Ex-Machina
Drei Persönlichkeiten, ein isolierter Gebäudekomplex und die Frage nach echter künstlicher Intelligenz. Ex-Machina bietet quantitativ nicht viel, überzeugt jedoch in jeder Hinsicht als intelligentes, spannendes und fantastisch umgesetztes Sci-Fi Kammerspiel.
Keine Fortsetzung, kein Remake irgendeines alten Schinkens, kein schnöder Superheldenfilm, sondern tatsächlich etwas neues, ein Original. Allein das hebt dieses Werk schon vom Sci-Fi Einheitsbrei ab. Doch da wäre noch die Geschichte, die eine schnell erzählte Ausgangssituation mit tiefgreifenden Fragen garniert, über einen hervorragenden Spannungsbogen, sowie überraschende Momente verfügt und zudem einwandfrei erzählt wird. Eher leise, aber immer kurzweilig und ohne irgendwelche pseudo-intellektuellen und ermüdenden Ethik-Diskussionen. Er spricht solche Aspekte zwar an, drängt sie jedoch nicht auf und überlässt weitere Ausführungen diesbezüglich dem Zuschauer.
Eingefangen in reduzierte Bilder, die auf jegliche Effekthascherei verzichten, dadurch eine geradlinige, glaubwürdige und zur beengten Sci-Fi Situation passende Szenerie erschaffen. Selbiges gilt für die Dialoge, bei denen ausnahmsweise jeder gesprochene Satz Substanz und Wichtigkeit besitzt.
Schauspielerisch ist er ebenfalls über alle Zweifel erhaben. Da vermittelt jede Geste, jeder Gesichtsausdruck genau das, was er soll. Alicia Vikander sticht hier natürlich noch mal besonders heraus. Freut mich, dass sie gleich für den nächsten Bourne als weibliche Hauptrolle gebucht wurde.
Wenn ich so drüber nachdenke, macht Ex-Machina alles richtig. Man kann sich natürlich darüber streiten, ob ein höheres Tempo, mehr Mindfucks oder irgendwie geartete Schauwerte den Film noch besser gemacht hätten. Ich denke nicht. Er ist ein ruhiges, cleveres und spannendes Gedankenexperiment. In mancher Beziehung sicherlich schon mal dagewesen, so wie er ist aber ziemlich perfekt.
9/10 Zeichnungen