Wild (Der grosse Trip)
Die 26-jährige Cheryl Strayed (Reese Witherspoon) macht gerade eine sehr schwierige Zeit durch. Um dem Chaos in ihrem Leben zu entkommen, beschliesst sie, auf eine über 1000 Meilen lange Wanderung entlang des Pacific Crest Trail zu gehen. Sie hofft, dass sie sich auf diesem Trip selbst findet. Doch ihre Reise ist alles andere als leicht. Als attraktive Frau alleine in der Wildnis gehören nicht nur gefährliche Tiere und plötzliche Wetterwechsel zu ihren Sorgen, sondern auch andere Wanderer.
So sucht sie auf ihrem Trip vor allem die Einsamkeit, doch so ganz alleine werden auch alle die Erinnerungen wach, die sie eigentlich gehofft hat, hinter sich zu lassen. Cheryl droht völlig an der Herausforderungen der Strecke und an ihren Problemen zu zerbrechen. Doch auch wenn sie oft ans Aufgeben denkt, geht Cheryl trotzdem ihren Weg weiter und erlebt auch viel Schönes.
Ohne je eine Wanderung in dieser Grössenordnung unternommen zu haben, packte Cheryl Strayed mit 26 Jahren ihren Rucksack und brachte auf einem Selbstfindungstrip 1'100 Meilen hinter sich. Jahre später schrieb sie ihre Erlebnisse nieder und veröffentlichte das dabei entstandene Werk, welches dann zum Bestseller mutierte. Kurz darauf sicherte sich schon Reese Witherspoon die Filmrechte daran.
Der Film erinnert sehr stark an Into the Wild von Sean Penn. Allerdings wird die Geschichte hier ein wenig anders erzählt: Auf Cheryls Wanderung kommen ihr immer wieder Erinnerungen aus der schwierigen Vergangenheit hoch. Diese Flashbacks sind zu Beginn noch etwas wirr und noch nicht so recht einzuordnen. Somit erhält man aber die Beweggründe von ihr erzählt. Im Kontext mit der einsamen Wanderung durch die Wildnis, macht die Erzählweise aber durchaus Sinn. Getragen wird der Film natürlich von Reese Witherspoon. Eine sehr starke Leistung von ihr. Und es ist mal was anderes, wenn man sie fast den ganzen Film über ungeschminkt sieht.
Im Vergleich mit Into the Wild, zieht man aber klar den Kürzeren. Die Geschichte ist zwar gut, fesselt aber niemals so wie das Aussteiger-Drama. Nichts desto trotz ist es ein Film, den man sich mal ansehen kann. Vor allem, wenn man Reese Witherspoon oder Naturaufnahmen mag.
7/10 (Mit Witherspoon-Bonus)