Verblendung Millenium Teil 1 Directors Cut
Der Wirtschaftsjournalist Michael Blomkvist (Michael Nyqvist) wurde wegen Verleumdung zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und sieht sich seiner Glaubwürdigkeit als Journalist beraubt. Da erhält er von Henrik Vanger (Sven-Bertil Taube), dem ehemaligen CEO des Vanger-Familienkonzerns, den Auftrag, den mutmasslichen Mord an Henriks Nichte Harriet (Julia Sporre) zu klären, die 1966, gerade mal 16-jährig, spurlos verschwand. Henrik vermutet, dass ein Mitglied des machtgierigen Vanger-Clans Harriet umgebracht hat.
Blomkvist ermittelt aber nicht ganz allein. Seine Recherchen werden insgeheim von Lisbeth Salander (Noomi Rapace) verfolgt, einer jungen, sehr rabiaten Frau mit geheimnisvoller Vergangenheit, die sich in seinen Computer eingehackt hat. Als es ihr im Gegensatz zu Blomkvist und der örtlichen Polizei gelingt, die geheimnisvollen Kombinationen aus Namen und Nummern in Harriets Tagebuch zu entziffern, kontaktiert sie Blomkvist. Das ungewöhnliche Duo kommt Verbrechen auf die Spur, die von weit grösserer Tragweite sind, als sie es sich vorgestellt haben, und bald werden sie von Jägern zu Gejagten.
Letzte Woche habe ich mir nun endlich alle drei schwedischen Verfilmungen der tollen Millenium-Trilogie angeschaut. Dem Voraus sei gesagt, dass vor allem der erste Teil ein schweres Los hat, da sich dieser mit der Hollywood-Adaption von David Fincher messen muss. Und dies ist immer noch einer meiner Lieblingsfilme…
In der ganzen Filmtechnik gibt es natürlich grosse Abstriche. Zum einen haben wir da die grosse (und mit einem hohen Budget ausgestattete) Produktion, mit Daniel Craig in der Hauptrolle, zum anderen das Original aus Schweden. Am ehesten lässt sich diese Verfilmung mit einem Tatort vergleichen. Musikuntermalung und atmosphärisch sind das ganz unterschiedliche Welten. Trotzdem sind die wirklich aufregenden Szenen fast genauso fesselnd und stimmig wie im Remake. Demgegenüber muss man vielerorts aber auch grosse Abstriche machen. Zum Film selber sage ich nicht mehr gross etwas. Für Leute die das erste Buch noch nie gelesen haben, dürfte es an manchen Stellen etwas schwierig sein, alle Namen und Geschehnissen zu folgen. Das „erklärt“ der Hollywoodstreifen besser. Trotzdem bleibt es eine klasse Story mit einigen Twists und Höhepunkten. Der Film ist schön düster gedreht und Stockholm sieht immer sehr unfreundlich aus. Die beiden Hauptdarsteller sind gut, vor allem Noomi Rapace als Lisbeth Salander gefiel mir. Michael Nyqvist passt mit als Frauenheld Blomkqvist aber eher nicht so. Dazu sieht er einfach zu wenig gut aus. Diese Rolle ist Daniel Craig viel besser auf den Leib geschnitten.
Ein spannender und düsterer Film, der aber gegen die Fincher-Verfilmung (verständlicherweise) den Kürzeren zieht.
7/10
Verdammnis Millenium Teil 2 Directors Cut
Nachdem er seine Zeit im Gefängnis abgesessen hat, befindet sich Mikael Blomkvist (Michael Nyqvist) nun wieder voll an der Journalismusfront. Eine Story über einen Menschenhändlerring soll dem Blatt Millenium mächtige Absätze bringen. Die Informationen für diese Story werden vom Neuling Dag Svensson (Hans Christian Thulin) und seiner Freundin Mia Bergman (Jennie Silfverhjelm) geliefert. Sie erhoffen sich, den armen Mädchen zu helfen, welche Tag aus, Tag ein ausgebeutet und missbraucht werden.
