Meiner Meinung nach gehört
Madagascar eindeutig zu den schlechteren Dreamworks Animationsfilmen. Weder der Erstling, noch seine Fortsetzung konnten mich vollends überzeugen. Zu seicht waren die Stories, zu unaufregend der Humor und zu flach die Charakterzeichnung. Bis auf die Pinguine und Lemuren, habe ich die beiden Vorgänger mittlerweile sogar komplett aus meinem Gedächtnis gestrichen.
Doch nun setzen mir die kalifornischen Animatoren
Madagascar 3 vor, der nicht nur der beste Teil der Filmreihe, sondern sogar einer der besten Sprechende-Tiere-Animationsfilme überhaupt ist. Ich wurde gerade tatsächlich überaus positiv überrascht. Am Grundkonzept hat sich dabei eigentlich gar nicht viel geändert. Die tierischen Protagonisten sind gewohnt putzig, aber auch unheimlich eindimensional, die familientaugliche Handlung über Freundschaft & Co erfüllt zwar durchaus ihren Zweck, ist ansonsten jedoch mächtig ausgelutscht und der Humor bleibt weitesgehend schrullig-nett. So weit also nichts besonderes.
Was diesmal aber merklich verbessert wurde, ist die Erzählweise und die audiovisuelle Präsentation. Ohne Rücksicht auf Verluste, haut
Madagascar 3 gleich ordentlich auf die Giraffenkacke und beginnt mit einer aberwitzigen Hetzjagd durch das detailverliebt animierte Monaco. Ein grandioser Einstieg, der mit pointierten Witzen (Allein der Blick des Lemuren König Lakaien, als sein Vorgesetzter vom Dach stürzt.

... Da fällt mir gerade auf: Wo ist der später eigentlich geblieben? Verschwindet mitten im Film einfach.

), rasanten Actionszenen und fetziger Musikuntermalung aufwarten kann und damit ein Tempo vorgibt, das sich gewaschen hat.
Dieses hält
Madagascar 3 dann auch überraschend lang, bevor er in der zweiten Filmhälfte ein wenig runterschaltet, um die kindgerechte Botschaft zu vermitteln. Glücklicherweise aber unaufdringlich und angenehm flott, sodass nach einem kurzen Drehbuchdurchhänger wieder fröhlich abgefeiert werden kann. Spätestens als die gesamte Tiergruppe eine technisch absolut beeindruckende und mit famosen 3D-Effekten gespickte Zirkusshow zu Katy Perrys "Firework" abfackelte, war bei mir kein Halten mehr. Verdammt, da hatte ich echt Gänsehaut.
Wirklich gelungener, unheimlich kurzweiliger Animationsfilm. Story, Charaktere und Moral sind 08/15-Klischee-Bausteine. Die actiongeladene, sowie temporeiche Erzählweise und schrille Feel-Good-Inszenierung reißen es jedoch raus. Doch,
Madagascar 3 macht, entgegen meiner Erwartungen, tatsächlich Laune. Nicht unbedingt ein
Kung Fu Panda oder
Drachenzähmen, aber unterhaltsame, herzliche und locker-leichte Animations-Action-Comedy.
Eigentlich müsste ich ja 'nen Bonuspunkt für die geniale Zirkusshow geben. In 3D am Beamer war das ein echtes Spektakel und für Katy-Fans ein wahrer Bürzelschweller, der den Kauf der Blu-ray schon gerechtfertigt hat.