aber die Schauspieler. Wer den Comic kennt, merkt, dass sie perfekt besetzt wurden. Ein paar Seiten durchblättern und man erkennt die Schauspieler sofort wieder. Und sie liefern auch alle eine tolle Vorstellung ab. Gut bei Dr. Manhattan ist das sicher etwas weniger gut zu beurteilen, da der ja größtenteils aus dem Computer stammen dürfte und sich darüber hinaus nicht der ausgeprägtesten Mimik befleißigt. Aber auch dieser Charakter wirkt so, als wäre er geradewegs aus dem Comic entsprungen.
Letztendlich bin ich mir darüber im Klaren, dass Watchmen polarisieren dürfte. Dies hier ist der garantiert absolut andere Superhelden-Comic. Man sollte keinesfalls etwas in der Art von Batman, Spiderman, X-Men, Wolverine, Hellboy etc. erwarten und völlig unvoreingenommen an den Film herangehen. Dann kriegt man was sehr Unterhaltsames geboten, was garantiert nicht austauschbar ist. Und man sollte als heterosexuell gefestigter Mann auch nicht gleich am Rad drehen, wenn hin und wieder der Schwanz vom Doc zu sehen ist. Wer sich darüber aufregt, sollte vielleicht doch lieber bei leichterer Kost bleiben.
10/10
Hat Alan Moore mit diesem Comic eine Revolution im Genre ausgelöst? Mir wurscht. Ist auch nicht Thema dieser Besprechung. Fakt ist, dass ich den Comic hervorragend finde. Den Film habe ich jetzt 3 Mal gesehen. Einmal im Kino. Damals kannte ich von dem Stoff gar nix. Und dann letztes WE 2 Mal. Da war ich schon mit dem Comic vertraut. Im Kino fand ich den Film geil. Hat sich nach der Lektüre der Riesenschwarte was daran geändert?
Nö. Nach wie vor bin ich der Meinung, dass Watchmen zusammen mit The Dark Knight die beste Comicverfilmung ever darstellt. Nach dem imo unsäglichen 300 hat Zack Snyder hier bewiesen, dass sein toller Dawn of the Dead keine Eintagsfliege war. Und dabei ist Watchmen alles andere als einfache Unterhaltung. Die Essenz, die Snyder in seinem 2.5 Stunden-Epos heraus destilliert hat, versprüht aber zu jeder Sekunde perfekt den Geist des Originals und erweist sich im Finale sogar als stärker.
Glücklicherweise hat Snyder davon abgesehen, den Comic sklavisch Bild für Bild zu verfilmen. Natürlich wurden sehr viele Setting und Einstellungen 1:1 übernommen, aber es entstand - im Gegensatz zu 300 oder Sin City ein wirklich runder Film. Dafür zeigt Snyder in den Szenen, die er recht frei interpretiert hat, großes Können. Schon der Vorspann, in dem zu genialem Soundtrack die Vorgeschichte der Watchmen erzählt wird (im Comic zu separate Kapitel erzählt), ist ein Geniestreich, zumal er nicht für sich allein steht sondern viele Szenen daraus im späteren Film noch angesprochen werden. Aufpassen lohnt sich also.
Und dann wäre da noch das Finale:
Hier zeigt sich der Film dem Comic imo überlegen. In selbigem hat Adrian Veidt eine riesige Krake geschaffen, die er nach New York teleportiert und somit den Beginn einer außerirdischen Invasion suggerieren will. Durch die große Gefahr will er den Zusammenschluss der Menschheit erreichen.
Hier hat Moore imo den einzigen schlechten Aspekt in seinem Comic. Dieses Szenario ist einfach unlogisch. Es ist nur EINE Krake. Es werden mit Sicherheit keine weiteren folgen. Und sie hat New York (mal wieder) getroffen. Warum sollten die Russen deswegen vom Kalten Krieg ablassen? Kann genauso gut ein schief gegangenes Experiment gewesen sein. Vielleicht wollten die Amis sowas ja auf Russland ansetzen (maritime Kriegsführung etc.).