Auf der anderen Seite der Welt beschliesst Lisbeth Salander (Noomi Rapace) nach Schweden zurückzukehren. Ihre Ankunft bringt aber einen riesigen Stein ins Rollen: Dag und Mia werden getötet, und auch der ehemalige Peiniger von Lisbeth, Bjurman (Peter Andersson), welchen sie erpresst hat, liegt tot in seiner Wohnung. Bei allen drei Morden verdächtigt man Lisbeth, da man ihre Fingerabdrücke auf der Tatwaffe fand. Während Mikael Lisbeth zu entlasten versucht, taucht diese ab, um auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Dabei wird sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert...
Der zweite Teil einer Trilogie hat es nie einfach. Während der erste alle Personen einführen kann und die Geschichte ins Rollen bringt, ist der zweite Teil meistens nur da, um einen Cliffhanger für das grosse Final zu bringen. Das gilt unter anderem auch für diesen Film. Unverständlicherweise hat man nach dem ersten Teil, den Regisseur gewechselt. Die Schauplätze sind nicht mehr so ungemütlich und düster in Szene gesetzt wie im Vorgänger. Das ist sehr schade, da die Bücher eine ganz andere Stimmung erzeugen. Eine typische Fortsetzung, die wohl etwas gar schnell produziert wurde und gegen den ersten Teil etwas abfällt. Für mich ist es aber immer noch sehenswert und es macht Spass, die verschiedenen Schauplätze auch mal „in natura“ zu sehen.
6/10
Vergebung Millenium Teil 3 Directors Cut
Nachdem Lisbeth Salander (Noomi Rapace) noch einmal knapp aber spektakulär dem Tod entronnen ist, wird sie mit schweren Verletzungen ins Spital geflogen, wo man ihr eine Kugel aus dem Kopf entfernt. Die junge Frau kämpft weiterhin um ihr Leben, denn Alexander Zalachenko (Georgi Staykov) hat ihre Axthiebe auf seinen Schädel ebenfalls überlebt und liegt im gleichen Spital. Aber nicht nur er und sein Begleiter Roland Niedermann (Mikael Spreitz), der blonde, schier unverwüstliche und brutale Riese, trachten nach ihrem Leben. Da gibt es noch diese älteren Herren, die sich im Geheimen treffen und sich davor fürchten, was Lisbeth erzählen könnte, wenn sie erst wieder vernehmungsfähig ist.
Während die Polizei darauf wartet, die wegen Mordes angeklagte Lisbeth in ein Gefängnis überführen und vernehmen zu können, arbeiten der Journalist Mikael Blomkvist (Michael Nyqvist) und die Millennium-Redaktion mit Hochdruck an der nächsten Ausgabe, mit der sie Lisbeths Unschuld beweisen wollen. Aber mit den grauen Herren, die alles daran setzen, Lisbeth in die Psychiatrie zu sperren, ist nicht zu spassen. Das wird spätestens dann klar, als sich der Verfassungsschutz einschaltet.
Jene die Stieg Larssons Bücher nicht gelesen haben, dürften wohl Mühe haben, der gesamten Handlung zu folgen. Im letzten Teil gibt es (trotz einiger Änderungen in der Filmadaption) einfach zu viele Figuren, wie die Geheimorganisation, der Verfassungsschutz, Bösewichte, Polizei etc., wird voraussichtlich grosse bis sehr grosse Mühe bekunden, der Handlung zu folgen. Der Film geht im Stile des zweiten Teils weiter, was schade ist. Die Trilogie wird aber gut abgeschlossen und hat sicherlich ihre Daseinsberechtigung.
6/10
Ich hoffe auf nichts sehnlicher, als auf eine Fortsetzung des Hollywoodremakes. Mit dem gleichen Cast und Regisseur. Das wäre sowas von klasse. Bitte Sony. #4theTVschauer