Calibre (Netflix)
Der schottische Thriller aus der Schmiede des Streaming-Dienstes wurde am Edinburgh International Film Festival zum besten britischen Spielfilm gekürt und auch von Eddie und Schröck beim letzten Kino+ empfohlen daher hab ich den mal geschaut.
Vaughn steht kurz davor, Vater zu werden. Als ihn Marcus zu einem Jagdausflug im schottischen Hochland überreden will, ist dieser deshalb zuerst nicht wirklich angetan von der Idee. Weil er seinen Kindheitsfreund aber nicht hängen lassen will, finden sich die beiden schon bald in einem provinziellen Dorf irgendwo in den schottischen Highlands wieder, wo sie das Wochenende verbringen wollen. Zur Einstimmung gehen sie am Abend vorher ordentlich feiern, machen sich mit der eingeschworenen Dorfgemeinschaft bekannt und bandeln mit zwei jungen Frauen an. Der brummende Kopf am nächsten Morgen hält sie nicht davon ab, ihre Gewehre einzupacken und in den Weiten der schottischen Wälder nach Wild Ausschau zu halten.
Ab hier startet dann der beklemmende und durchweg spannende Thriller. Regisseur Matt Palmer zeigt hier in bester Thriller-Manier und auf brutale Art und Weise, wie ein Jagdausflug zum Albtraum verkommt. Brutal nicht nur aufgrund der zum Teil heftigen Szenen, sondern auch wegen der Ausganglage, die sich nach und nach entfaltet. Da die meisten Szenen während der Nacht spielen, entwickelt sich eine düstere Spannung, die sich mit Fortschreiten des Films immer mehr intensiviert – auch weil alles darauf hinführt, dass man als Zuschauer trotz moralisch umstrittener Taten mit den zwei Protagonisten mitfiebert.
Der Film wäre schon damit ein solide gemachter Thriller mit einer spannenden Ausgangslage und im krassen Kontrast dazu fast schon verstörend schönen Aufnahmen der schottischen Wildnis, herausragend machen ihn jedoch genau die vielen vielschichtigen moralischen Aspekte. Dank dieser emotionalen Komponente entsteht hier etwas, der man sich als Zuschauer fast nicht entziehen kann: Die beklemmende, verstörende Stimmung wird immer weiter getrieben, bis sie sich zum Schluss in einem schockierenden Ende entlädt, das nichts für schwache Nerven ist. Der Film ist verstörend, brutal und verdammt intensiv, gleichzeitig aber auch sehr spannend und wunderschön. Sollte jeder mal schauen den Film, zumal auch die Schauspieler durch die Bank sehr glaubwürdig wirken. Hat echt Bock gemacht der Film.
Blade Runner (1982)
Als ich den 2049er Teil schauen wollte hab ich gemerkt das ich den originalen Film noch nie gesehen hab. Ich habe hohe Erwartungen an diesen Film gesetzt… die jedoch nicht so ganz erfüllt werden konnten. Trotzdem will ich hier erläutern, warum Blade Runner dennoch seinen Kultstatus verdient, er macht nämlich eine Menge richtig. Die Bildgewalt ist unglaublich: das düstere, dreckige, enge und überbevölkerte Los Angelos ist ein Augenschmaus. Der ständige Dauerregen, die kalte Farbgebung und die ständig prominente Werbung skizzieren eine Bilderbuch-Dystopie der Zukuft, den Cyberpunk. Hier wird die Welt von Konzernen dominiert und die Menschen misstrauen einander. Der Soundtrack ist ebenfalls sehr gelungen, allerdings werden die besten Stücke im Prolog und im Epilog gespielt, was mir etwas sauer aufstößt. Durch die ruhige Kameraführung ist der Film eher gemächlich, so kann man aber wenigstens die Bilder länger bewundern.
Die Handlung ist für mich eigentlich der größte Kritikpunkt, die ist nämlich sehr simpel gestrickt und sie verliert sich eigentlich in dieser Visualität. Der Film zeigt viel von der Welt, erklärt aber nur das Allernötigste und es wird vom Zuschauer gefordert, sich manche Erklärungen zu erarbeiten. Im Verlauf des Filmes entwickelt sich beim aufmerksamen Zuschauer die Frage, was eigentlich die Replikanten von uns Menschen unterscheidet und ob sie das Recht haben, sich ihre Existenz zu erkämpfen, wobei der Film diese Fragen nie selbst stellt. Wie gesagt, Handlung find ich im groben etwas zu dünn und ohne große Wendungen. Trotz allem ist der Film visuell ein Meisterwerk der düsteren Science-Fiction, das den Cyberpunk etabliert hat. Er ist so gut das er heute auch noch ohne Probleme funktioniert, Respekt. Obwohl der Film interessante Fragen zum Menschsein und der Gesellschaftsentwicklung im aufmerksamen Zuschauer erzeugt, bleibt er wegen der gemächlichen und verblassenden Handlung sowie den meist nur soliden Charakteren hinter den hohen Erwartungen zurück. Etwas mehr Tiefe hätte der Handlung und den Charakteren sehr gut getan.
Jurassic World 2
Nach dem Ende von „Jurassic World“ ist der Dinosaurier-Trainer Owen Grady quasi arbeitslos. Zum Glück kommt die ehemalige Parkmanagerin Claire Dearing mit einer besonderen Mission auf Owen zu: Der Vulkan auf der Insel droht auszubrechen und die Dinosaurier auszulöschen. Owen soll ein Rettungsteam anführen, um die bedrohten Arten in Sicherheit zu bringen. Was hier erst nach "wir sind wieder auf der Insel, es geht was schief und wir müssen veschwinden" entpuppt sich doch als mehr. Find ich persönlich sehr gut das man hier einen etwas anderen Weg geht und 2 große Handlungsstränge zeigt. Die sind zwar nicht überragend, fügen sich aber gut zusammen und bieten am Ende einen kleinen netten Plott und dadurch mal Abwechslung in der Reihe. Hat mich eigentlich über die ganze Zeit nie gelangweilt, Film ist gut gepaced und einfach unterhaltsam. Hatte vorher eh keine großen Erwartungen an den Film aber wie gesagt, hat mir Spaß gemacht. Bilder sind auch nett und die Saurier sind gut gemacht, von daher, einfach schauen, macht man nichts falsch damit.