Vielleicht, vielleicht auch nicht
Will Hayes (Ryan Reynolds) steht kurz vor seiner Scheidung. Aus diesem Anlass möchte seine zehnjährige Tochter Maya (Abigail Breslin) mehr über die Beziehung ihrer Eltern wissen. Will erzählt ihr daraufhin von drei verschiedenen Frauen (Elizabeth Banks, Isla Fisher und Rachel Weisz) in seinem Leben. Während Maya versucht das Liebesrätsel zu lösen, um herauszufinden welche der drei Damen denn nun ihre Mutter ist, wird ihrem Vater klar, dass er vielleicht doch noch die Chance auf ein Happy End, in seinem Beziehungsleben, hat ...
Im Kern ist "Vielleicht, vielleicht auch nicht" eine handelsübliche Liebesgeschichte, ohne größere Überraschungen. Was diesen Film jedoch aus dem Einheitsbrei heraushebt ist seine clevere Erzählweise. Der Abend, an dem Will seiner Tochter die Geschichte erzählt, dient dabei als Rahmenhandlung für die eigentliche Story, welche - dadurch, dass der Zuschauer genau so unwissend ist, wie Maya - überraschend interessant daherkommt und zudem zwischenzeitlich von Vater und Tochter amüsant kommentiert wird. Regisseur und Drehbuchautor Adam Brooks schafft es so eine an sich simple Geschichte, immer haarscharf am Kitsch vorbei, unterhaltsam und mitreißend an den Mann (und natürlich auch die Frau) zu bringen.
Die hervorragend erzählte und handwerklich routiniert auf Zelluloid gebannte Handlung wird zudem von grandiosen Darstellern unterstützt. Ryan Reynolds beweist ein weiteres Mal, dass er nicht nur simple Comedy, sondern auch ernstere, erwachsenere Rollen glaubwürdig rüberbringen kann. Isla Fisher, Elizabeth Banks und Rachel Weisz überzeugen ebenfalls auf ganzer Linie und sorgten bei mir, zusammen mit der großartige Jungschauspielerin Abigail Breslin, für ein herzliches und breites Grinsen im Gesicht. Das Zusammenspiel aller Beteiligten funktioniert dabei perfekt, sodass man, selbst in traurigen bzw. "unschönen" Filmmomenten, immer Sympathie für die Figuren empfindet.
"Vielleicht, vielleicht auch nicht" ist eine konventionelle Liebesgeschichte, in einer unkonventionellen Verpackung. Die intelligente Erzählweise hält bei Laune, die charmanten Charaktere und Darsteller hinterlassen zu jedem Zeitpunkt ein angenehmes Gefühl beim Betrachter und die handwerklich annähernd perfekte Inszenierung lässt keine wünsche offen. Zeitweise, vor allem beim Happy End, gewinnen zwar auch hier Genreklischees die Oberhand und ein Hauch mehr Humor hätte vereinzelte, jedoch verhältnismäßig harmlose, Längen überbrücken können, trotzdem ist diese romantische Komödie (der Schwerpunkt liegt hier aber ganz klar auf "romantisch") einer der schönsten Liebesfilmvertreter der letzten Monate.
Handlung: 8/10
Darsteller: 8/10
Inszenierung: 8/10
Unterhaltungswert: 8/10
Action (max. 3 Sterne)
: -
Spannung: -
Humor: *
Gefühl: ***
Anspruch: *
Gesamtwertung: 8.0/10 Punkte