The Hours
The Hours spannt sich über drei unterschiedliche Zeitperioden. Während "eines Tages" fokussiert sich der Film in paralleler Vorgehensweise auf das Leben von drei Frauen, die bestimmte Gemeinsamkeiten haben: Depression, Fremdheit und Suche nach Liebe.
In der einen Ära wird man Zeuge eines Lebensabschnittes der berühmten Schriftstellerin Virginia Woolf (Nicole Kidman), die einen regelrechten Kampf mit ihrer geistigen Krankheit (= Depression) austragen muss, und schliesslich im Jahre 1941 ihrem Zustand durch Selbsttötung ein Ende setzt.
Eine weitere - diesmal hochschwangere - Frau namens Laura Browns (Julian Moore) lebt 1950 gut behütet in Kalifornien. Auch sie wird von Depressionen und Verzweiflung heimgesucht. Ihr Mann jedoch ignoriert ihren Zustand auf liebevolle Weise und ihr gemeinsamer Sohn klammert sich - wahrscheinlich die tragische Situation der Mutter erahnend - ständig an sie; dies umso mehr, da Laura ihrem Spross nur mässig Mutterliebe entgegenbringt. Lauras beinah apathische Verfassung wird am offensichtlichsten, als sie vergebens versucht, ihrem Mann einen einfachen Geburtstagskuchen zu backen... (Tja, die Geschichte der Mrs. Dalloway hat's wohl in sich.)
Die dritte Frau, Clarissa Vaughn (Meryl Streep) lebt im modernen Manhattan, zusammen mit ihrer Freundin Sally (Allison Janney) und ihrer Tochter (Claire Danes). Mit grosser Mühe und an Resignation grenzender Haltung bereitet sie eine Party für ihren Ex-Ehemann (Claire Danes) vor, der bald an AIDS sterben wird.
Der Film ist an sich nicht schlecht. Allerdings verbreitet er sowas von schlechter Laune, da muss man selber aufpassen nicht depressiv zu werden… Der Film basiert auf übrigens auf einem Buch, welches die Novelle von Autorin Virginia Woolf "Mrs. Dalloway" als Inspirationsquelle nimmt. Keine Ahnung wem ich den Film empfehlen soll, die Schauspieler sind jedenfalls alle klasse und die Geschichte zumindest denkwürdig. Ach ja: Nicole Kidman hätte ich nicht erkannt…
6/10
Lachsfischen im Jemen
Der Scheich Muhammad ibn Zaidi bani Tihama (Amr Waked) beauftragt eine Firma, um herauszufinden, ob Lachsfischen im Jemen realistisch ist. Für die Abklärungen verantwortlich ist die junge und frisch verliebte Harriet Chetwode-Talbot (Emily Blunt). Engagiert geht sie ans Werk und kontaktiert schon bald mal den Fischexperten Dr. Alfred Jones (Ewan McGregor). Der hält das Vorhaben aber erstmals für einen Scherz und zeigt deshalb nur wenig Begeisterung. Als dann in Afghanistan eine Moschee gesprengt wird, braucht die britische Regierung schnell eine positive Nachricht aus dem mittleren Osten.
Da kommt Patricia Maxwell (Kristin Scott Thomas), PR-Chefin des englischen Premierministers, das Projekt des Scheichs natürlich gerade recht. Um Dr. Jones zur Mitarbeit zu zwingen, wird er vor die Wahl gestellt: Entweder hilft er oder er ist seinen Job los. Auch weil es in seiner Ehe nicht mehr wunschgemäss läuft, willigt er ein. Während dem Projekt kommt er dabei auch Talbot näher, die aber schon bald weniger ihre Arbeit im Kopf hat, sondern das Verschwinden ihres Freundes in Afghanistan.
Die Geschichte ist zwar etwas an den Haaren herbeigezogen, allerdings haben Scheiche ja schon für Dümmeres Geld ausgegeben. Als ich mal Ausschnitte vom Film sah, dachte ich zuerst, dass es in den 60ern oder 70ern spielt. Vor allem die Szenen am Fluss Jemen könnten aus einem anderen Jahrzehnt stammen… Aber anders als erwartet, spielt mindestens die Hälfte des Films in London bzw. Schottland. Und eines kann man dem Film lassen: Die Landschaftsaufnahmen sind klasse. Dagegen fällt die Story etwas ab. Die Charaktere sind zwar alle gut (vor allem der Boss von Ewan McGregor und die Kristin Scott Thomas haben ein paar Lacher auf ihrer Seite), aber ihnen fehlen etwas die Ecken und Kanten. Genauso wie der Story, die so ausgeht wie man es schon zu Beginn erahnt. Trotzdem ist es ein schöner Film, der ganz zu Schluss etwas zu sehr in eine Liebesgeschichte abdriftet. Ich fand die Lachsansiedlung spannender.
7/10
The Good Girl
Justine (Jennifer Aniston), 30 Jahre, Angestellte in einem Supermarkt, verheiratet mit einem häufig trinkenden und/oder Marihuana rauchenden Gelegenheits-Handwerker namens Phil (John C. Reilly), ist genau an dem Punkt, wo nur noch eine große Leere herrscht. Ein besonders erfüllendes Leben lag bisher nicht hinter ihr und was sich für die Zukunft abzeichnet, ist eine Monotonie auf Basis der schnöden Gegenwart. Sie nimmt ihre Frustration aber noch mit ein bisschen Humor und ihr guter Charakter hat sich durch die ausweglos scheinende Situation auch noch nicht verbogen. Im Zuge der großen Belanglosigkeit beginnt sie eher halbherzig eine Affäre mit dem acht Jahre jüngeren Holden (Jake Gyllenhaal). Was Justine und Holden verbindet, ist, dass sei beide deprimiert und frustriert sind, nur aus unterschiedlichen Gründen. Während sich Justine aber noch mit einer gewissen Gelassenheit über Wasser hält, sieht Holden die Welt bereits so düster, dass für ihn die Beziehung zu Justine eine besondere Wertigkeit erreicht.
Habe von diesem Film noch nie was gehört. Von den Schauspielern her ist er jedenfalls sehr gut besetzt. Den Film fand ich allerdings nicht so toll. Jennifer Aniston spielt eine miese Schlampe, die zwar irgendwie alles gut meint, allerdings nur lügt und hintergeht. Kann man sich mal geben, aber nur wenn man absolut keine Alternativen hat.
5/10