The Amazing Spider-Man 2 (3D)
Da soll noch mal einer über Reboots und andauernde Superheldenverfilmungen meckern. Wenn jede Comic-Neuinterpretation einen Qualitätssprung hinlegt wie
Spider-Man, dürfen die Studios ihre Filmreihen von mir aus jährlich neu starten. Während Sam Raimis
Spider-Man, so sehr ich vor allem die ersten beiden Teile auch schätze, ein dauer-emotionaler Flachzangen-Held war, tritt der neue Spidey das Gaspedal von Anfang an bis zum Bodenblech durch.
Die gesamte Inszenierung, die Handlungsstruktur und Charakterzüge sind sehr viel näher an der Comicvorlage, deswegen natürlich nicht immer hundertprozentig glaubwürdig, teils auch etwas zu schnell abgehandelt, aber eben sehr viel frecher und kurzweiliger als die ersten Verfilmungen. Dazu ist Andrew Garfield ein hervorragender Spider-Man, der den Witz und die Sympathie der Comicfigur problemlos transportieren kann und unverschämt gut mit Emma Stone harmoniert - wobei sie natürlich den Real Life-Beziehungs-Vorteil haben, der sich in ihrer Filmchemie auch deutlich bemerkbar macht.
Dann die Bösewichte, gleich drei an der Zahl, allesamt gekonnt eingeführt, filmisch umgesetzt und von ihren Darstellern verkörpert (Dan DeHaan: Was für ein grandioser Green Goblin). Und hey, obwohl es so viele Antagonisten sind, bleibt die Sache übersichtlich und spannend. Eine Drehbuch-Hürde, an der andere Filme, etwa
Spider-Man 3, bereits maßlos gescheitert sind. Sexy auch die vielen kleinen Verweise auf mögliche Fortsetzungen (Doc Ock, Black Cat, etc.).
Dazu kommt noch, dass der Film eine Effektorgie vor dem Herrn ist. Aber eine gute, kein hirnloser Overkill, sondern pointierte Spidey-Action, mit ordentlich Krach-Bumm, einem gnadenlos guten Sounddesign, Referenz-Effekten und einer ausnahmsweise noch mal empfehlenswerten 3D-Umsetzung. Da schwingt man sich förmlich mit durch die Straßenschluchten.
Kurzum: Famos.
Rise of Electro toppt seinen eh schon gelungenen Vorgänger in nahezu jeder Beziehung und wischt mit Raimis Spidey-Interpretation den Boden.
The Amazing Spider-Man IST
Spider-Man in Filmformat, witzig, agil, actiongeladen und trotzdem immer im richtigen Moment emotional, ohne aber in eine weinerliche Gefühlsduselei *hustTobeyMaguirehust* abzudriften. Außerdem ist und bleibt Emma Stone ein ganzes Stück über Kirsten Dunst anzusiedeln (Der Gag über ihre Lache: Soo~ hinreißend! Ich liebe ihre Stimme. Und alles andere an ihr logischerweise auch.) und dürfte eigentlich alleiniger Grund genug sein, sich die neuen
Spider-Mans anzuschauen. Freue mich auf den nächsten Spinnenmann.
9/10 Batterien