Hamlet 2:
Dana Marschz (Steve Coogan) ist Schauspieler. Besser gesagt: er war Schauspieler, denn nach kleinen Rollen in Xena folgten nurnoch Werbeverträge ("Helicar: Mein Herpes sieht man nicht."). Irgendwann gingen ihm jedoch auch diese aus, woraufhin er sich entschloss die Theater-AG an einer Highschool zu leiten. Leider überzeugt Dana als Schauspiellehrer genauso wenig, wie als Schauspieler. Aus diesem Grund will die Schulleitung seine Stelle streichen. Um dies zu verhindern versucht er mit einem Musical für Aufsehen zu sorgen. Die Wahl des Stückes fällt dabei auf einen eigenen Entwurf: Hamlet 2! Wie man evt. weiß überlebt jedoch keiner der Hauptcharaktere Shakespeares Hamlet. Diese Tatsache interessiert Dana jedoch nicht, denn er lässt alle Figuren in seiner Fortsetzung, mit Hilfe einer Zeitmaschine, auferstehen und sorgt für Lichtschwertkämpfe, einen sexy Jesus und weitere blasphemische und unpolitische Auftritte. Ob dieses kontroverse Bühnenspektakel hilft seine Theater-AG zu retten müsst ihr selber herausfinden...
Als ich meiner 13-jährigen Schwester das DVD-Cover zeigte meinte sie sofort: "Das sieht ja aus wie High School Musical". Und ja, da muss ich ihr in gewisser Weise Recht geben. "Hamlet 2" ist wie "High School Musical" für Erwachsene, das ohne Kitsch, eine dämliche Liebesgeschichte und Ähnliches auskommt, und zudem mit einer schrägen Story punkten kann.
Obwohl diese keine nennenswerten Höhepunkte oder Wendungen bietet und nach dem typischen "Verlierer wird zum Sieger"-Schema abläuft, kann sie mit überaus sympathischen und liebenswerten Charakteren, sowie einigen irrwitzigen Einfällen und Gags, für einen hohen Unterhaltungswert sorgen.
Die mit Abstand beste schauspielerische Leistung liefert Steve Coogan - die meisten werden ihn wohl als britischen Regisseur aus "Tropic Thunder" kennen - in der Rolle des lächerlichen und zugleich bemitleidenswerten Dana Marschzn ab, der hier beweist, dass er ein nicht zu verachtendes Comedytalent besitzt. Aber auch die Nebendarsteller, welche, bis auf wenige Ausnahmen, unbekannte Gesichter sind, wissen zu überzeugen.
Zwar sind die meisten Charaktere etwas überspitzt dargestellt und nicht jede Szene ist glaubwürdig, aber das tut dem Spaß keinen Abbruch. Im Gegenteil. Das Finale, eine 20 minütige Musicaleinalge, ist großes Kino. In der Szene, in der Jesus persönlich die Bühne betritt und zu "Rock me sexy Jesus" einen Moonwalk übers Wasser hinlegt, habe ich Tränen gelacht.
Sicherlich ist dieser "Nonsens-Humor" nicht Jedermanns Geschmack, aber ich wurde prächtig unterhalten. Zudem gibt es allerlei Parodien und Anspielungen auf Hollywoodfilme und sogar ein klein wenig Gesellschaftskritik. So ist die Story des Films zwar nicht unbedingt sehr bedeutungsschwer, bietet aber trotzdem so einiges zu "entdecken".
Ich kann "Hamlet 2" nur jedem Fan von Nonsens-Komödien empfehlen. Wobei der Film im Nachhinein sogar weniger "nonsens" ist, als er auf den ersten Blick zu sein scheint und sich als eine gelungene Parodie auf die verschiedensten Filme entpuppt, welche sogar die ein oder andere Gesellschaftsschicht auf den Arm nimmt. Mal abgesehen von einigen Storyschwächen und einer Hand voll lahmer Gags, bietet dieses "High School Musical für Erwachsene" viel Spaß für zwischendurch.
8/10 Punkte
Um sich ein besseres Bild machen zu können, der Trailer:
[vid]http://www.youtube.com/watch?v=giBWNkRta5o[/vid]
