Star Trek
Hammer Film das. Wie bei Batman ein absolut gelungener Neuanfang einer quasi totgelaufenen Reihe. Natürlich profitiert dieses Genre wie kein zweites von den exorbitanten Möglichkeiten der Computergrafik, die herrliche Bilder ermöglicht. Aber auch die Darsteller sind perfekt. Keiner wirkt in seiner Rolle deplatziert und zum Glück wurde trotz der Jugend darauf verzichtet, einen Teenie-Soap zu drehen. Auch finde ich sehr gut, dass die Jungdarsteller eben nicht durch jahrelange Serienrollen in ihren Möglichkeiten eingeengt sind (bei den alten Filmen hatte man ja immer den Eindruck eine verlängerte Serienepisode mit höherem Budget zu sehen). Jeder definiert seinen Charakter neu und jeder macht das richtig gut.
Einen Punkt ziehe ich ab, weil der Bösewicht arg unausgegoren war und weil ich die Story etwas wirr fand. Kudos gibt es für Leonard Nimoy, der zwar schon älter als die Steinkohle ist, den Spock aber immer noch mit links aus dem Ärmel schüttelt. Unterm Strich bin ich aber echt begeistert. Wenn noch mehr Filme dieser Qualität kommen, werde ich noch zum Trekkie.
9/10
Tortured
Mitglied einer Gang kriegt vom großen unbekannten Boss den Auftrag, den Buchhalter der Bande wegen 10 Mio verschwundener Scheinchen zu foltern.
Klingt erstmal dämlich, ist aber ein durchaus nettes psychologisches Kammerspiel, bei dem man so wenig wie möglich über die Story wissen sollte. Der Twist ist ziemlich mutig, aber deswegen auch garantiert nicht vorhersehbar. Kennt man ihn allerdings, dürfte der Film mächtig an Reiz verlieren, weswegen er eigentlich zum Ausleihen prädestiniert ist.
Anhänger der Gorefraktion seien gewarnt: Auch wenn der Name etwas ähnliches suggeriert, haben wir es hier nicht mit einem Folterporno zu tun. Es geht zwar recht heftig zur Sache, aber sonderlich grafisch wird es dabei nicht. Vieles spielt sich auch offscreen ab. Hier steht nicht das Foltern im Vordergrund.
7/10
Diary of the Dead
Oh mein Gott! Kann mal bitte jemand Romero die Kamera wegnehmen und ihn ins Altersheim abschieben? Wie kann man bitte schön einen Zombie(!!)film drehen, bei dem ein Horrorfilmfan (meine Freundin) und ein Liebhaber abgedrehter Metzeleien, wenn's nicht gar so ernst gemeint ist (meine Wenigkeit), nach kanpp 2 Drittel der Laufzeit übereinstimmend "BOOOOOOORING!!" rufen und abschalten?
Diary hat keine erkennbare Story, keine Charaktere, die einem auch nur einen feuchten Furz bedeuteten würden und die Effekte reißen auch nix mehr raus. Die ach so grandiose Medien-/Gesellschaftkritik wird wieder großzügig mit dem Gummihammer verteilt und der blöde Blair-Witch-Ansatz, alles aus der Sicht eines Filmenden zu zeigen, ist absolut dilletantisch umgesetzt.
Nachdem ich jetzt Land of the Dead (auch schon nicht der Bringer) und Diary of the Dead (viel schlechter als Land) gesehen habe, stellt sich mir ernsthaft die Frage, ob Romero alles verlernt hat, was er je konnte, oder ob das eher einer der am meisten überbewerteten Regisseure ever ist. Ich kenne sein Dawn/Day of the Dead nicht. Aber wenn die nicht extrem viel besser sind als die anderen beiden, dann frage ich mich, woher sein Ruhm kommt. Evl. wurden da ja doch wieder ein paar billige Machwerke von den Fans zum Kult hochstilisiert und einfach ein paar hochgradig intellektuelle Ansätze von Gesellschaftskritik hineininterpretiert, weil man einfach nicht zugeben wollte, dass man beim Anblick von ein paar Laiendarstellern mit idiotischem Makeup, die auf Schweineinnereien herumkauten, einen Ständer bekam.
Diary of the Dead ist auf jeden Fall Schwachsinn galore und nicht mal zum Ausleihen empfehlenswert.
1/10
Ghost Rider
Ähmm....joa...sicher keine Großtat unter den Comicverfilmungen, tut aber auch nicht weh. Der Charakter ist sicher obercool und mal was ganz anderes. Allerdings kann sich der Film nicht ganz entscheiden, ob er denn eher Jux (á la Fantastic 4) oder doch lieber Drama (Spiderman) sein möchte. Die Effekte speziell beim Ghostrider himself sehen auch arg künstlich aus.
Aber im Großen und Ganzen unterhält das Teil über die Laufzeit. Kann man sich durchaus geben.
5/10
Transporter 3
Wisst ihr, was ich an Jason Statham so mag? Dass er sich voll und ganz der Tatsache bewusst ist, dass er High Budget-Actionschwachsinn dreht und dass er das ganz offensichtlich richtig genießt. Es haben schon einige versucht, dass Erbe von Stallone, Willis und Schwarzi anzutreten. Ich denke, Statham hat das jetzt endgültig geschafft. Kein anderer bringt so abgedrehte Actioneinlagen mit einer derart stoischen Coolness rüber wie der kleine Engländer mit dem zurückgehenden Haaransatz.
Klar, die Story ist Bobonana und die Schauspielerei nicht gerade der Rede wert. Aber der Streifen drückt permant das Pedal bis zum Boden durch und ist edel gefilmt. Wer mehr will, der meckert sich auch bei Rambo über Plattheit und Daueraction und ist ergo definitiv im falschen Film.
Punktabzug gibt es für Statham's Körperbau, der einen Mann echt in Minderwertigkeitskomplexen zerfließen lassen kann.
7/10
Oxford Murders
Raffinierter Krimi um einen Serienkiller, der in Oxford rumrennt und neben einer Spur aus Leichen auch eine Spur mathematischer Rätsel hinterlässt, die ein Student und ein kauziger Professor lösen müssen.
Auch hier sollte man möglichst nix über die Story verraten. Der Twist ist gut ausgearbeitet, die Schauspieler überzeugen - passt
7/10
PS: Falls sich jemand wundert - ja, ich war am langen WE viel zu Hause.
