Unbroken
Dem Langstreckenläufer Louis Zamperini (Jack O'Connell) wurde als Kind beigebracht, niemals aufzugeben und immer alles zu geben. Dieser eingerichtete unbändige Wille bringt ihn 1936 bis an die Olympischen Spiele in Berlin, wo er den 5000-Meter-Lauf als bester Amerikaner als Achter beendet. Doch Berlin soll für ihn erst Warmlaufen gewesen sein. Sein grosses Ziel heisst Tokio 1940. Doch diese Spiele werden wegen des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs nie stattfinden. Anstatt auf der Laufstrecke befindet sich Louis nun in einem Kriegsbomber.
Als er und seine Kollegen sich im Mai 1943 auf einer Rettungsmission befinden, stürzt ihre Maschine mitten im pazifischen Ozean ab. Nur Louis, Francis "Mac" McNamara (Finn Wittrock) und Russell Allen "Phil" Phillips (Domhnall Gleeson) überleben den Crash und verbringen danach mehrere Wochen in einem Rettungsboot. Gerettet werden sie schliesslich von den Japanern, welche die Amerikaner in ein Kriegsgefangenenlager bringen. Wird Louis jemals nach Hause zurückkehren?
Die Geschichte von Louis Zamperini hat so wirklich gegeben. Natürlich spielte sich wohl nicht alles so ab, wie im Film (z.B. die Szene mit dem Hochstemmen des Holzes), aber die Eckpunkte sind schon verdammt beeindruckend und krass. Hollywood-like. Kein Wunder wurde diese Story verfilmt. Angelina Jolie hat sich dem Werk angenommen. Mit dabei waren ein paar wirklich gute Jungs: Die Coen-Brüder haben das Skript überarbeitet, der Kameramann von Skyfall, sowie der Scorespezialist von The Grand Budapest Hotel waren mit von der Partie. Der Film wurde auch gut, aber leider nicht das erhoffte Meisterwerk.
Denn obwohl die Leidenszeit von Zamperini manchmal unmenschlich ist, so geht er mit allem einfach viel zu gut um. Egal ob nach 40 Tage auf offener See, 200 Schlägen in die Fresse oder nach dem Tod seiner Kameraden. Er bricht nie ein und steckt trotz allem, die ganzen Repressalien ein wenig zu gut weg. Man leidet mit ihm mit, aber doch nicht so richtig. Die Verwandlung des Schauspielers vom Athleten zum abgemagerten Kriegsgefangenen ist aber schon beeindruckend. Im Gegenteil zu seiner Hautfarbe. Das sieht (verständlicherweise) manchmal zu sehr nach Selbstbräuner aus.
Alles in allem ein guter Film, der aber etwas zu glatt geraten ist. Ein wenig mehr Ecken und Kanten hätten ihm gutgetan. Bei einer solchen Geschichte hätte man sicherlich mehr rausholen können.
6/10