Im Film dagegen attackiert Veidt die wichtigsten Metropolen der ganzen Welt und sorgt dabei dafür, dass es so aussieht, als wäre es Dr. Manhattan gewesen, den man kurz zuvor ziemlich fies vertrieben hat. Ein viel logischeres Szenario. Denn Dr. Manhattan ist jedem Menschen auf der Erde bekannt. Jeder weiß, was er kann und keiner kann sich sicher sein, dass er es nicht wieder tut. Sich hier gegen den gemeinsamen "Feind" zu verbünden, leuchtet wesentlich mehr ein als im Falle der gigantischen Frutti di Mare. Spiel, Satz und Sieg Snyder (alles imo)
Hier hat Moore imo den einzigen schlechten Aspekt in seinem Comic. Dieses Szenario ist einfach unlogisch. Es ist nur EINE Krake. Es werden mit Sicherheit keine weiteren folgen. Und sie hat New York (mal wieder) getroffen. Warum sollten die Russen deswegen vom Kalten Krieg ablassen? Kann genauso gut ein schief gegangenes Experiment gewesen sein. Vielleicht wollten die Amis sowas ja auf Russland ansetzen (maritime Kriegsführung etc.).
Im Film dagegen attackiert Veidt die wichtigsten Metropolen der ganzen Welt und sorgt dabei dafür, dass es so aussieht, als wäre es Dr. Manhattan gewesen, den man kurz zuvor ziemlich fies vertrieben hat. Ein viel logischeres Szenario. Denn Dr. Manhattan ist jedem Menschen auf der Erde bekannt. Jeder weiß, was er kann und keiner kann sich sicher sein, dass er es nicht wieder tut. Sich hier gegen den gemeinsamen "Feind" zu verbünden, leuchtet wesentlich mehr ein als im Falle der gigantischen Frutti di Mare. Spiel, Satz und Sieg Snyder (alles imo)
Die technische Umsetzung von Watchmen ist überaus gelungen. Der Stil wurde perfekt eingefangen und sehr subtil in die heutige Zeit übertragen. Man sieht deutlich, dass hier nicht einfach drauf los gedreht wurde. Jemand hat sich viele Gedanken gemacht - mit Erfolg.
Der Soundtrack weiß auch sehr zu gefallen. Er ist nicht wirklich genial, aber die Auswahl der Stücke ist klasse. Nena hört man auch nicht all zu oft in einem US-Blockbuster.
Größtes Highlight sind aber die Schauspieler. Wer den Comic kennt, merkt, dass sie perfekt besetzt wurden. Ein paar Seiten durchblättern und man erkennt die Schauspieler sofort wieder. Und sie liefern auch alle eine tolle Vorstellung ab. Gut bei Dr. Manhattan ist das sicher etwas weniger gut zu beurteilen, da der ja größtenteils aus dem Computer stammen dürfte und sich darüber hinaus nicht der ausgeprägtesten Mimik befleißigt. Aber auch dieser Charakter wirkt so, als wäre er geradewegs aus dem Comic entsprungen.
Letztendlich bin ich mir darüber im Klaren, dass Watchmen polarisieren dürfte. Dies hier ist der garantiert absolut andere Superhelden-Comic. Man sollte keinesfalls etwas in der Art von Batman, Spiderman, X-Men, Wolverine, Hellboy etc. erwarten und völlig unvoreingenommen an den Film herangehen. Dann kriegt man was sehr Unterhaltsames geboten, was garantiert nicht austauschbar ist. Und man sollte als heterosexuell gefestigter Mann auch nicht gleich am Rad drehen, wenn hin und wieder der Schwanz vom Doc zu sehen ist. Wer sich darüber aufregt, sollte vielleicht doch lieber bei leichterer Kost bleiben.

10/10




), die SFX sind auch Heute noch sehenswert und der James Horner Soundtrack ist wirklich zeitlos schön. Nach der 'Herr der Ringe' Trilogie mein Lieblings Fantasy-Film.