Under the Dome
Staffel 1
Nach einem maßlos konstruierten, klischeedurchfluteten Einstieg, mausert sich
Under the Dome im Verlauf seiner 13 Folgen doch tatsächlich noch zur spannenden Mystery-Serie. Handlung in einem Satz: US Kleinstadt wird unter nicht näher identifizierbarer Energie-Glocke eingesperrt. Fertig. Vielversprechende Ausgangssituation, die zu Beginn jedoch von vielen vorhersehbaren und an den Haaren herbeigezogenen Klischee-Entwicklungen (eben uralte Von-der-Außenwelt-abgeschottet-Probleme wie Wasserknappheit, Epidemien, durchdrehende Bürger, Mord, sich aufspielende Weltenretter, etc.) heimgesucht wird, die den Spannungsbogen einfach häufig überspannen.
Haben sich die uninteressanten Krisenherde der eingesperrten Gesellschaft jedoch erst mal gelegt, schlägt
Under the Dome eine verheißungsvolle Mystery-Sci-Fi-Richtung ein, welche die Spannung im Finale noch mal ordentlich hoch dreht und mit seinen geheimnisvollen Ereignissen absolut Lust auf Mehr macht. Ich liebe einfach diese Geschichten, bei denen man keine Ahnung hat, was eigentlich vor sich geht. Und genau dies bringt die Kuppel-Sache mit sich.
Kurzum: Lahmende, bisweilen sogar An-den-Kopf-fass-würdige Klischee-Zwischenmenschlichkeiten, gerahmt von einer immer mal wieder aufkeimenden und im Staffelfinale dann vollends aufblühenden Mystery-Story. Hoffe, dass sie den Schwerpunkt in der kommenden Staffel weiter auf die Kuppel lenken, dann könnte das ziemlich gut werden.
7/10 Schmetterlinge
Haven
Staffel 2
Nah, schon mal besser als Staffel 1, aber immer noch klein Highlight. Obwohl das Potential für eine grandiose Mystery-Serie eigentlich vorhanden ist, will sich
Haven einfach nicht so recht entwickeln. Am meisten vermisse ich die Leichtigkeit, das Augenzwinkern, das andere derartige Serien meist mit sich bringen. Haven nimmt sich nämlich ziemlich ernst, was, gerade in Verbindung mit der gelungenen Graue-Hafen-Stadt-Atmosphäre, zwar eine ganz eigene Stimmung erzeugt, die übernatürlichen Ereignisse, die sich alle paar Jahre in der namensgebenden Kleinstadt häufen, jedoch viel zu trocken, zeitweise sogar lächerlich erscheinen lässt. Bis auf einige interessante Ideen, fehlt es den einzelnen "Vorfall der Woche"-Episoden so schlicht an Elan und einem vernünftigen Spannungsbogen. Das plätschert alles absolut unspannend vor sich hin.
Es gibt aber genau zwei Punkte, die mich immer wieder zu
Haven zurück bringen und auch dafür sorgen, dass ich in Zukunft Staffel 3 bis 5 schauen werde: Zum einen die bezaubernde Emily Rose, die schauspielerisch jetzt nicht wirklich aus dem austauschbaren Darsteller-Brei heraussticht, die in der Branche aber allgemein viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. Würde sie liebend gerne mal in einer etwas "aufbrausenderen" Rolle sehen. Wie wäre es bspw. im kommende Uncharted Film? Würde sich ja anbieten.

Zum anderen ist da die staffelübergreifende Handlung, die meist nur wenige Serienminuten Screentime bekommt, aber immer wieder überrascht und neugierig macht. Von mir aus könnten sie die ganzen belanglosen Einzelfälle streichen, die Staffeln auf jeweils 3 Folgen kürzen und den Hauptplot als Mini-Serie veröffentlichen. Die Rahmenhandlung ist nämlich richtig gut, den Mytery-Rest gibt es in
Akte X, Fringe & Co deutlich besser zu sehen. Wobei man
Haven einen ganz eigenen Charme nicht absprechen kann.
6/10 Fischerboote